Köln: Lukas Podolski kritisiert die aktuelle Nationalmannschaft
Podolski vermisst bei der Nationalmannschaft etwas Entscheidendes. Was er über 2006 sagt, macht den Unterschied zur heutigen Generation schmerzhaft deutlich. Kurz vor der WM meldet sich FC-Ikone Lukas Podolski mit deutlichen Worten zur aktuellen Nationalmannschaft zu Wort. Dabei zieht er einen ernüchternden Vergleich mit seiner eigenen Generation. Im Interview mit dem "Stern" sagte der 41-jährige Ex-Nationalspieler: "Heutzutage hat man schon mal das Gefühl, dass manchen Spielern Instagram und schnelle Autos wichtiger sind als ihre Leistung auf dem Platz." Die Welt habe sich verändert, Social Media spiele eine große Rolle und die Selbstdarstellung. "Das gab es 2006 so nicht, da zählte nur der Ball." Podolski vermisst bei Nationalmannschaft echte Charaktere Podolski, der seine aktive Karriere am Ende dieser Saison mit dem Gewinn des polnischen Pokals mit Górnik Zabrze beendet hat , vermisst bei der aktuellen DFB-Auswahl vor allem Charaktere. "Wir hatten Typen", so Podolski. "Da waren Mertesacker, der zwei Meter groß war, Poldi und Schweini haben viel Quatsch gemacht, Oliver Kahn strahlte eine enorme Autorität aus." Solche Persönlichkeiten seien seiner Meinung nach heute rar geworden: "Ich bin der Meinung, dass genau solche Typen heute ein bisschen fehlen." Gleichzeitig schränkt Podolski ein, dass es für ihn schwer zu beurteilen sei, weil er nicht mehr mittendrin stecke. Es sei eine andere Generation – und er würde immer die Mannschaft bevorzugen, die er selbst erlebt habe. WM mit 48 Mannschaften findet Lukas Podolski "zu viel" Den größten Moment seiner Karriere verortet Podolski eindeutig bei der Heim-WM 2006. "Überall waren Deutschlandflaggen zu sehen. Man hat im Land gespürt: Da passiert etwas." Die Stimmung sei unbeschreiblich gewesen, der Zusammenhalt der Menschen so nie wieder spürbar. "Diese Erinnerungen werden mich ein Leben lang begleiten." Zur anstehenden WM mit erstmals 48 statt 32 Mannschaften äußert sich Podolski ebenfalls kritisch: "Ich fand es immer cool mit 32 Mannschaften. Es war schwerer, sich für ein Turnier zu qualifizieren." Die Erweiterung sei zwar schön für kleinere Nationen – "aber vielleicht auch ein bisschen zu viel". Netflix-Dokumentation "Poldi" erschienen Eine Rückkehr in den Fußball als Bundestrainer schließt Podolski nicht kategorisch aus , klingt aber wenig überzeugt: "Ich glaube eher nicht, aber ich würde es auch nicht ausschließen." Parallel zum Ende seiner Karriere ist am 4. Juni – seinem 41. Geburtstag – die Netflix-Dokumentation "Poldi" erschienen , in der er nach eigenen Worten auch persönlichere Seiten von sich zeigt.
