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Fall Fabian Prozess aktuell: Blutspuren belasten Gina H. – Auto ausgewertet

Mehrere Gutachter sagen in dem Prozess im Fall Fabian aus. Es gibt Neuigkeiten zu einer vielversprechenden Blutspur, aber auch neue Unklarheiten. Im Mordfall Fabian haben am siebten Prozesstag vor dem Landgericht Rostock mehrere Sachverständige ausgesagt. Unter anderem beschäftigte sich das Gericht gezielt mit der Auffindesituation des Leichnams des Jungen. Dazu wurden auch schwer zu ertragende Fotos gezeigt, weshalb Fabians Mutter – anders als sonst – dem Prozess fernblieb. Der achtjährige Fabian war am 10. Oktober mit sechs Messerstichen getötet worden, seine Leiche wurde anschließend in Brand gesetzt. Unter Mordverdacht steht Gina H., die Partnerin von Fabians Vater. "Schwer zu ertragen": Mordfall Fabian – Richter spricht Warnung aus "Sagt bitte nicht, dass das Feuer das Kind war": Zeugin spricht über Feuer im Mordfall Fabian Mehrere Aussagen von Gutachtern belasteten Gina H. dabei, ohne dass der entscheidende Beweis dabei war. So wies ein Sachverständiger für ein Textilgutachten darauf hin, dass unter dem rechten Daumennagel des Kindes eine lila-blau eingefärbte Baumwollfaser festgestellt worden sei, bei der es Übereinstimmungen zu einem Pullover der Tatverdächtigen gebe. Zudem sei an einem Textil-Ärmelbündchen des Opfers eine grau-grünliche Polyesterfaser gefunden worden, die von einer Reiterhose der Angeklagten stammen könne. Der Experte machte aber klar, dass eine Bewertung der Funde sehr schwierig und kaum möglich sei. Es könne etwa nicht gesagt werden, wie es zu einer Spurenübertragung gekommen sei. Fall Fabian: Blutspuren des Jungen im Auto entdeckt Eine große Rolle spielte auch eine an einer Küchenrolle im orangefarbenen Ford der 30 Jahre alten Angeklagten entdeckte Blutspur. "Aus gutachterlicher Sicht besteht kein begründeter Zweifel, dass die nachgewiesenen DNA-Merkmale mit denen des Geschädigten übereinstimmen", sagte die Sachverständige laut "Stern" und "Bild"-Zeitung. Allerdings: Wie alt die Blutspur war, habe man nicht herausfinden können. Gina H. hatte regelmäßig mit Fabian Kontakt, zuletzt im Sommer. Auch DNA von Fabian wurde der Gutachterin zufolge im Auto gefunden. Die Expertin betonte, DNA könne sich über längere Zeiträume halten. Andere Ergebnisse der Gutachter waren weniger eindeutig: So ergab die Auswertung der SIM-Karte des Handys von Gina H., dass sich ihr Handy am Tattag weder am Wohnort Fabians in Güstrow noch am Tatort in Klein Upahl eingeloggt hatte. Das Smartphone sei in der Zeit entweder ausgeschaltet oder in den Flugmodus gesetzt worden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Gina H. den Achtjährigen gegen 10.43 Uhr zu Hause in Güstrow abholte und mit ihrem Ford nach Klein Upahl brachte, um ihn dort umzubringen. Eine Videokamera erfasste den orangefarbenen Wagen in dem Zeitraum. Gina H. schaltete ihr Handy nach den bisherigen Ermittlungen um 11.22 Uhr ab und aktivierte es erst gegen 12.43 Uhr wieder. Warum es sich zuvor nicht in Güstrow einloggte, blieb unklar. Protokolliert werden konnten hingegen Funkzellen-Verbindungen an Gina H.s Wohnort in Reimershagen sowie an einer Zufahrtsstrecke zum Fundort der Leiche. Der ermittelnde Polizeikommissar sagte vor Gericht laut "Bild"-Zeitung, die Daten seien "extrem lückenhaft". Gina H.: Daten des Autos reißen plötzlich ab Noch rätselhafter waren Schilderungen eines Gutachters, der die Fahrzeugdaten des orangefarbenen Fords der Angeklagten ausgewertet hat. Ihm zufolge seien zwischen dem 3. September und dem 13. Oktober – also bis wenige Tage nach dem Tod des Jungen – keinerlei Bewegungsdaten mehr verfügbar. "Es ist sehr komisch, denn die Daten sind abrupt ab dem 13. Oktober wieder vorhanden", sagte der Experte laut "Stern". Warum die Daten fehlen, könne er sich nicht erklären. Ein händisches Löschen halte er für "nahezu ausgeschlossen". Möglich sei aber, dass das System die Daten selbst überschrieben haben könnte. Eine gezielte Störung, etwa durch einen sogenannten Jammer, wollte der Sachverständige nicht endgültig ausschließen. Der Prozess im Mordfall Fabian wird kommende Woche fortgesetzt. Dann sollen weitere Gutachter und Polizeibeamte gehört werden. Für Gina H. gilt bis zu einem rechtskräftigen Urteil die Unschuldsvermutung.