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Unwetter in NRW: Feuerwehr im Großeinsatz – Konzertabbruch in Münster

Eine Unwetterfront hat den Westen Deutschlands erreicht und sorgt dort für Schäden sowie Feuerwehreinsätze. In Münster musste ein Konzert abgebrochen werden. In Teilen von Nordrhein-Westfalen und in Bremen sorgten am Freitagabend Unwetter für Starkregen , heftigen Wind, Schäden und Bahnchaos. Die meisten Einsätze zählten die Beamten in Osnabrück. 100 Einsätze seien im System der Polizeidirektion angelegt worden, sagte ein Sprecher. Davon seien mehr als Dreiviertel wegen Bäumen, die auf Straßen gestürzt seien. In Garrel im Kreis Cloppenburg musste zudem ein Zeltlager abgebrochen und evakuiert werden. Die 36 Kinder seien von ihren Eltern abgeholt worden. Besonders betroffen war am Abend Münster : Die Feuerwehr rückte zu Hunderten Einsätzen aus. "Wir haben Vollalarm hier", sagte ein Sprecher der Feuerwehr der Deutschen Presse-Agentur. Zahlreiche Keller liefen voll, außerdem blockierten umgestürzte Bäume einige Straßen. Konzert von DJ abgebrochen Ein Open-Air-Konzert des bekannten deutschen DJs "BUNT." nahe der Halle Münsterland musste abgebrochen werden. Zwei Ruderer wurden aus der Werse gerettet. "Sie waren von dem Unwetter überrascht worden und hielten sich in Ufernähe an einem Baum fest", teilte die Feuerwehr mit. Über dem Bereich eines Klimacamps in Dortmund zog ein schweres Gewitter auf. Zum Schutz der Teilnehmenden stellten die Feuerwehr und die Stadt Hamm nach Angaben der Dortmunder Polizei einen Bustransfer zu einer Turnhalle für die Aktivisten zur Verfügung. Auch im Kreis Borken und im Kreis Steinfurt wurden die Feuerwehren vielfach alarmiert. Dort sorgten vor allem überflutete Keller und umgestürzte Bäume für Einsätze. Schwerpunkte lagen laut WDR in Rheine , Neuenkirchen und Emsdetten. In Solingen wurde das Dürpelfest zeitweilig geräumt. Die Veranstalter rechneten mit Sturmböen von bis zu 90 Kilometern pro Stunde. Am Abend konnte die Veranstaltung fortgesetzt werden. 350 Einsatzkräfte im Kreis Soest unterwegs Bei dem Versuch, eine überflutete Straße zu durchfahren, blieb ein Autofahrer in Witten mit seinem Fahrzeug im Wasser stecken. Er kletterte auf das Fahrzeugdach und wurde dann von der Feuerwehr unverletzt gerettet, wie diese mitteilte. Die Einsatzkräfte waren wegen des Gewitters, aber auch wegen abgeknickter Bäume und Wasser auf Fahrbahnen und in Gebäuden, unterwegs. Auch im Kreis Warendorf stürzten Bäume um und Keller liefen voll. In der Stadt Warendorf gebe es aktuell rund 20 Einsätze, unter anderem sei ein Blitz in ein ländliches Anwesen eingeschlagen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Es würden aber mehr Einsätze erwartet. Die Leitstelle für den Kreis Warendorf laufe vor Notrufen über. Im Kreis Soest waren am Abend nach Angaben der Feuerwehr rund 350 Einsatzkräfte unterwegs. Der Schwerpunkt lag dabei im nördlichen Kreisgebiet, insbesondere in der Stadt Lippstadt mit rund 50 unwetterbedingten Einsätzen. Die Bahnlinien Soest-Dortmund, Soest-Hamm und Soest-Lippstadt waren unwetterbedingt gesperrt. Eine Einsatzkraft wurde an der Hand verletzt. In der Hansestadt Bremen rückten die Einsatzkräfte insgesamt 26-mal aus. Auch hier seien überwiegend umgestürzte Bäume oder herumfliegende Baustellenbarken der Grund gewesen. In einem Fall sei ein Ast auf ein Auto gefallen. Zum Glück habe niemand in dem Wagen gesessen, sagte ein Polizeisprecher. Mehrere Einsätze meldete auch die Polizeidirektion in Hannover , ohne genaue Zahlen zu nennen. In der Direktion in Braunschweig sprach ein Sprecher von vereinzelten Einsätzen zu Beginn des Unwetters für den eigenen Zuständigkeitsbereich. Bahnverkehr stark eingeschränkt Das Unwetter wirkt sich zudem auf den Bahnverkehr aus. Nach Angaben der Deutschen Bahn kommt es unter anderem auf Fernverkehrsstrecken von Münster Richtung Bremen, zwischen Osnabrück und den Niederlanden sowie vom Ruhrgebiet nach Hannover zu Einschränkungen. Züge bleiben aus Sicherheitsgründen an Bahnhöfen stehen, bis die Gewitterfront durchgezogen ist. Nahe Bielefeld-Brackwede musste ein voll besetzter Flixtrain zeitweise auf freier Strecke anhalten. Der Zug war von Berlin nach Köln unterwegs. Grund war ein umgestürzter Baum, der die Weiterfahrt blockierte. Später durfte der Zug zumindest bis zum Bahnhof Brackwede weiterfahren. Auch der Regionalverkehr ist betroffen: Die Bahnstrecke zwischen Hamm und Minden ist für Regionalzüge gesperrt. Auch der Samstag könnte in weiten Teilen Deutschlands schwül-warm und gewittrig werden. Von der Eifel über Hessen bis zum Bayerischen Wald im Südosten sind nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) einzelne Gewitter mit Starkregen und Hagel möglich. Lokal könnten dann bis zu 30 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Die Hagelkörner können größer als zwei Zentimeter und damit so groß etwa wie eine Ein-Euro-Münze werden.