Offenburg: Zwei Tote am Morgen – Polizei nennt Details
Am Morgen hallen Schüsse durch eine ruhige Wohngegend. Polizisten finden einen toten 33-Jährigen – und eine sterbende Frau. Nach den tödlichen Schüssen in Offenburg haben Polizei und Staatsanwaltschaft neue Details bekannt gegeben: Demnach hat ein 33 Jahre alter Mann am Montagmorgen offenbar zuerst auf seine 36 Jahre alte Ex-Freundin gefeuert und danach die Waffe gegen sich selbst gerichtet. Den bisherigen Ermittlungen zufolge war der Mann mit seinem Auto zum Tatort gefahren. Dort wohnte seine ehemalige Partnerin. Die Beziehung soll vor Monaten zu Ende gegangen sein. Nach der Trennung sei es zu Beleidigungen und Nachstellungen gekommen, hieß es. Laut Polizei gab es "Anzeigen unter anderem wegen übler Nachrede und Stalking – auch gegenseitig". Mordfall Fabian: Anwalt der Angeklagten macht Ankündigung Gewalttat in Stade : Auch gegen Frauen wird weiter ermittelt Femizid: Fast jeden Tag wird eine Frau Opfer Damit steht ein sogenannter Femizid im Raum: also ein Mord , bei dem eine Frau aufgrund ihres Geschlechts getötet wird. Solche Taten werden in Deutschland häufig verübt und sind laut Bundeskriminalamt (BKA) ein gesellschaftliches Problem. Im Schnitt versucht fast jeden Tag ein Mann, seine aktuelle oder ehemalige Partnerin umzubringen. Im Jahr 2024 zählte das BKA 308 Frauen und Mädchen als Opfer von versuchten und vollendeten Tötungsdelikten "im Bereich Partnerschaftsgewalt". Die Beamten sehen einen möglichen Erklärungsansatz für diese Form der Gewalt "in einer ablehnenden Haltung gegenüber der Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit der Geschlechter". "Die Fehlwahrnehmung, dass die Ablehnung von Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit der Geschlechter von der Mehrheit der Gesellschaft geteilt wird, kann die Bereitschaft zur Ausübung von Gewalt gegen Frauen verstärken", schreiben die Beamten. Polizei findet zwei Schusswaffen – eine lag im Auto Am Montag waren gegen 8 Uhr morgens mehrere Notrufe bei der Polizei eingegangen . Die Nachbarn in einer ruhigen Wohngegend hatten die Schüsse gehört. Kurz darauf fanden die Beamten den toten 33-Jährigen und die schwer verletzte 36-Jährige. Die Frau wurde noch in ein Krankenhaus gebracht, wo sie kurz darauf starb. Laut Polizei war der Tatverdächtige nicht vorbestraft. Wie er an die Tatwaffe kam, ist noch Gegenstand der Ermittlungen. In seinem Auto fanden die Ermittler noch eine weitere Schusswaffe. "Da kommen einem die Tränen" Der Offenburger Oberbürgermeister Marco Steffens (CDU) zeigte sich bstürzt. "Dass sich ein solches Geschehen in unserer Stadt zuträgt, macht fassungslos", hieß es von ihm. "Meine Gedanken sind bei den Angehörigen und allen Menschen, die von dieser grausamen Tat betroffen sind." Eine Anwohnerin sagte, Fälle wie dieser machten Angst: "Da kommen einem manchmal die Tränen, wenn man so was hört", zitierte die Deutsche Presse-Agentur die Frau.
