Waldbrände in Spanien: Fluchtversuch wird für Touristen zum Verhängnis
In der spanischen Provinz Almería wütet ein verheerender Waldbrand. Elf Menschen sterben in der Nacht bei dem Versuch, den Flammen zu entkommen. Bei einem verheerenden Waldbrand im Süden Spaniens sind möglicherweise britische Touristen ums Leben gekommen. In einem ausgebrannten Auto mit Rechtslenkung entdeckten Einsatzkräfte vier Leichen. Nach Angaben der Behörden deutet dies darauf hin, dass es sich um britische Staatsangehörige handeln könnte. Insgesamt kamen bei dem Waldbrand in der Provinz Almería nach Angaben der Regionalregierung bislang elf Menschen ums Leben. Nach bisherigen Erkenntnissen versuchten alle elf Todesopfer, den Flammen mit dem Auto zu entkommen. "Die Entscheidung, über Wege zu fliehen, die nicht zu den offiziellen Evakuierungsrouten gehörten, erwies sich als tödliche Falle", sagte Antonio Sanz, Regionalminister für Gesundheit und Katastrophenschutz in Andalusien. "Für Deutschland außergewöhnlich hoch": Dritte Hitzewelle kommt – doch diesmal wird es anders Hitzewarnungen in Urlaubsländern: Südeuropa bereitet sich auf mehr als 40 Grad vor – Hitzewelle dauert an Während die mutmaßlich britischen Touristen in ihrem Wagen starben, wurden die sieben weiteren Opfer später außerhalb ihrer Fahrzeuge gefunden. Sie hätten versucht, dem "extrem schnell voranschreitenden Waldbrand" zu Fuß zu entfliehen, nachdem sie ihre Autos zurücklassen mussten, erklärte Sanz. Er sprach von einer "beispiellosen Tragödie" – es sei der Waldbrand "mit den bislang schwersten Folgen" in Andalusien. "Der Schmerz ist unermesslich. Andalusien trauert, und unser Herz ist bei Almería und allen Betroffenen." Feuer im Waldgebiet nahe einer Schnellstraße ausgebrochen Die Einsatzkräfte suchen am Freitag weiter nach möglichen weiteren Opfern. Das Feuer wütet in einem Gebiet mit verstreut liegenden Häusern rund um den Ort Los Gallardos. Dort befinden sich zahlreiche ehemalige Bauernhöfe, die britische Eigentümer zu Ferien- oder Zweitwohnsitzen umgebaut haben. Rund 50 Bewohner des benachbarten Dorfes Almocáizar mussten in der Nacht ihre Häuser verlassen. Etwa 150 Feuerwehrleute kämpfen gegen den Brand, der am Donnerstag gegen 17 Uhr Ortszeit in trockenem Waldgebiet nahe einer Schnellstraße ausgebrochen war. Auch Spaniens militärische Katastrophenschutzeinheit wurde eingesetzt. "Unermessliche Trauer und Bestürzung" Ministerpräsident Pedro Sánchez zeigte sich bestürzt über die Folgen des Waldbrands. Auf der Plattform X schrieb er, er empfinde "unermessliche Trauer und Bestürzung" angesichts der Katastrophe in der Provinz Almería. Auch Andalusiens Regionalpräsident Juanma Moreno äußerte sich betroffen. Er rief die Bevölkerung auf X zu "äußerster Vorsicht die ganze Nacht hindurch" auf und sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus. Die Nachricht über die Todesfälle mache fassungslos, schrieb Moreno. Entwarnung in anderen Teilen Spaniens Während die Einsatzkräfte in Andalusien weiter gegen die Flammen kämpften, entspannte sich die Lage in anderen Teilen Spaniens etwas. In der nordöstlichen Region Katalonien hoben die Behörden die Ausgangsbeschränkungen für mehr als 6.000 Einwohner auf, nachdem Feuerwehrkräfte einen seit Montag brennenden Großbrand unter Kontrolle gebracht hatten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP wurden in der Provinz Tarragona mehr als 3.300 Hektar Land zerstört. Rund ein Drittel der betroffenen Fläche liegt im Naturpark Els Ports. Extremhitze entfacht auch in Frankreich Waldbrände Auch in Frankreich kämpfen Feuerwehrleute weiter gegen mehrere Waldbrände. Nach dem Feuer bei Trévillach, bei dem fast 5.000 Hektar Land verbrannten, konnten Tausende Evakuierte am Donnerstagabend in ihre Dörfer zurückkehren. Für sechs Gemeinden sei eine Rückkehr jedoch weiterhin zu gefährlich, teilten die Behörden mit. Die Lage entwickle sich zwar günstig, der Brand sei aber noch nicht unter Kontrolle. Für Freitag warnten die Behörden erneut vor extremer Hitze. In Frankreich wurde für neun Départements die höchste Warnstufe Rot ausgerufen, für weitere 76 gilt eine orangefarbene Hitzewarnung. Im Südwesten des Landes könnten die Temperaturen auf bis zu 40 Grad steigen, in Paris werden bis zu 37 Grad erwartet. Der Wetterdienst Météo-France rechnet damit, dass die Waldbrandgefahr wegen der anhaltenden Trockenheit, der hohen Temperaturen und der geringen Luftfeuchtigkeit auch in den kommenden Tagen hoch bleibt.
