Luftqualität: Deutschlands dreckigste Straße liegt in Fürth
Eine Auswertung von Feinstaubdaten zeigt: Die Theresienstraße in Fürth führt im Juni bundesweit ein Negativranking an. Auch Nürnberg taucht in der Liste auf. Fürth steht in einem bundesweiten Feinstaubvergleich an der Spitze – allerdings nicht im positiven Sinn. Nach einer Auswertung von "Coway Europe" auf Grundlage vorläufiger Messdaten des Umweltbundesamtes war die Theresienstraße im Juni 2026 die Straße mit dem höchsten PM10-Monatsmittel in Deutschland. Sprich: Die Luftqualität war nirgends so schlecht, wie hier. Der Wert lag demnach bei 22,57 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Ausgewertet wurden die Monatsmittelwerte von 352 Messstationen der Länder und des Bundes, berücksichtigt wurden Stationen mit mindestens 27 Messtagen. Die Fürther Innenstadt liegt damit knapp vor zwei Messpunkten in Ludwigshafen: Mundenheim kam auf 22,44 Mikrogramm pro Kubikmeter, die Heinigstraße auf 22,37 Mikrogramm pro Kubikmeter. Zum Vergleich: Der sauberste Messpunkt in Deutschland lag im Juni auf der Zugspitze am Schneefernerhaus. Dort wurde ein PM10-Monatsmittel von 6,53 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen. Darum liegt Theresienstraße bundesweit vorn Die Theresienstraße ist eine innerstädtische Verkehrsachse in Fürth. Solche Lagen finden sich nach der Auswertung auffällig häufig unter den höher belasteten Messpunkten. Betroffen sind demnach vor allem Verkehrs- und Industriestandorte. In Bayern landet neben Fürth auch die Passauer Angerstraße unter den zehn höchsten PM10-Werten. München folgt mit der Landshuter Allee auf Rang elf. Für die Region Nürnberg/Fürth ist vor allem der Abstand zwischen den Nachbarstädten auffällig. Während Fürth bundesweit auf Platz eins liegt, kommt Nürnberg mit der Messstation Von-der-Tann-Straße auf Rang 115. Dort wurde für Juni ein PM10-Monatsmittel von 14,70 Mikrogramm pro Kubikmeter ermittelt. Aktuelle Grenzwerte nicht überschritten Die Werte liegen nach Angaben der Auswertung unter dem derzeit geltenden EU-Jahresgrenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. Die Einordnung ist dennoch relevant: Ab 2030 soll der verbindliche EU-Jahresgrenzwert für PM10 auf 20 Mikrogramm pro Kubikmeter sinken. Der Fürther Juni-Wert lag über dieser künftigen Marke – allerdings handelt es sich dabei um einen Monatswert, nicht um einen Jahresdurchschnitt.
