Smart Meter: So denken Deutsche über den neuen Stromzähler
Millionen Haushalte sollen bald einen digitalen Stromzähler erhalten. Die Mehrheit der Deutschen steht dem offen gegenüber. Doch es gibt Ausnahmen. Deutsche Haushalte sollen in den kommenden Jahren mit einem neuen Stromzähler ausgestattet werden. Das sieht das Reformpaket von Union und SPD vor. Haushalte, deren Jahresstromverbrauch bei über 6.000 Kilowattstunden (kWh) liegt, die eine Photovoltaikanlage mit einer installierten Leistung von mehr als 7 Kilowatt (kW) betreiben oder/und steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen oder Wallboxen besitzen, erhalten bis Ende 2030 einen Smart Meter. Sie werden Pflichteinbaufälle genannt. Für die übrigen ist in den kommenden Jahren ein Smart Meter Light vorgesehen. Doch wie akzeptiert sind diese modernen Messsysteme in der Bevölkerung? Unterschied Smart Meter und Smart Meter Light Ein Smart Meter (intelligentes Messsystem) ist ein digitaler Stromzähler, der alle 15 Minuten den Verbrauch misst und direkt an Versorger und Netzbetreiber sendet. Das manuelle Ablesen entfällt. Die Datenübertragung erfolgt dabei über das Smart Meter Gateway (SmGW). Zudem gibt es eine Steuerungsbox. Durch beides ist es etwa dem Netzbetreiber und dem Versorger möglich, Geräte wie Wärmepumpen oder Wallboxen anzusteuern und ihren Strombezug zu dimmen. Ein Smart Meter Light misst und sendet ebenfalls den Stromverbrauch , kann aber voraussichtlich keine Befehle empfangen. Ob diese Funktion nachrüstbar ist, hängt vom Modell ab. Dadurch eignet sich dieser Stromzähler vor allem für Haushalte ohne Wärmepumpe und Wallbox. Da bei der Light-Version keine Steuerbox vorhanden ist, sinken sowohl die Kosten als auch die IT-Sicherheitsanforderungen deutlich. Für Messstellenbetreiber soll die Installation der Geräte somit günstiger werden und allgemein der Smart-Meter-Rollout in Deutschland schneller vorankommen. Skepsis gegenüber Digitalzählern Doch nicht jeder scheint sich über einen digitalen Stromzähler zu freuen. Das ergibt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Statista im Auftrag des Energieanbieters Eon. Befragt wurden 2.000 Haushalte, die in einem eigenen Haus leben. 83 Prozent bewerten die Technik positiv. Zehn Prozent gaben hingegen an, keine Gründe für die Nutzung zu sehen, sieben Prozent antworteten mit "weiß nicht" oder machten keine Angabe. Besonders die Haushalte, die kein E-Auto kaufen möchten, erkennen in dem digitalen Stromzähler keinen Nutzen (24 Prozent). Wer nicht an einer Wärmepumpe interessiert ist, sieht bei einem Smart Meter ebenfalls keine Vorteile (22 Prozent). Smart-Meter-Besitzer sehen Vorteile Anders sieht es bei denjenigen aus, die zu den Pflichteinbaufällen zählen. Sie stehen dem Smart Meter besonders aufgeschlossen gegenüber: Jeder zweite Besitzer eines E-Autos sowie jeder zweite Besitzer einer Wärmepumpe sieht, dass der Smart Meter die Stromkosten durch einen optimierten Verbrauch senken kann (jeweils 51 Prozent). Diese beiden Gruppen heben darüber hinaus positiv hervor, dass sie mit der Technik ihren Stromverbrauch nachverfolgen (E-Auto-Besitzer: 37 Prozent; Wärmepumpenbesitzer: 36 Prozent) und einen dynamischen Stromtarif nutzen können (E-Auto-Besitzer: 44 Prozent; Wärmepumpenbesitzer: 38 Prozent). Akzeptanz seit 2020 verdoppelt Ähnlich war das Ergebnis einer Bitkom-Umfrage vom Oktober 2025 unter 979 Personen: 75 Prozent konnten sich vorstellen, einen Smart Meter zu nutzen – ein deutlicher Anstieg gegenüber 36 Prozent zu Beginn des Rollouts 2020 und 57 Prozent im Jahr 2022. Lediglich 23 Prozent hatten Vorbehalte. 76 Prozent wünschten sich zudem, ihren Stromverbrauch so einfach ablesen zu können wie den Datenverbrauch auf dem Handy. Gleichwohl sorgen sich viele um die Cybersicherheit digitalisierter Stromnetze. Laut Bitkom gehören Smart-Meter-Systeme jedoch zu den am strengsten gesicherten digitalen Infrastrukturen in Deutschland – mit zertifizierten Komponenten, verschlüsselter Datenübertragung und strengen Datenschutzvorgaben.
