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Elon Musk bringt SpaceX an die Börse – das müssen Anleger wissen

SpaceX will an die Börse und verspricht nichts Geringeres als die Zukunft. Für Anleger könnte das die nächste Tesla-Story werden – oder eine gefährliche Spekulation. Der Countdown läuft: Laut aktuellen Berichten peilt das Weltraumunternehmen von Elon Musk Mitte Juni seinen Börsengang an – mit einem Volumen von rund 75 bis 80 Milliarden US-Dollar und einer möglichen Bewertung von bis zu 1,8 Billionen Dollar. Damit würde SpaceX den bisherigen Rekordhalter Saudi Aramco deutlich übertreffen. Der saudische Ölkonzern ging 2019 mit einer Bewertung von rund 1,7 Billionen Dollar an die Börse. SpaceX wäre damit das erste US-Unternehmen, das schon am ersten Handelstag im exklusiven Kreis der Billionen-Konzerne neben Apple , Microsoft oder Nvidia mitspielt. Doch wie können sich Anlegerinnen und Anleger auf den Börsengang vorbereiten – und worauf sollten sie vor einem Einstieg unbedingt achten? SpaceX eröffnet Anlegern eine neue Anlageklasse Der Börsengang von SpaceX ist kein gewöhnlicher. Bislang konnten Anleger an der Börse vor allem in klassische Branchen investieren – etwa Software, Autos, Pharma oder Technologieunternehmen. SpaceX öffnet nun das Tor zu einer völlig neuen Anlageklasse: kommerzielle Weltraum-Infrastruktur. Für Fondsmanager und Privatanlegerinnen und Anleger ist es die erste echte Möglichkeit, direkt in globale Satellitennetze, Raumfahrtlogistik und die wirtschaftliche Nutzung des Alls zu investieren. Der Handelsstart der SpaceX-Aktie an der US-Technologiebörse Nasdaq ist derzeit für den 12. Juni 2026 geplant. Der Zeitplan sieht bislang so aus: Am 4. Juni startet die offizielle Roadshow für Großinvestoren. Dabei wirbt das Unternehmen bei institutionellen Anlegern für den Kauf der neuen Aktien. Am 11. Juni soll der finale Ausgabepreis festgelegt werden. Dieser Preis bestimmt, zu welchem Kurs Anleger die Aktie erstmals kaufen können. Am 12. Juni soll die Aktie unter dem Kürzel "SPCX" erstmals regulär an der Nasdaq gehandelt werden. Wichtig: Der Zeitplan gilt bislang nur als vorläufig und kann sich noch ändern. Musk will 75 Milliarden Dollar einsammeln SpaceX will beim Börsengang bis zu 75 Milliarden US-Dollar frisches Kapital einsammeln. Dafür verkauft das Unternehmen lediglich rund 3,75 bis 4,3 Prozent der gesamten Firmenanteile an neue Aktionäre. Der Großteil bleibt im Besitz der bisherigen Eigentümer rund um Elon Musk. Bemerkenswert ist vor allem die geplante Beteiligung von Privatanlegern. Während Kleinanleger bei klassischen Börsengängen oft nur einen kleinen Teil der Aktien erhalten, reserviert SpaceX rund 30 Prozent der angebotenen Aktien für private Investoren. Das entspricht Aktien im Wert von etwa 22,5 Milliarden Dollar. Musk verfolgt damit offenbar ein ähnliches Ziel wie einst bei Tesla : eine große und loyale Gemeinschaft aus Privatanlegern und Fans aufzubauen. Warum Elon Musk trotzdem die Macht behält Obwohl SpaceX an die Börse geht, bleibt Elon Musk weiterhin der dominierende Entscheider im Unternehmen. Die Milliarden aus dem Börsengang fließen direkt an SpaceX – Musk selbst kauft keine zusätzlichen Aktien. Möglich macht seine Kontrolle ein sogenanntes Dual-Class-Aktiensystem. Die öffentlich gehandelten Aktien besitzen jeweils nur eine Stimme. Musk hält dagegen spezielle Klasse-B-Aktien mit zehnfachen Stimmrechten. Dadurch kontrolliert er trotz eines geringeren wirtschaftlichen Anteils weiterhin mehr als 75 Prozent der Stimmrechte. Strategische Entscheidungen kann Musk damit auch künftig praktisch allein treffen – ohne Widerstand von Groß- oder