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Zulassungen beim Diesel sinken – für wen sich der Abtrieb dennoch lohnt

Der Marktanteil des Diesels sinkt seit Jahren. Doch aussterben dürfte er so schnell nicht. Warum das so ist – und für wen sich der Antrieb noch lohnen kann. Nur noch jeder achte neu zugelassene Pkw in Deutschland fährt mit Diesel. Im Mai 2026 kamen nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes 30.547 Fahrzeuge mit Selbstzünder neu auf die Straße. Das waren 13 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Der Marktanteil sank auf 12,8 Prozent. Der Diesel verliert damit weiter an Bedeutung. Auch Benziner büßten Marktanteile ein. Gleichzeitig gewinnen Hybrid- und Elektroautos an Bedeutung. Für Käufer stellt sich damit eine naheliegende Frage: Lohnt sich der Diesel überhaupt noch oder ist der Antrieb ein Auslaufmodell? Warum Dieselautos Käufer verlieren Lange galt der Diesel als erste Wahl für Vielfahrer. Wer viele Kilometer zurücklegte, profitierte vom geringeren Verbrauch und den meist niedrigeren Kraftstoffkosten pro Kilometer. Inzwischen hat sich der Markt verändert. Dieselautos konkurrieren heute nicht mehr nur mit dem Benziner. Viele Käufer wechseln zu Hybrid- oder Elektroautos. Laut Kraftfahrtbundesamt lag der Anteil von Elektroautos an den Neuzulassungen zwischen Januar und Mai 2026 bei durchschnittlich 24 Prozent. Plug-in-Hybride kamen auf rund elf Prozent. Zusammen erreichten beide Antriebsarten damit einen deutlich höheren Anteil als der Diesel. Hinzu kommt ein schrumpfendes Angebot. Kleinwagen mit Dieselmotor werden mittlerweile nicht mehr hergestellt – vorrangig aufgrund der Kosten für die Abgasreinigung. Auch in anderen Fahrzeugklassen haben Hersteller die Zahl der verfügbaren Dieselvarianten reduziert, was die Auswahl stark einschränkt. Warum der Diesel trotzdem nicht verschwindet Wer auf die Neuzulassungen blickt, könnte den Eindruck gewinnen, der Diesel stehe kurz vor dem Aus. Ganz so einfach ist es jedoch nicht. In einigen Einsatzbereichen spielt der Selbstzünder weiterhin eine wichtige Rolle. Das gilt etwa für Wohnmobile, große Zugfahrzeuge oder Autos, die regelmäßig schwere Anhänger ziehen. Hier gibt es bislang nur wenige Alternativen, die hohe Reichweiten, viel Zugkraft und kurze Tankstopps miteinander verbinden. Zwar wird mittlerweile das Thema E-Lkw stark vorangetrieben und das Ladenetz ausgebaut; doch der Bestand wird mehrheitlich mit Dieselkraftstoff angetrieben. Auch viele Besitzer von Wohnwagen oder Pferdeanhängern setzen immer noch auf Dieselfahrzeuge, um die Zwischenstopps kurzzuhalten. Hinzu kommt der Verbrauchsvorteil. Häufig liegt der Kraftstoffverbrauch eines Diesels häufig 15 bis 20 Prozent unter dem eines vergleichbaren Benziners. Besonders auf langen Autobahnstrecken kann sich dieser Unterschied bemerkbar machen. Auch die Reichweite bleibt für viele Fahrer ein Argument. Wer regelmäßig mehrere Hundert Kilometer am Stück unterwegs ist, muss weder Ladepausen einplanen noch auf die Verfügbarkeit von Schnellladesäulen achten. Für wen sich ein Diesel noch rechnen kann Experten empfehlen einen Diesel vor allem für Fahrer mit hohen Jahresfahrleistungen. Als Richtwert werden häufig 20.000 bis 25.000 Kilometer pro Jahr genannt. Dazu zählen etwa Pendler mit langen Arbeitswegen, Außendienstmitarbeiter oder Wohnmobilbesitzer. In diesen Fällen kann der geringere Verbrauch die höheren Anschaffungs- und Betriebskosten teilweise ausgleichen. Weniger geeignet ist ein Diesel dagegen für Autofahrer, die überwiegend kurze Strecken fahren. Der Motor erreicht dabei oft nicht seine optimale Betriebstemperatur. Das kann auf Dauer die Abgasreinigung belasten. Unter anderem Dieselpartikelfilter und andere Komponenten der Abgasnachbehandlung arbeiten vor allem dann effizient, wenn das Fahrzeug regelmäßig über längere Strecken bewegt wird. Ob sich ein Diesel tatsächlich rechnet, hängt jedoch vom Einzelfall ab. Neben dem Kraftstoffverbrauch spielen auch Anschaffungspreis, Kfz-Steuer, Versicherung, Wartungskosten und der spätere Wiederverkaufswert eine Rolle. Was gegen den Diesel spricht Dieselmodelle sind häufig teurer als vergleichbare Benziner (2.000 bis 4.000 Euro mehr). Hinzu kommen meist höhere Kfz-Steuern. Außerdem ist die Technik moderner Dieselfahrzeuge aufwendig. Partikelfilter, Abgasnachbehandlung und AdBlue-Systeme helfen dabei, Emissionen zu senken. Sie können im Alter eines Fahrzeugs jedoch zusätzliche Wartungs- oder Reparaturkosten verursachen. Gleichzeitig wächst die Konkurrenz. Vor allem Hybridfahrzeuge decken inzwischen Einsatzbereiche ab, für die früher oft ein Diesel gewählt wurde. Wie lange darf man Diesel noch fahren? Das geplante Verbrenner-Aus der Europäischen Union betrifft nach aktuellem Stand nur Neuwagen. Ab 2035 sollen in der EU grundsätzlich keine neuen Pkw mit klassischen Benzin- oder Dieselmotoren mehr zugelassen werden. Bereits zugelassene Fahrzeuge dürfen weiterhin gefahren und verkauft werden. Wer heute einen Diesel kauft, muss also nicht befürchten, das Auto 2035 stilllegen zu müssen. Offen ist dagegen, wie sich die Betriebskosten langfristig entwickeln. Hintergrund sind Diskussionen über die steuerliche Begünstigung von Dieselkraftstoff: Diesel wird in Deutschland bislang niedriger besteuert als Benzin. Deshalb ist Dieselkraftstoff an der Zapfsäule in der Regel günstiger. Immer wieder wird darüber diskutiert, diese Begünstigung abzuschaffen oder zu verringern. Hinzu kommt die Frage nach der weiteren Entwicklung der CO₂-Bepreisung im Verkehr. Der Diesel ist damit längst kein Selbstläufer mehr. Für viele Autofahrer gibt es inzwischen Alternativen. Dennoch bleibt der Selbstzünder in einigen Bereichen gefragt – und dürfte deshalb noch länger auf deutschen Straßen unterwegs sein.