Hofbrauhaus Wolters aus Braunschweig meldet Insolvenz an
Sinkender Bierabsatz und gestiegene Kosten bringen eine traditionsreiche Brauerei Deutschlands in Bedrängnis. Wolters hat Insolvenz angemeldet – der Betrieb läuft weiter. Das Braunschweiger Hofbrauhaus Wolters hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Als Grund nennt das Traditionsunternehmen anhaltend schwachen Bierabsatz sowie deutlich gestiegene Produktions- und Energiekosten, wie die "Braunschweiger Zeitung" berichtet. Die Ursprünge des Unternehmens gehen bis auf das Jahr 1627 zurück. Das Verfahren soll für eine grundlegende Neuausrichtung genutzt werden. Künftig will sich die Brauerei stärker auf den regionalen Markt konzentrieren und das Sortiment um alkoholfreie Getränke erweitern. Wirtschaftsprüfer Hendrik Mysegades von der Beratungsgesellschaft Eckert Assurance, die die betriebswirtschaftliche Sanierung begleitet, verdeutlicht: "Ziel ist die strategische Sanierung unter uneingeschränkter Fortführung des Geschäftsbetriebes." Die zweite in einer Woche: 700 Jahre alte Brauerei ist insolvent Seit 1852 in Betrieb: Traditionsbrauerei aus Oberschwaben ist insolvent Rechtsanwalt Kimon Kantis von der Kanzlei Eckert Rechtsanwälte, die das Verfahren rechtlich begleitet, beont: "Wolters ist ein traditionsreiches und regional stark verwurzeltes Unternehmen. Ein Eigenverwaltungsverfahren eröffnet dem Unternehmen nun die Chance, den strukturellen Herausforderungen der Branche nachhaltig zu begegnen." Als vorläufiger Sachwalter wurde Rechtsanwalt Torsten Gutmann von der Kanzlei Pluta bestellt. Die Belegschaft wurde bereits über das Verfahren informiert – die Löhne und Gehälter sind laut Unternehmen gesichert. Der Insolvenzantrag fällt in eine schwierige Phase für die gesamte deutsche Brauwirtschaft. Seit der Corona-Pandemie belasten gestiegene Energiepreise, Lieferkettenprobleme und eine zurückhaltende Nachfrage die Branche. Allein 2025 ging der Bierabsatz in Deutschland erneut um sechs Prozent zurück.
