Hamburg: Scan-Autos überwachen Falschparker per Kamera – das ist geplant
Hamburg will Falschparker künftig mit Kamerafahrzeugen kontrollieren. In Hamburg-Mitte laufen dafür bereits die ersten Vorbereitungen. Hamburg bereitet die Einführung einer neuen Form der Parkraumüberwachung vor. Im Bezirk Mitte werden derzeit neue Hinweisschilder aufgestellt und Parkscheinautomaten umgerüstet. Künftig sollen sogenannte Scan-Autos Kennzeichen erfassen und automatisch mit digitalen Parkberechtigungen abgleichen. Sichtbar werden die Vorbereitungen bereits in Borgfelde. Dort wurden laut einem Reporter vor Ort am Ausschläger Weg neue Hinweisschilder aufgestellt. Sie weisen auf künftige Videokontrollzonen hin, sind derzeit aber noch mit transparenten Hüllen verdeckt. Zudem werden Parkscheinautomaten technisch angepasst. Dafür wurden unter anderem Tastaturen ausgetauscht und die Geräte neu programmiert. Autofahrer sollen künftig beim Lösen eines Parktickets ihr Kennzeichen eingeben. Die Daten werden an den Landesbetrieb Verkehr (LBV) übermittelt. Dort erfolgt ein automatischer Abgleich mit digital hinterlegten Bewohner- und Besucherparkausweisen sowie Parkscheinen. Kamerawagen erfassen Auto-Kennzeichen Die Kontrolle sollen Fahrzeuge übernehmen, die mit Kameras auf dem Dach ausgestattet sind. Sie erfassen die Kennzeichen geparkter Autos und gleichen sie mit den hinterlegten Daten ab. Wird ein möglicher Verstoß festgestellt, soll weiterhin ein Mitarbeiter des Landesbetriebs Verkehr die Situation vor Ort prüfen und gegebenenfalls ein Knöllchen ausstellen. Nach den bisherigen Planungen sollen insgesamt neun Kamerawagen zum Einsatz kommen. Sie sollen nicht nur Bewohnerparkgebiete kontrollieren. Nach den vorliegenden Informationen könnten die Fahrzeuge auch Falschparker auf Geh- und Radwegen sowie vor Feuerwehrzufahrten erfassen. Pilotbetrieb soll in zwei Gebieten starten Die Einführung der digitalen Parkraumkontrolle hatte der Senat bereits Ende 2025 angekündigt. Vorgesehen ist zunächst ein zwölfmonatiger Pilotbetrieb in zwei Bewohnerparkgebieten. Die Hamburgische Bürgerschaft schuf Anfang dieses Jahres die rechtlichen Voraussetzungen dafür. Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) hatte das Vorhaben damit begründet, die "Zettelwirtschaft beim Parken" zu beenden und Kontrollen effizienter zu gestalten. Bewohnerparkausweise und Parkscheine sollen langfristig digital hinterlegt werden. Weitere Details zum Pilotbetrieb wollen die Verkehrsbehörde und der Landesbetrieb Verkehr am Donnerstag vorstellen. Dann dürfte auch offiziell bekannt werden, in welchen Gebieten die Scan-Autos erstmals eingesetzt werden sollen.
