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VW verkauft weniger Autos: Absatz bricht um fast 9 Prozent ein

Der zweitgrößte Autobauer der Welt will in China erfolgreich sein. Doch dort verkauft Volkswagen immer weniger Autos. Das drückt das Ergebnis. Volkswagen hat im zweiten Quartal weltweit 2,08 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert und damit 8,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das teilte der Wolfsburger Autobauer am Freitag mit. Der Rückgang fiel damit noch stärker aus als zu Jahresbeginn: Im ersten Quartal hatte das Minus noch bei vier Prozent gelegen. Besonders stark traf es die Kernmarke Volkswagen. Sie lieferte zwischen April und Juni 1,02 Millionen Fahrzeuge aus und damit 14 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Auch die Premiumtochter Audi setzte ihren Abwärtstrend fort. Die Auslieferungen sanken um 8,2 Prozent auf 367.139 Fahrzeuge. Porsche hatte bereits für das zweite Quartal einen Absatzrückgang von 18 Prozent auf rund 61.300 Fahrzeuge gemeldet. Dagegen konnte Skoda seine Auslieferungen um knapp fünf Prozent auf fast 284.000 Fahrzeuge steigern. Krise der Autoindustrie : BMW-Absatz sinkt um 4,9 Prozent Absatz sinkt : Mercedes-Verkäufe brechen in China um 30 Prozent ein China bleibt größtes Problem Hauptgrund für die schwache Entwicklung bleibt das Geschäft in China . Auf dem weltweit größten Automarkt brachen die Verkäufe des Konzerns um mehr als ein Drittel auf 424.300 Fahrzeuge ein. Volkswagen kämpft dort mit einem schrumpfenden Gesamtmarkt, einem anhaltenden Preiskampf und der starken Konkurrenz heimischer Hersteller. "Der rückläufigen Gesamtmarktentwicklung haben wir uns nicht entziehen können – trotz erster positiver Impulse unserer dort neu eingeführten, lokal entwickelten Elektrofahrzeuge", sagte Vertriebsvorstand Marco Schubert. Die Lage in China bleibe herausfordernd. Außerhalb Chinas entwickelte sich das Geschäft deutlich besser. In Westeuropa legten die Auslieferungen um knapp zwei Prozent auf mehr als 900.000 Fahrzeuge zu. In Nordamerika stiegen sie trotz der neuen US-Zölle um fast acht Prozent auf 242.000 Fahrzeuge. Das Wachstum reichte allerdings nicht aus, um den Rückgang aus dem ersten Quartal vollständig auszugleichen. Positiv entwickelte sich das Geschäft mit Elektroautos. In Europa stiegen die Auslieferungen batterieelektrischer Fahrzeuge im zweiten Quartal um knapp sechs Prozent auf gut 200.000 Autos. Auch der Auftragseingang zog an. Für die neuen Elektro-Einstiegsmodelle von Volkswagen, Skoda und Cupra seien bereits mehr als 54.000 Bestellungen eingegangen, sagte Schubert. "Das liegt deutlich über unseren Erwartungen." Insgesamt sei der Auftragsbestand für vollelektrische Fahrzeuge in Europa seit Ende vergangenen Jahres um mehr als 50 Prozent gestiegen. Fast ein Drittel aller offenen Bestellungen entfalle inzwischen auf reine Elektroautos. Konzern im Stresstest Der Konzern präsentiert seine Halbjahreszahlen mitten in der kontroversen Diskussion um die Zukunft des Konzerns. Konzernchef Oliver Blume hatte zuvor die größte Neuausrichtung der VW-Geschichte angekündigt. Mitarbeiter sollen abgebaut, Werke geschlossen und Kapazitäten reduziert werden. Die Sparpläne sind jedoch im Aufsichtsrat auf Widerstand gestoßen. Blumes "Zukunftsplan" sei dort am Donnerstagabend mit sieben zu zwölf Stimmen abgelehnt worden, sagten zwei mit den Beratungen vertraute Personen am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Arbeitnehmervertreter und das Land Niedersachsen lehnten die Pläne in der vorliegenden Form ab.