Benzin & Diesel tanken in Polen, Tschechien, Österreich, Frankreich: Preise
Tanken im Ausland ist oft deutlich günstiger, doch Urlauber sollten sich nicht zu früh freuen. Denn ein Urlaubsland schließt Fahrer mit deutschem Kennzeichen an der Zapfsäule systematisch aus. Wer mit dem Auto in östlicher oder südöstlicher Richtung unterwegs ist, kann hinter der Grenze meist billiger tanken als zu Hause. Wie Daten der EU-Kommission zeigen, bleiben die Kraftstoffpreise in diesen Regionen trotz des Iran-Kriegs weiterhin deutlich unter dem deutschen Niveau. Preisdeckel in Polen, Tschechien und Kroatien Polen gehört für deutsche Autofahrer zu den Ländern mit den günstigsten Spritpreisen. Die Regierung senkte Ende März die Mehrwertsteuer auf Benzin und Diesel von 23 auf acht Prozent und legt seither täglich einen Höchstpreis fest. Beide Maßnahmen gelten nur noch bis zum kommenden Sonntag, eine Verlängerung hält der ADAC aber für wahrscheinlich. Spritbetrug in Polen: Diese Tankstellen sollten Sie meiden Auch Tschechien und Kroatien haben Preisobergrenzen eingeführt. Tschechien aktualisiert seine Höchstpreise täglich. Das senkt besonders in Prag und an Autobahnen die Kosten, wo sonst die höchsten Preise fällig werden. Kroatien begrenzt die Preise für Benzin, Diesel und Flüssiggas. Sogenannte Premiumkraftstoffe und Benzin mit höherer Oktanzahl bleiben davon jedoch ausgeschlossen. Steuerrabatte in Österreich und Italien In Österreich ist Sprit wegen der niedrigeren Mineralölsteuer generell günstiger als in Deutschland. Zusätzlich senkte die Regierung die Mineralölsteuer: im April um fünf Cent je Liter und im Mai noch einmal um zwei Cent. Am Dienstag kostete der Liter Diesel dort 1,90 Euro, Super E10 lag bei 1,80 Euro. Italien hat seinen Tankrabatt zum vierten Mal verlängert, allerdings mit Abstrichen. So beträgt die Senkung der Verbrauchsteuer bei Diesel nur noch rund zehn Cent je Liter, bei Benzin bleiben es fünf Cent. Die Regelung gilt vorerst bis zum 6. Juni. Preisfallen für Ausländer und freiwillige Deckel Nicht überall profitieren Reisende von staatlichen Preisbremsen. In Ungarn gelten die Kraftstoff-Obergrenzen beispielsweise nicht für Fahrer mit ausländischem Kennzeichen. Sie zahlen den vollen Marktpreis. Frankreich verzichtet auf einen gesetzlichen Preisdeckel. Der Energiekonzern Total begrenzt an seinen 3.300 Tankstellen im Land den Benzinpreis auf 1,99 Euro und den Dieselpreis auf 2,25 Euro je Liter – nach eigenen Angaben so lange, bis der Iran-Krieg beendet ist. Steuern machen den Unterschied Nach 42 Jahren: Ein echter Autoklassiker kehrt zurück Niedrigere Steuern und Abgaben machen den Kraftstoff in vielen Ländern günstiger. Diese Länder erheben dafür in der Regel andere Abgaben, etwa Zulassungssteuern, die es in Deutschland nicht gibt. Grundsätzlich günstiger als in Deutschland ist das Tanken in Polen, Slowenien und Kroatien. Teurer ist es in den Niederlanden, Dänemark und häufig auch in der Schweiz. Das gilt unabhängig von aktuellen Konflikten. Lange Umwege allein zum Tanken lohnen sich laut ADAC selten. Der Verbrauch für die Extrakilometer und der Zeitaufwand fressen die Ersparnis meist auf. Wer aber ohnehin in einem günstigeren Land unterwegs ist, sollte dort tanken. Für Reservekanister gilt: Bis zu 20 Liter dürfen zollfrei nach Deutschland eingeführt werden. Der deutsche Zoll führt verstärkt Stichprobenkontrollen durch, vor allem in den Grenzgebieten Brandenburgs, Sachsens und Bayerns.
