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Drogen-Kontrolle Dresden: Polizei stoppt Fahrer ohne TÜV und Führerschein

Autofahrer werden an der A4-Ausfahrt Hellerau auf Drogen und Medikamente kontrolliert. Bei der großangelegten Kontrolle macht die Polizei viele zufällige Funde. Seit einer halben Stunde steht der Mann im grauen Kombi vor der A4-Ausfahrt Dresden-Hellerau im Stau. Wie hunderte Autofahrer an diesem Donnerstagmittag. Nur langsam geht es voran. Dann sieht er dutzende blau-silberne Polizeikastenwagen und immer mehr Polizisten in Warnwesten. Einer von ihnen winkt ihn heraus. Obwohl der Mann im ausgeblichenen Dynamo-Shirt jetzt noch länger warten muss, reagiert er gelassen auf die große Drogenkontrolle. "Ich finde es wichtig, dass solche Kontrollen durchgeführt werden", sagt der 44-jährige Dresdner. "Wenn man nichts zu verheimlichen hat, kann man hier ganz beruhigt anhalten." Ganz ohne Grund haben die Beamten sich den 44-Jährigen allerdings nicht herausgewunken – seine Tochter sitzt ohne Kindersitz auf dem Beifahrersitz. Der 44-Jährige rechtfertigt sich: Der Kindersitz liege im Auto seiner Frau und er musste wegen eines Notfalls ins Krankenhaus. "Kommt nie wieder vor", verspricht der Dresdner. Die Beamten lassen ihn weiterfahren: mit einer Jacke unter dem Sitz des Mädchens und einer Verwarnung. "Natürlich hätte ich mich bockig stellen können und darauf bestehen, dass er nur mit Kindersitz weiterfahren darf", sagt ein Polizist, der auf Drogendelikte im Straßenverkehr spezialisiert ist, nach der Kontrolle. Allerdings ginge es ihm nicht darum, eine Strafe einzukassieren. Der 43-Jährige ist seit 15 Jahren bei der Polizei. An einem Tag wie diesem ist der Mann im Dynamo-Shirt "Beifang". 70 Polizisten kontrollieren hier Fahrzeug um Fahrzeug – auf der Suche nach Menschen, die nicht fahrtüchtig sind. "Es passiert öfter, dass wir ein Auto herauswinken, weil der TÜV abgelaufen ist – und dann finden wir noch viel mehr." Ohne TÜV, ohne Führerschein und mit positivem Drogentest Wie zum Beweis winken die Polizisten nur wenige Minuten später einen schwarzen Kleinwagen heraus. Wegen einer abgelaufenen TÜV-Plakette. Schnell stellt sich heraus: Der Fahrer hat auch keinen Führerschein. Im Laufe des Gesprächs wird er zugeben, dass er vor vier Tagen gekokst hat. Was passiert, wenn berauschte Fahrer am Steuer sitzen, zeigte sich in der Nacht zu Mittwoch. Ein Range Rover fuhr viel zu schnell über die Bautzner Straße. Als eine Polizeistreife den Fahrer stoppen wollte, gab dieser noch einmal Gas. Auf der Flucht durch die Neustadt rammte er mehrere Autos und raste so schnell gegen einen VW-Transporter, dass dieser umkippte. Unfallstatistik 2025: Weniger Drogenfahrten in Dresden Dieser besonders drastische Fall ist einer von vielen. Die Dresdner Verkehrsunfallstatistik für 2025 zählt 224 Unfälle, bei denen Fahrer unter Alkohol oder anderen Drogen am Steuer saßen. Zwar sind das deutlich weniger als 2024 mit 260 und auch weniger als 2023 mit 240 Fällen. Doch sachsenweit beobachtet die Polizei das Gegenteil. "Die landesweite Entwicklung bei Verkehrsunfällen unter Drogeneinfluss zeigt eine steigende Tendenz", warnt Polizeipräsident Lutz Rodig. Wenn der Schnelltest versagt Vor allem gehe es der Polizei darum, die Dunkelziffer zu senken, stellt Polizeihauptkommissar Jürgen Jacobs bei der Großkontrolle am Donnerstag klar: "Von der heutigen Kontrolle soll das Signal ausgehen, dass in Dresden nun qualifizierter kontrolliert wird." Gesucht wird nach allem, was die Fahrweise beeinträchtigen könnte. Sogar ältere Fahrer mit nachlassender Sehkraft oder unter Medikamenteneinfluss werden herausgefischt. Bei ihrer Arbeit setzen die Polizisten auf bewährte Tests: Mit einer Taschenlampe prüfen sie die Pupillenreaktion, lassen Autofahrer auf einem Bein stehen oder auf einer geraden Linie laufen. Wer scheitert, muss mit einem Urintest rechnen – der überwiegende Teil macht freiwillig mit. Getestet wird auf Amphetamine, Kokain, Methamphetamin, Opiate wie Heroin und Cannabis. "Im Grunde reichen bereits fünf, sechs Tropfen Urin", erklärt ein Beamter an der Teststation. Für Autofahrer, die gerade keinen Harn lassen können, hat die Polizei Speicheltests dabei. Als letztes und präzisestes Mittel bleibt der Bluttest. Dieser erkennt auch Medikamente, an denen Schnelltests scheitern. Bis zur Blutabnahme vergeht allerdings Zeit: Bei dem Mann ohne Führerschein und TÜV dauert es eine gute Stunde, bis die Nadel sitzt. Ob er tatsächlich Kokain im Blut hat, erfahren die Ermittler erst in einigen Tagen. Bei der Suche nach Medikamenten kann es sogar bis zu sechs Wochen dauern.