Rente, Tankrabatt, Grundsicherung: Änderungen im Juli 2026
Im Juli treten üblicherweise deutlich mehr gesetzliche Neuerungen in Kraft als in den meisten anderen Monaten. t-online hat den Überblick für Sie. Ob an der Tankstelle, beim Rentenbescheid oder beim Autokauf: Zum 1. Juli ändern sich zahlreiche Regeln. Manche entlasten Verbraucher, andere wiederum verursachen höhere Kosten oder verschärfen bestehende Vorgaben. Wir haben die wichtigsten Änderungen für Sie zusammengefasst. Tankrabatt läuft aus Für Autofahrer dürfte Tanken ab Juli wieder etwas teurer werden . Denn Ende Juni läuft der sogenannte Tankrabatt der Bundesregierung aus. Dadurch steigt die Energiesteuer wieder auf das frühere Niveau. Zusammen mit der Mehrwertsteuer verteuern sich Benzin und Diesel um knapp 17 Cent je Liter. Renten steigen Millionen Rentner bekommen ab dem 1. Juli mehr Geld. Die gesetzlichen Renten steigen bundesweit um 4,24 Prozent. Was das in Euro und Cent für verschiedene Rentenhöhen bedeutet, haben wir Ihnen hier ausgerechnet . Hintergrund der hohen Rentenanpassung ist die positive Lohnentwicklung im vergangenen Jahr, an der sich die Rentenerhöhung orientiert. Wer 45 Jahre lang den Durchschnittsverdienst erzielt hat und eine Standardrente bezieht, erhält laut Bundesarbeitsministerium rund 78 Euro mehr pro Monat. Lesen Sie hier, was man unter einer Standardrente versteht. Zudem profitieren aktuelle Rentner von der noch bis 2031 geltenden sogenannten Haltelinie beim Rentenniveau . Diese führt dazu, dass der Nachhaltigkeitsfaktor in der Rentenanpassungsformel außer Kraft gesetzt wird . Die Renten steigen daher per Gesetz stärker, als es angesichts der alternden Gesellschaft angemessen wäre. Nach den kürzlich vorgestellten Empfehlungen der Rentenkommission soll sich das ab 2032 ändern. Die Renten würden dann zwar weiter steigen, aber langsamer als die Löhne. Bürgergeld wird zur Grundsicherung Das Bürgergeld gehört der Vergangenheit an: Zum 1. Juli wird es durch die neue Grundsicherung ersetzt. Für aktuelle Empfänger ändert sich zunächst wenig: Bestehende Bescheide bleiben gültig, die Leistungen werden ohne Unterbrechung weitergezahlt. Neu sind allerdings strengere Regeln. Wer Termine beim Jobcenter versäumt, sich nicht auf Stellen bewirbt oder eine Fördermaßnahme abbricht, muss künftig schneller und mit stärkeren Kürzungen der Leistungen rechnen. Und auch für die private Altersvorsorge kann die neue Grundsicherung Konsequenzen haben: Betroffene müssen schneller eigenes Vermögen einsetzen, bevor staatliche Leistungen greifen. Neue Vorgaben für Auto und Wohnmobil Ab dem 7. Juli gelten strengere EU-Sicherheitsvorgaben für neu zugelassene Autos und Wohnmobile. Neufahrzeuge müssen dann unter anderem mit einem Notbremsassistenten ausgestattet sein, der auch Fußgänger und Radfahrer erkennt . Hinzu kommen ein Spurhalteassistent, eine Müdigkeits- beziehungsweise Aufmerksamkeitswarnung sowie bei Autos ein adaptives Bremslicht, das bei einer Vollbremsung schnell blinkt und so nachfolgende Fahrer früher warnt. Für schwere Wohnmobile werden zusätzliche Assistenzsysteme vorgeschrieben , etwa ein Totwinkelwarner. Wer bereits ein Auto oder ein Wohnmobil besitzt, muss sich keine Sorgen machen: Die neuen Regeln gelten nur für Fahrzeuge, die ab dem Stichtag erstmals zugelassen werden. Eine Nachrüstung ist nicht erforderlich. Käufer neuer