E-Scooter in Frankfurt: Warum immer mehr Kinder damit verunglücken
Auch Kinder sind immer wieder in E-Scooter-Unfälle verwickelt – obwohl sie noch gar nicht fahren dürfen. Warum das Risiko oft unterschätzt wird und welche Regeln gelten. In Hessen häufen sich Unfälle mit E-Scootern – immer wieder sind auch Kinder betroffen, obwohl sie die Roller noch gar nicht fahren dürfen. So starb vor wenigen Wochen ein 13-Jähriger nach einem Zusammenstoß mit einem Auto in Wiesbaden-Nordenstadt. Erst vor wenigen Tagen wurde in Babenhausen ein sechs Jahre alter Junge auf einem E-Scooter von einem Auto erfasst und schwer verletzt. Genutzt werden dürfen die Fahrzeuge erst ab einem Mindestalter von 14 Jahren. Wie kommt es, dass immer wieder Kinder Zugriff auf die Fahrzeuge haben, obwohl für diese Versicherungspflicht besteht und noch eine Reihe weiterer Vorschriften gelten? E-Scooter "Spaßgerät statt Kraftfahrzeug" missverstanden "Es scheint viel Unwissen zu bestehen", erklärt die Leiterin der Unfallforschung der Versicherer, Kirstin Zeidler. "Viele missinterpretieren E-Scooter als Spaßgerät statt als Kraftfahrzeug, das mit Regeln verbunden ist." Auch hätten die Scooter eine andere Fahrdynamik, anderes Handling und andere Regeln als ein Fahrrad. "Bremsen, Ausweichen etc. wollen geübt sein. Zumal Kinder wichtige Verkehrskompetenzen erst im Laufe ihres Heranwachsens entwickeln", so Zeidler. Erst kürzlich hatte beispielsweise die Polizei im nordrhein-westfälischen Kreis Lippe vor der Nutzung sogenannter Kinder-E-Scooter gewarnt, die sich "wachsender Beliebtheit" erfreuten. "Doch diese Fahrzeuge sind für den öffentlichen Straßenverkehr nicht zugelassen, also auch nicht auf Rad- oder Gehwegen", hieß es in einer Mitteilung. Vielen Eltern ist demnach nicht bewusst, dass diese Modelle keine allgemeine Betriebserlaubnis besitzen, über keine ausreichende Ausstattung wie etwa Beleuchtung verfügen und keinen Versicherungsschutz haben. Auf dieses Problem weist auch die Verbraucherzentrale Hessen hin. Kaum Unfälle bei unter 14-Jährigen Wie viele Kinder bis einschließlich 13 Jahren genau mit E-Scootern verunglücken, dazu liegen nach den Worten der Expertin keine Zahlen vor. Die amtliche Statistik erfasse nur ganze Altersgruppen – in diesem Fall die 10- bis einschließlich 14-Jährigen. "Aber nach unserer Einschätzung verunglücken gemessen am gesamten Unfallgeschehen vergleichsweise selten Kinder auf einem E-Scooter, die diesen noch nicht fahren dürfen." Am häufigsten seien 15- bis 17-Jährige von Unfällen betroffen. Die Leihscooter-Anbieter sehe man "durchaus in der Pflicht, stärker auf regelgerechtes Fahren hinzuwirken, etwa dass das Mindestalter eingehalten, nicht zu zweit und nicht alkoholisiert gefahren wird", erklärte Zeidler. Bei der Leihe sollten die Nutzer aktiv und ausreichend klar über geltende Regeln informiert werden. Fahrten mit Doppelbelegungen ließen sich technisch verhindern und Alkoholfahrten durch sensible Reaktionstests erschweren. Generell seien mit Blick auf E-Scooter auch mehr Polizeikontrollen nötig – etwa mit Blick auf das verbotene Fahren auf dem Gehweg oder zu mehreren Menschen auf einem Scooter, aber auch Alkohol- und Drogenkontrollen.