Privatanlegern. Genau darin sehen Kritiker ein Risiko: Anleger bleiben stark von Musks Entscheidungen und Kurswechseln abhängig. Dafür braucht SpaceX die Milliarden Mit dem offiziellen Börsenprospekt wurde auch die finanzielle Lage des Unternehmens sichtbar. SpaceX meldete für 2025 einen Nettoverlust von 4,9 Milliarden Dollar. Im ersten Quartal 2026 kamen weitere 4,3 Milliarden Dollar hinzu. Die Verluste entstanden jedoch nicht durch ein schwaches Kerngeschäft, sondern vor allem durch enorme Investitionen in neue Technologien und Infrastruktur. Das frische Kapital aus dem Börsengang soll deshalb vor allem Wachstum finanzieren. Ein Schwerpunkt liegt auf KI-Rechenzentren im All. Nach der Fusion mit Musks KI-Firma xAI baut SpaceX unter der Marke "SpaceXAI" eine Infrastruktur für Künstliche Intelligenz im Orbit auf. Server im Weltraum könnten Sonnenenergie nutzen und sich im kalten Vakuum effizienter kühlen lassen. Hinzu kommt der Ausbau von Starlink . Das Satelliten-Internet zählt bereits mehr als 10 Millionen Kunden weltweit und gilt als wichtigste Einnahmequelle von SpaceX. Weil das Unternehmen stark in günstigere internationale Märkte expandiert, sinkt jedoch der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer. Deshalb investiert SpaceX Milliarden in neue Satellitengenerationen. Auch die Entwicklung der Mega-Rakete "Starship" verschlingt enorme Summen. Allein 2025 investierte SpaceX rund 3 Milliarden Dollar in das Raketenprogramm und neue Startrampen. Ab der zweiten Jahreshälfte 2026 soll "Starship" regulär Satelliten ins All transportieren. Was Anleger über Preis und Bewertung wissen müssen Den endgültigen Ausgabepreis der Aktie legen die beteiligten Investmentbanken – darunter Goldman Sachs – erst am Abend des 11. Juni nach Abschluss der sogenannten Bookbuilding-Phase fest. In dieser Phase sammeln Banken Kaufaufträge von Investoren ein, um den endgültigen Preis zu bestimmen. Damit die Aktie für Privatanleger optisch günstiger wirkt, führte SpaceX bereits Anfang Mai einen 5-zu-1-Aktiensplit durch. Dabei wurde eine bestehende Aktie in fünf kleinere Aktien aufgeteilt. Der Gesamtwert des Unternehmens veränderte sich dadurch nicht, der Einzelpreis je Aktie sinkt aber deutlich. Auf privaten Handelsplattformen notierte die SpaceX-Aktie vor dem Split zuletzt bei rund 400 bis 650 Dollar. Wie viel eine SpaceX-Aktie zum Börsenstart kosten wird, ist noch unklar. Berechnungen zufolge könnte der Preis je nach Stückelung zwischen 120 Dollar und 450 Dollar je Aktie liegen. Unabhängig vom späteren Einzelpreis strebt SpaceX beim Börsengang eine Marktkapitalisierung von 1,75 bis 2 Billionen Dollar an. Eine riskante Wette auf die Zukunft Elon Musk hat mit Tesla bereits gezeigt, dass er Unternehmen aus der Krise zu Billionen-Bewertungen führen kann. Viele Anleger dürften sich deshalb fragen, ob SpaceX die nächste große Erfolgsstory werden könnte. Experten mahnen jedoch zur Vorsicht. Wer in SpaceX investiert, kauft kein stabiles, hochprofitables Unternehmen, sondern beteiligt sich an einer extrem kapitalintensiven Zukunftswette auf Künstliche Intelligenz, Satelliten-Internet und globale Weltraum-Infrastruktur. Analysten sehen dennoch große Chancen. Besonders der technologische Vorsprung gilt als zentrale Stärke. SpaceX transportiert seine Satelliten mit eigenen wiederverwendbaren Falcon-9-Raketen ins All und kann dadurch günstiger arbeiten als viele Konkurrenten. Hinzu kommt: Starlink ist bereits weltweit im Einsatz und anderen Anbietern technologisch voraus. Genau darin sehen viele Investoren den möglichen Grundstein für eine künftig dominierende globale Kommunikationsinfrastruktur.