Wohnmobile müssen allerdings mit höheren Preisen rechnen, weil die zusätzlichen Sicherheitssysteme die Herstellung verteuern. Handel mit Flensburger Punkten wird strafbar Ab dem 1. Juli geht der Gesetzgeber gegen den Handel mit Punkten in Flensburg vor . Künftig ist es verboten, bei Verkehrsverstößen bewusst falsche Angaben zum Fahrer zu machen oder solche Täuschungen gewerblich zu vermitteln. Damit soll ein Geschäftsmodell beendet werden, bei dem sogenannte Punktesünder gegen Bezahlung die Schuld für Verkehrsverstöße anderer übernahmen. Wer gegen die neuen Regeln verstößt, muss mit empfindlichen Geldbußen rechnen. Zudem verlängert sich ab Juli die Verjährungsfrist für Verkehrsordnungswidrigkeiten von drei auf sechs Monate. Autofahrer müssen also länger damit rechnen, dass ihnen etwa ein Bußgeldbescheid wegen eines Tempo- oder Parkverstoßes zugestellt wird. Steuer auf Flugtickets sinkt Fliegen könnte etwas günstiger werden: Zum 1. Juli sinkt die Luftverkehrsteuer wieder auf das Niveau von vor der Erhöhung im Jahr 2024. Für Kurzstreckenflüge reduziert sie sich von 15,53 auf 13,03 Euro, für Mittelstrecken von 39,34 auf 33,01 Euro und für Langstrecken von 70,83 auf 59,43 Euro. Ob Fluggesellschaften die niedrigere Steuer tatsächlich über günstigere Ticketpreise an ihre Kunden weitergeben, ist allerdings offen. Denn die Maßnahme ist in erster Linie dafür gedacht, deutsche Luftverkehrsunternehmen zu stärken. Lesen Sie hier, an welchen Flughäfen die Tickets besonders billig sind. Neue Gebühr für Bestellungen Wer Waren im Wert von bis zu 150 Euro aus einem Nicht-EU-Land bestellt, muss ab dem 1. Juli mit zusätzlichen Kosten rechnen. Für solche Sendungen wird künftig eine pauschale Zollgebühr von drei Euro erhoben. Betroffen sind unter anderem Bestellungen aus China , den USA oder Großbritannien . Höhere Mindestlöhne in der Altenpflege Beschäftigte in der Altenpflege erhalten ab Juli mehr Geld. Der gesetzliche Mindestlohn steigt für Pflegehilfskräfte auf 16,52 Euro pro Stunde (vorher: 16,10 Euro). Qualifizierte Pflegehilfskräfte bekommen künftig mindestens 17,80 Euro (vorher: 17,35 Euro), examinierte Pflegefachkräfte mindestens 21,03 Euro pro Stunde (vorher: 20,50 Euro). Rücknahmepflicht für E-Zigaretten Wer ausgediente E-Zigaretten entsorgen möchte, hat künftig mehr Möglichkeiten. Ab dem 1. Juli müssen auch Kioske, Tankstellen und andere kleinere Verkaufsstellen alte Geräte kostenlos zurücknehmen. Bislang war das nur bei Wertstoffhöfen, kommunalen Sammelstellen oder größeren Händlern möglich. Wichtig für Verbraucher: Die Rückgabe ist kostenlos und nicht an den Kauf einer neuen E-Zigarette gebunden. Außerdem müssen Händler künftig deutlich auf die Rückgabemöglichkeit hinweisen. Neue Regeln für Kryptobörsen Ab dem 1. Juli dürfen Kryptobörsen ihre Dienste in der EU nur noch anbieten, wenn sie eine sogenannte MiCA-Lizenz besitzen. Diese Erlaubnis gilt dann europaweit. Plattformen ohne gültige Lizenz müssen ihr Angebot für Kunden in der EU einstellen und Konten geordnet abwickeln. Betroffen sein könnten unter anderem Nutzer großer Anbieter wie Binance oder Bitget, sofern diese bis zum Stichtag keine gültige Zulassung vorweisen können. Wer Kryptowährungen auf einer solchen Plattform liegen hat, sollte prüfen, ob der Anbieter lizenziert ist, und das Guthaben gegebenenfalls rechtzeitig übertragen oder sich auszahlen lassen.
