Brabus Bodo: Supersportwagen im GT-Stil mit 1.000 PS sowie besonderem Namen
Handgefertigter V12, exklusive Ausstattung und Leistung ohne Ende: Welche sehr persönliche Story hinter dem neuen GT-Modell von Brabus steckt. Bodo – der Name klingt zunächst eher seltsam, in manchen Ohren vielleicht auch unpassend für einen Supersportwagen. Für Brabus steckt dahinter jedoch eine persönliche Geschichte: Mit dem limitierten Gran Turismo erinnert das Unternehmen an Firmengründer Bodo Buschmann, der 2018 starb. Und entfernt sich gleichzeitig ein weiteres Stück vom klassischen Tuninggeschäft. Schon vor Jahren habe Buschmann intern immer wieder davon gesprochen, ein großes Gran-Turismo-Coupé bauen zu wollen, heißt es vom Unternehmen. Ein Auto für lange Reisen, mit viel Leistung, luxuriösem Innenraum und klassischem Zwölfzylinder-Motor. Selbstbewusst sollte es auftreten, technisch aufwendig konstruiert und klar als Brabus erkennbar sein. 1.000 PS und ein entsprechender Preis Acht Jahre nach seinem Tod kommt der Bodo auf die Straße. Er leistet 1.000 PS, erreicht bis zu 360 km/h und kostet mindestens rund 1,37 Millionen Euro. Technische Basis des Fahrzeugs ist erkennbar der Aston Martin Vanquish. Die Proportionen mit langer Motorhaube, flacher Dachlinie und weit nach hinten versetzter Fahrgastzelle erinnern deutlich an das britische Coupé. Brabus hat den Wagen allerdings tiefgreifend umgebaut und mit einer eigenständigen Karosserie versehen. Die Außenhaut besteht nahezu vollständig aus Carbon. Auffällig sind die breite Front mit großen Lufteinlässen und ein Kühlergrill mit 13 senkrechten Streben. Dazu kommen schmale LED-Matrix-Scheinwerfer, seitliche Luftkanäle und ein stark ausgeformtes Heck mit integriertem Diffusor. Der Heckspoiler fährt je nach Geschwindigkeit automatisch aus und soll bei starken Bremsmanövern zusätzlich als Luftbremse wirken. Das unterhalb der Heckscheibe platzierte "77"-Logo verweist auf das Gründungsjahr von Brabus im Jahr 1977. Auch die Stückzahl ist entsprechend gewählt: Weltweit sollen nur 77 Fahrzeuge gebaut werden. Nach Unternehmensangaben ist eine Produktion von zehn bis 15 Autos pro Jahr geplant. In drei Sekunden von 0 auf 100 km/h Unter der langen Motorhaube arbeitet ein handgefertigter 5,2-Liter-V12-Biturbo. Der Zwölfzylinder entwickelt 1.200 Newtonmeter Drehmoment und beschleunigt den 2+2-Sitzer in 3,0 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Tempo 200 soll nach 8,5 Sekunden erreicht sein, Tempo 300 nach 23,9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 360 km/h begrenzt. In Zeiten kleinerer Hybridantriebe und zunehmender Elektrifizierung wirkt ein solcher Zwölfzylinder fast wie ein Gegenentwurf zur aktuellen Entwicklung der Autoindustrie. Brabus setzt beim "Bodo" bewusst auf klassische Hochleistungs-Technik statt auf Hybridunterstützung oder Downsizing. Die Kraft wird ausschließlich an die Hinterräder übertragen. Für Traktion sorgen speziell entwickelte Reifen auf 21-Zoll-Schmiederädern. Auch beim Fahrwerk orientiert sich der Wagen eher an klassischen Gran-Turismo-Modellen als an kompromisslosen Rennwagen. Brabus kombiniert Doppelquerlenker-Vorderachse, adaptive Dämpfer und verschiedene Fahrmodi, die sowohl komfortorientiertes Reisen als auch eine deutlich straffere Abstimmung ermöglichen sollen. Britisches Flair im Innenraum Im Innenraum bleibt die Nähe zum Aston Martin Vanquish erkennbar. Das Infotainmentsystem und viele Bedienelemente stammen weiterhin vom britischen Basismodell. Brabus ergänzt zahlreiche Carbon-Elemente, längere Schaltwippen sowie schwarzes Leder und Nubukleder. Ein großflächiges Panoramadach soll den vergleichsweise dunkel gehaltenen Innenraum auflockern. Mehrfach verweist das Auto auf seinen Namensgeber. In den Türverkleidungen ist die Unterschrift von Bodo Buschmann eingestickt, auf den Sitzen findet sich die Silhouette des Fahrzeugs. Selbst viele Carbonteile tragen zusätzliche Details in Goldoptik. Brabus wandelt sich Mit Modellen wie dem Bodo oder dem bereits vorgestellten GTS Coupé auf Basis des Mercedes-AMG SL entfernt sich Brabus zunehmend vom klassischen Tuner-Image. Statt ausschließlich bestehende Fahrzeuge umzubauen, entwickelt das Unternehmen inzwischen eigene Kleinserienmodelle mit eigenständigem Karosseriedesign und deutlich größerem technischem Aufwand als früher. Der Bodo zeigt damit auch, wie sich der Markt für extrem teure Hochleistungsfahrzeuge verändert. Während viele Hersteller auf Elektrifizierung setzen, bleibt Platz für exklusive Kleinserien mit großvolumigen Verbrennungsmotoren – zumindest für eine kleine, zahlungskräftige Kundschaft.
