Yugo kehrt zurück: Neues Modell soll ab 12.000 Euro kosten
Die jugoslawische Marke Yugo soll als billiger Kleinwagen wiederbelebt werden. Auf einer Automobilkonferenz in Belgrad wurden nun erste Details zu Preis und Antrieb enthüllt. Er galt als der schlechteste Neuwagen der Welt. Jetzt kommt der legendäre Yugo zurück – als Hybrid für 12.000 Euro, der ganz ohne Steckdose auskommt. Hinter dem Projekt steht der serbische Unternehmer und Universitätsprofessor Aleksandar Bjelić. Nachdem er 2025 in München ein erstes Designmodell gezeigt hatte, präsentierte er auf der SEE Automotive Conference in Belgrad die nächsten Konzeptstufen. Das Ziel ist ein bezahlbares Auto für den Alltag, das sich gezielt gegen den teuren Elektro-Trend der etablierten Konkurrenz stellt. Gegenbewegung zum Elektro-Trend Da die Ladeinfrastruktur auf dem Balkan und in weiten Teilen Osteuropas laut Bjelić noch nicht ausreicht, setzt Yugo auf einen Hybridantrieb mit Range-Extender-Technik . Ein Verbrennungsmotor dient dabei als Generator, der den Strom für den Elektroantrieb direkt an Bord erzeugt. Das System kommt ohne externe Ladefunktion aus, unterstützt verschiedene Kraftstoffe und soll im Idealfall nur 2,2 Liter Treibstoff auf 100 Kilometer verbrauchen. Der geplante Einstiegspreis von rund 12.000 Euro ist eine Kampfansage – und liegt deutlich unter den 2025 geschätzten 20.000 Euro. Vorgesehen ist zunächst ein kompakter Dreitürer mit sportlicher Ausrichtung. Später soll die Plattform eine ganze Modellfamilie tragen, darunter Fünftürer, Lieferwagen und ein Cabriolet. Frühere Planungen hatten zudem reine Benziner zwischen 80 und 130 PS vorgesehen. Große Pläne und offene Fragen Um die Kosten niedrig zu halten, ist das Projekt auf bewährte Großserientechnik angewiesen. In der Branche halten sich Berichte über Gespräche mit Großkonzernen wie Stellantis oder der Renault-Gruppe mit ihrer Tochter Dacia. Sogar in China verfolgt man die Pläne aufmerksam. Der Zeitplan ist ehrgeizig: 2027 soll ein fahrbereiter Prototyp enthüllt werden, die Serienproduktion soll 2028 oder 2029 starten. Um den Ruf der Unzuverlässigkeit abzustreifen, plant Bjelić vorab eine Fernfahrt: Fünf klassische Yugo-Modelle sollen die Strecke vom serbischen Kragujevac bis zum Kilimandscharo in Tansania zurücklegen. Die Fahrt lehnt sich an eine Expedition aus dem Jahr 1975 an und soll beweisen, dass die Marke extremen Belastungen standhält, während die Techniker der neuen Generation den letzten Schliff geben. Vom Spottobjekt zum Massenauto Die Skepsis in der Autowelt ist groß. Und das liegt an der Geschichte der Marke. Der historische Yugo war ein Exportschlager aus dem Osten und wurde im Westen zum Ziel von Spott. Technisch basierte er auf dem Fiat 127, war jedoch kantiger, schlechter verarbeitet und unzuverlässiger. Mitte der 1980er-Jahre schaffte es der für unter 4.000 Dollar erhältliche Kleinwagen sogar in die USA . Kritiker nannten ihn bald den "schlechtesten Neuwagen der Welt". Nach der Produktion von über 700.000 Exemplaren wurde er im Jahr 2008 vom Markt genommen. Ob aus den neuen Ankündigungen tatsächlich ein fahrbares Serienmodell für 12.000 Euro entsteht, müssen die kommenden Jahre zeigen. Eines dürfte den Entwicklern immerhin Mut machen: Schlechter als sein Ruf aus den Achtzigern kann der neue Yugo gar nicht werden.
