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Ausflug im Sommer: Wilsede – autofreies Idyll in der Heide | Bremen-Tipp

Das kennt man eigentlich nur von den Nordseeinseln: Ein kleines Dorf in Niedersachsen ist mit dem Auto nicht erreichbar. Und dennoch kommen tausende Besucher. Kuriosum in Niedersachsen: Wer nach Wilsede möchte, muss sein Auto stehen lassen. Das Dorf in der Lüneburger Heide ist für Besucher nur zu Fuß, mit dem Fahrrad oder per Pferdekutsche erreichbar. Trotzdem zählt der Ort jedes Jahr Tausende Gäste. Das hat einen farbenfrohen Grund. Wilsede liegt im Herzen des rund 23.000 Hektar großen Naturschutzgebiets Lüneburger Heide. Anders als autofreie Inseln befindet sich der Ort auf dem Festland. Für Besucher gilt dennoch ein Fahrverbot. Wer das Dorf erreichen will, startet meist in Undeloh, Niederhaverbeck oder Oberhaverbeck und legt die letzten Kilometer zu Fuß zurück. Nur wenige Dutzend Menschen leben in Wilsede Dabei handelt es sich nicht um ein Museumsdorf. In Wilsede leben bis heute dauerhaft Menschen. Nach Angaben der Gemeinde umfasst der Ort nur wenige Dutzende Einwohner. Die historischen Höfe mit ihren Reetdächern prägen bis heute das Ortsbild. Besonders voll wird es im Spätsommer. Wenn die Heide blüht, zählt Wilsede zu den bekanntesten Ausflugszielen Norddeutschlands. Dann besuchen an Spitzentagen mehrere Tausend Menschen das Dorf. Insbesondere wegen der malerischen Wanderpfade ist die Region beliebt bei Touristen. Die Lüneburger Heide GmbH beschreibt Wilsede als einen Ort, der "einem lebendigen Museumsdorf" gleiche. Tatsächlich stammen viele Gebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Gleichzeitig wird der Ort weiterhin bewohnt und bewirtschaftet. Blick bis nach Hamburg möglich Dass Wilsede heute noch so aussieht, geht maßgeblich auf den Pastor und Naturschützer Wilhelm Bode zurück. Anfang des 20. Jahrhunderts setzte er sich gegen die geplante Aufforstung und Bebauung der Heide ein. Mit Spendengeldern kaufte er Flächen rund um den heutigen Totengrund auf – ein Schritt, der später zur Gründung des Naturschutzgebiets beitrug. Nur wenige Gehminuten vom Dorf entfernt liegt der Wilseder Berg. Mit 169 Metern gilt er als höchste Erhebung der nordwestdeutschen Tiefebene. Bei klarer Sicht reicht der Blick weit über die Heide. Nach Angaben der Region soll sogar der Hamburger Fernsehturm zu erkennen sein. Von Bremen aus sind es mit dem Auto etwa 90 bis zu den Wanderparkplätzen rund um Wilsede. Die meisten Besucher fahren nach Undeloh, Niederhaverbeck oder Oberhaverbeck und stellen dort ihr Auto ab. Von dort geht es zu Fuß, mit dem Fahrrad oder per Pferdekutsche weiter ins Dorf. Der Fußweg ab Undeloh beträgt rund fünf Kilometer und führt durch die Heidelandschaft. Alternativ ist die Anreise mit Bahn und Bus möglich, etwa über Buchholz in der Nordheide oder Schneverdingen.