Urlaub am Ende der Welt – in der Nordsee auf Nordstrandischmoor
Nur 20 Menschen leben auf Nordstrandischmoor – und regelmäßig steht die Hallig unter Wasser. Warum genau das Urlauber anzieht. Wer Nordstrandischmoor erreicht, merkt schnell: Hier ist alles anders. Autos gibt es nicht, ebenso wenig Supermärkte, Promenaden oder Strandkörbe. Stattdessen prägen Wind, Watt und ein weiter Horizont das Bild. Die Hallig ist abgeschieden – und genau das macht ihren Reiz aus. Schon die Anreise ist besonders: über einen schmalen Bahndamm fahren offene Motorloren durch das Wattenmeer. Während links und rechts die Nordsee liegt und Möwen über den Salzwiesen kreisen, erscheinen in der Ferne vier kleine Warften. Auf diesen künstlich aufgeschütteten Hügeln stehen die Häuser der Hallig. Keine Insel, sondern eine Hallig Nordstrandischmoor ist keine Insel, sondern eine Hallig. Anders als Inseln wird sie nicht durch hohe Deiche geschützt. Bei schweren Sturmfluten überschwemmt das Meer regelmäßig weite Teile des Landes. Dann ragen nur noch die Warften aus dem Wasser. Die Nordfriesen nennen dieses Naturereignis "Land unter". Ihre Geschichte reicht weit zurück. Nordstrandischmoor entstand aus den Resten der einstigen Insel Strand, die bei der Burchardiflut von 1634 zerstört wurde. Heute umfasst die Hallig rund 1,9 Quadratkilometer. Die Hallig ist bewohnt, rund 20 bis 25 Menschen verteilen sich auf vier Warften. Damit zählt Nordstrandischmoor zu den kleinsten dauerhaft bewohnten Orten Deutschlands. Sogar eine kleine Schule gibt es noch, die zeitweise als eine der kleinsten des Landes galt. Es gibt Übernachtungsmöglichkeiten Trotz ihrer geringen Größe empfängt die Hallig Urlaubsgäste. Einige Ferienwohnungen und Gästezimmer stehen zur Verfügung, die Zahl der Betten bleibt jedoch überschaubar. Wer hier übernachtet, erlebt keinen klassischen Ferienort, sondern den Alltag einer Gemeinschaft, die sich nach Ebbe und Flut richtet. Auf Nordstrandischmoor steht nicht Unterhaltung im Vordergrund, sondern die Natur. Besucher wandern durch die Salzwiesen, beobachten Vögel im UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer oder erkunden das Watt. Viele verbringen ihre Zeit damit, Sonnenuntergänge zu verfolgen, mit Halligbewohnern ins Gespräch zu kommen oder die Landschaft zu fotografieren. Auch die schnellen Wetterwechsel gehören zum Erlebnis. Kein Strand, kein Shopping Einen klassischen Sandstrand sucht man hier allerdings vergeblich. Die Küste besteht überwiegend aus Salzwiesen, Steinsicherungen und kleineren natürlichen Uferabschnitten. Baden ist bei geeigneten Bedingungen möglich, doch Nordstrandischmoor eignet sich nicht für einen typischen Strandurlaub mit Dünen und kilometerlangen Sandflächen. Wer auf Shopping, ein großes Restaurantangebot, Nachtleben oder breite Sandstrände hofft, findet auf Föhr, Amrum oder Sylt passendere Bedingungen. Die Anreise bietet ein besonderes Highlight: Mit dem Auto gelangen Besucher von Hamburg bis nach Nordstrand. Tagesgäste erreichen die Hallig häufig mit Ausflugsschiffen. Wer über Nacht bleibt, kann die Lorenbahn nutzen. Meist organisieren die Vermieter die Fahrt über den rund 3,5 km langen Lorendamm vom Festland (Lüttmoorsiel / Beltringharder Koog) zur Hallig. Die Fahrt macht die einsame Lage und Atmosphäre der Hallig direkt erlebbar.
