Uber: München soll Start-Stadt für Robotaxis werden
Robotaxis auf dem Mittleren Ring: Das ist der Plan von Uber. Geplant ist ein Testbetrieb in München, doch noch fehlen wichtige Genehmigungen. Andere Unternehmen kämpfen derweil mit Problemen. Uber und das israelische KI-Unternehmen Autobrains wollen in München eine Flotte fahrerloser Taxis aufbauen. Das kündigten beide Unternehmen am Montag (1. Juni) auf der Technologiekonferenz GTC in Taipei an. Dafür hätte man eine Partnerschaft abgeschlossen, um einen Testbetrieb in München aufzubauen. München bezeichnen Uber und Autobrains als ihre weltweite "Launch-City". Die Wahl kam nicht ohne Grund: viel Verkehr, dichte Infrastruktur und die Präsenz deutscher Autobauer. Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland seien ausschlaggebend gewesen. Vor dem Start fehlen allerdings Genehmigungen. Robotaxis in München: Offene Fragen zum Testbetrieb Das Projekt soll nach Angaben der Unternehmen technologisch auf der Rechenplattform des Chipherstellers Nvidia basieren. Geplant ist ein sogenanntes offenes Modell, das in die Serienfahrzeuge verschiedener Hersteller eingebaut werden könnte. Genannt wurden Audi, BMW, Mercedes und Volkswagen. Uber und Autobrain gaben außerdem bekannt, dass sich die Flotte auf Fahrzeuge beschränken soll, die keinerlei Fahraufmerksamkeit benötigen. Für den Testbetrieb soll ein Bereich festgelegt werden, innerhalb dessen die Fahrzeuge fahren – zum Beispiel auf bestimmten Abschnitten des Mittleren Rings. Konkretere Informationen gibt es dazu noch nicht. Konkurrenz im Ausland kämpft mit Verkehrschaos In anderen Ländern wie China oder den USA ist die Konkurrenz schon weiter: Dort gibt es bereits Städte, in denen auf festgelegten Gebieten autonome Fahrzeuge unterwegs sind. Diese können für Fahrten von Passagieren gebucht werden. In den USA ist etwa die Google-Tochter Waymo in mehreren Metropolen aktiv, darunter San Francisco, Phoenix, Atlanta, Austin oder Nashville. Passagiere können, ähnlich wie schon bei den Apps Uber und Bolt, die Fahrten vermitteln, eine Fahrt von einem Ort zum anderen buchen – vorausgesetzt, die Strecke befindet sich im festgelegten Gebiet. Doch je mehr der Betrieb ausgeweitet wird, desto mehr Zwischenfälle häufen sich: So treten immer häufiger Fälle auf, in denen Passagiere in den Autos festsitzen, weil ihre Navigationssysteme von Baustellen verwirrt sind. Hinzu kommen Fälle blockierter Straßen, weil mehrere Waymo-Fahrzeuge sich im Leerlauf befanden und Anwohner nicht vorbeiließen. Ein besonders gefährlicher Zwischenfall ereignete sich nach einer Schießerei Anfang März im texanischen Austin: Ein Waymo-Fahrzeug, das inmitten mehrerer Polizeiautos ein Wendemanöver unternehmen wollte, blockierte dabei einen Krankenwagen auf dem Weg zum Tatort. Dieser konnte erst weiterfahren, nachdem ein Polizist das Robotaxi manuell zur Seite gefahren hatte.
