Ukraine-News aktuell: Militär will Verbindung zur Krim kappen
Die Ukraine greift die Verbindung zur Krim an. Präsident Selenskyj telefonierte nun mit den US-Unterhändlern. Alle Entwicklungen im Newsblog. Dienstag, 9. Juni Ukraine zielt auf Straßenverbindung zur Krim Die ukrainische Armee attackiert weiter eine wichtige Straßenverbindung auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim. Die Brücke von Tschonhar sei die zweite Nacht in Folge durch Drohnenangriffe beschädigt worden, teilte der Chef der russischen Besatzungsverwaltung im Gebiet Cherson, Wladimir Saldo, auf Telegram mit. Die Brücke sei für den Verkehr gesperrt. Saldo riet Autofahrern, auf die längere Straße über Perekop auszuweichen. Die Angriffe auf die Brücke zählen zu einer seit Mai laufenden Operation der Ukrainer, die für Russland militärisch bedeutende Krim abzuriegeln. Die russische Armee nutzt die Halbinsel für Luftangriffe auf ukrainisches Gebiet und zur Versorgung ihrer Einheiten in der Südukraine. Allerdings ist die Krim nur über drei Straßen erreichbar - die Strecken über Perekop und Tschonhar im Norden sowie über die neu gebaute Brücke von Kertsch im Osten. Für Treibstofftransporte per Bahn oder Lastwagen ist die Brücke von Kertsch allerdings zu unsicher. Mehrere Fähren, die von Russland zur Krim kursierten, hat die Ukraine ausgeschaltet. Moskau hat entlang des Asowschen Meeres eine neue Straße zur Versorgung der Krim gebaut. Doch auch dort spüren ukrainische Drohnen mittlerer Reichweite Militär- und Treibstoff-Lkws auf und zerstören sie. Auf der 2014 annektierten Halbinsel, die für Russland zugleich ein wichtiges Feriengebiet ist, musste Treibstoff bereits rationiert werden. Moskauer Gericht bestätigt Haftstrafe gegen Satiriker Tilly Ein Berufungsgericht in Moskau hat die Strafe gegen den wegen seiner Karnevalswagen zu achteinhalb Jahren Haft verurteilten Satiriker Jacques Tilly bestätigt. Richter Wladimir Ussow verlas am Vormittag die Entscheidung des dreiköpfigen Kollegiums darüber, dass die Beschwerde der Verteidigung gegen das Urteil abgewiesen und das Strafmaß bestätigt sei. Pflichtverteidigerin Natalja Dudkina begründete das Revisionsverfahren vor Gericht damit, dass während der Ermittlungen Tillys Schuldfähigkeit nicht durch ein psychiatrisches Gutachten geprüft worden sei. In ihrem Plädoyer Anfang April hatte sie Freispruch für Tilly aus Mangel an Beweisen beantragt. Russland: EU wohl noch lange nicht bereit zu Vermittlung Die Europäische Union ist nach Einschätzung Russlands wahrscheinlich noch lange nicht bereit, als Vermittler eines Friedens mit der Ukraine zu fungieren. Die EU scheine sich eher darauf zu konzentrieren, den Krieg zu verlängern, sagte der Sprecher des russischen Präsidialamtes, Dmitri Peskow, vor der Presse. Er antwortete auf die Frage, ob die EU als Vermittler eingreifen könnte, da die von den USA geführten Verhandlungen auf Eis lägen. "Zunächst einmal ist es wahrscheinlich unlogisch und falsch, Vermittlungsbemühungen damit zu beginnen, Russland bestimmte Bedingungen zu stellen", erklärte Peskow. "Und das ist für uns natürlich inakzeptabel." Russland hat die Ukraine mit 166 Drohnen und zwei Raketen angegriffen Russland hat die Ukraine in der Nacht auf Dienstag nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe mit zwei gelenkten Luft-Boden-Raketen vom Typ X-59/69 sowie 166 Drohnen und Drohnen-Attrappen angegriffen. Zum Einsatz gekommen seien unter anderem Shahed-Drohnen, Gerbera- und Italmas-Drohnen sowie "Parodia"-Attrappen. Die Angriffe seien aus mehreren Regionen Russlands sowie von den besetzten Gebieten in der Ostukraine und auf der Krim gestartet worden. Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, dass bis 8 Uhr morgens 146 feindliche Drohnen abgeschossen oder durch elektronische Kampfführung unschädlich gemacht worden seien. Gleichzeitig seien zwei Raketeneinschläge und Treffer von 17 Angriffsdrohnen an insgesamt 18 Orten registriert worden. An acht weiteren Orten seien Trümmer abgeschossener Drohnen niedergegangen. Russland: Sind mit Belarus notfalls zu Atomwaffeneinsatz bereit Russland und Belarus sind zur "Gewährleistung ihrer Sicherheit" nach russischen Angaben jederzeit bereit, alle verfügbaren Mittel, einschließlich Atomwaffen, einzusetzen. Dies sagte der russische Vize-Außenminister Michail Galusin der Zeitung "Iswestija". Russland unterhalte eine militärische Präsenz in Belarus und beide Länder nähmen regelmäßig gemeinsame Bereitschaftsprüfungen vor, erklärte er weiter. Man bleibe in ständiger Bereitschaft, um die "Sicherheit" des aus beiden Ländern bestehenden Unionsstaates zu gewährleisten. Selenskyj: Gespräch mit US-Gesandten Witkoff und Kushner Kurz nach seinem Treffen mit europäischen Partnern hat Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj nach eigenen Angaben mit den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner über eine Auffrischung der diplomatischen Initiativen für eine Beendigung des Ukraine-Kriegs gesprochen. Er danke Kushner, dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump , und dem Sondergesandten Witkoff für ihre Bereitschaft, in den kommenden Wochen so aktiv wie möglich an einer Wiederbelebung der Diplomatie für ein Ende des russischen Angriffskriegs zu arbeiten. Das schrieb Selenskyj in einem Beitrag in den sozialen Medien. In dem Telefonat, das er bei einem Zwischenstopp am Flughafen Chisinau in der Republik Moldau führte, ging es demnach auch um Perspektiven im Kontext des anstehenden G7-Gipfels in Frankreich und "anderen Ereignissen im Juni". Am Sonntag hatten sich Bundeskanzler Friedrich Merz , Frankreichs Präsident Emmanuel Macron , der britische Premierminister Keir Starmer und Selenskyj in London getroffen und Russland zu einem Waffenstillstand und Verhandlungen aufgerufen. Selenskyj hatte in der vergangenen Woche vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs das lange Warten auf die Anreise von US-Unterhändlern in die Ukraine bedauert. Angekündigt hatte er sie bereits für Mitte April. In dem seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hatten zuletzt die USA vermittelt. Ukraine: Drei Tote bei russischem Angriff auf Region Charkiw Bei einem russischen Angriff auf die Stadt Tschuhujiw in der nordöstlichen ukrainischen Region Charkiw wurden nach Angaben des dortigen Gouverneurs drei Menschen getötet. Rettungskräfte seien im Einsatz, um ein Feuer zu löschen, teilt Oleh Synjehubow über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Montag, 8. Juni Kreml gibt Versorgungsprobleme zu Eine Zunahme von Luftangriffen auf russische Energie- und Treibstoffanlagen beeinträchtigt die Treibstoffversorgung in mehreren südlichen Regionen des Landes. Dies meldet die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf das Energieministerium. Nato-Kampfflugzeuge fangen Drohne über Lettland ab Nato-Kampfjets haben über Lettland eine Drohne abgeschossen, die in den Luftraum des baltischen EU- und Nato-Landes eingedrungen war. Dies teilten die Streitkräfte des an Russland und Belarus grenzenden Landes mit. Nach Armeeangaben soll es sich dabei um ein ausländisches Flugobjekt gehandelt haben, das infolge "russischer elektromagnetischer Kriegsführung" in den lettischen Luftraum eingedrungen war. Nähere Angaben zur Herkunft und Art des Flugkörpers gab es zunächst nicht. Im Nato- und EU-Staat Lettland hatten die Behörden zuvor die Bewohner mehrerer Regionen im Osten des Landes über eine mögliche Bedrohung des Luftraums informiert. In zwei davon wurde die Bevölkerung aufgefordert, Schutz zu suchen. Der Alarm wurde nach dem Abschuss der Drohne aufgehoben. Im Zuge des Ukraine-Krieges hat es bereits mehrere Vorfälle mit Drohnen in Lettland gegeben. Pannen bei der Luftabwehr hatten im Mai zum Rücktritt der Regierung geführt. Ukrainische Armee greift Zug auf der Krim an Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf einen Zug auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim wurde nach russischen Angaben ein Mensch getötet. Der Assistent des Lokführers sei ums Leben gekommen und der Lokführer sei verletzt worden, teilte der von Moskau eingesetzte Gouverneur Sergej Aksjonow auf Telegram mit. Die Passagiere des Zuges, der zwischen Moskau und Simferopol verkehrt, blieben unversehrt. Zudem heulten in der russischen Hafenstadt Noworossijsk am Schwarzen Meer örtlichen Behörden zufolge die Luftalarmsirenen wegen möglicher Drohnenangriffe. Ukraine greift wohl russische Öllager an Nach einem ukrainischen Drohnenangriff brennt offenbar ein russisches Öldepot in der Nähe von Noworossijsk am Schwarzen Meer. Fotos und Videos in den sozialen Netzwerken zeigen dichten schwarzen Rauch, der aus dem Gebit des Öldepots Gruschewaja Balka aufsteigt. Das Depot dient als größte Öllagerstätte im Kaukasus mit einer angegebenen Kapazität von 1,2 Millionen Tonnen Treibstoff, schreibt "Kyiv Independent". Der Zeitung zufolge soll auch ein weiteres Öllager auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim getroffen worden sein. In einem Öllager des Krim-Tankstellenkonzerns Atan sei ein Brand "mittleren Ausmaßes" ausgebrochen. In den vergangenen Wochen kam es auf der besetzten Krim zu Treibstoffknappheit. Ukraine: Fünf Tote bei russischen Angriffen in Region Saporischschja Bei russischen Angriffen auf die südostukrainische Region Saporischschja sind nach Angaben der örtlichen Behörden fünf Menschen getötet worden. Zudem seien 14 Personen verletzt worden, teilt der Gouverneur der Region, Iwan Fedorow, auf dem Kurzmitteilungsdienst Telegram mit. Russland habe das Gebiet mit Luftangriffen und Artillerie beschossen. Dabei seien Infrastruktur, Wohngebäude und Autos beschädigt worden. Gouverneur auf der Krim: Ein Toter bei ukrainischem Drohnenangriff auf Zug Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf einen Zug auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim wurde nach russischen Angaben eine Person getötet. Der Assistent des Lokführers sei ums Leben gekommen, und der Lokführer sei verletzt worden, teilte der von Moskau eingesetzte Gouverneur Sergej Aksjonow auf Telegram mit. Die Passagiere des Zuges, der zwischen Moskau und Simferopol verkehrt, blieben unversehrt. Zudem heulten in der russischen Hafenstadt Noworossijsk am Schwarzen Meer örtlichen Behörden zufolge die Luftalarmsirenen wegen möglicher Drohnenangriffe. Selenskyj bittet Großbritannien um weitere Luftabwehrraketen Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den britischen Premierminister Keir Starmer über den Bedarf an zusätzlichen Raketen für die Luftabwehr seines Landes informiert. Bei einem Gespräch am Sonntag hätten die beiden Politiker zudem ihre Positionen vor den anstehenden Gipfeln der G7 und der Nato sowie vor Treffen der sogenannten Koalition der Willigen abgestimmt, teilte Selenskyj auf der Plattform X mit. Ein weiteres Thema sei der Schutz der ukrainischen Energieinfrastruktur und die Vorbereitung auf den kommenden Winter gewesen. Sonntag, 7. Juni Europäer drängen auf neue Verhandlungen mit Russland Deutschland, Frankreich und Großbritannien wollen die stockenden Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs wieder in Gang bringen. Kanzler Friedrich Merz, Präsident Emmanuel Macron und Premierminister Keir Starmer kamen am Sonntagabend in der Londoner Regierungszentrale Downing Street Nr. 10 zusammen, um über weitere Unterstützung für die Ukraine und die Chancen für Verhandlungen mit Russland zu beraten. Später sollte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hinzukommen. Hier lesen Sie mehr. Ältere Nachrichten zum Krieg in der Ukraine lesen Sie hier .
