Monster Energy, Pampers, Ray-Ban: Eine Aktie schlägt sogar Apple
Die private Urlaubsreise eignet sich recht gut dafür, dem Nachwuchs einmal zu erklären, was im Portfolio liegen könnte. Man begegnet unterwegs vielen bekannten Konzernen. Als Börsianer liegt es nah, Aktien von Unternehmen zu kaufen, die man selbst kennt und deren Produkte man nutzt. Nicht immer ist das zielführend, wie beispielsweise die Aktie von Airbnb in den vergangenen Jahren gezeigt hat. Ich bin regelmäßiger Nutzer von Airbnb und glaube, das Geschäftsmodell gut zu verstehen. Allerdings muss ich feststellen, dass der Kauf der Aktie rückblickend nicht gerade die allerbeste Idee war. Ähnlich verhält es sich mit Puma oder Hugo Boss . Spannend wird es jedoch dann, wenn man einmal darüber nachdenkt, welche Marken und Produkte man im täglichen Leben eigentlich nutzt – und womöglich gar nicht weiß, welches Unternehmen dahintersteht oder dass die passende Aktie überhaupt börsennotiert ist. Von Pampers bis Espresso an der Autobahn Ein einfacher Einstieg für Eltern ist natürlich Procter & Gamble, das neben vielen anderen Marken auch Pampers im Portfolio hat. Und wer im Sommer Richtung Süden reist, kommt kurz hinter der österreichischen Grenze kaum daran vorbei, bei Autogrill anzuhalten. Einerseits, um zu tanken, andererseits aber auch, um überraschend guten Espresso oder Cappuccino zu trinken. Viele wissen gar nicht, dass Autogrill beziehungsweise die dahinterstehende Gruppe über Jahre hinweg ein echter Klassiker an der italienischen Börse war. Bleiben wir in Südeuropa. Wer Sonnenbrillen trägt – sei es am Strand oder im Alltag –, dürfte schon Produkte von Ray-Ban oder Oakley genutzt haben. Dahinter steckt EssilorLuxottica, einer der größten Brillenhersteller der Welt. Die Aktie hat in den vergangenen Jahren eine beeindruckende Entwicklung hingelegt und zeigt, wie stark globale Marken auch an der Börse performen können. Luxus, Hotels und Weinberge Bei meinem jüngsten Aufenthalt in Cape Town in Südafrika verschlug es mich zum Frühstück ins berühmte "Mount Nelson Hotel". Das "Mount Nelson" gehört nicht nur zu den traditionsreichsten Hotels weltweit, sondern aus meiner Sicht auch zu den charmantesten. Eine Oase mitten in Kapstadt – mit hervorragendem Service und außergewöhnlicher Qualität. Wer nun glaubt, dahinter stecke ein kleines Familienhotel, liegt allerdings daneben. Das "Mount Nelson" gehört zur Belmond-Gruppe, und diese wiederum seit 2019 zum Luxusgiganten LVMH . LVMH gehörte vor einigen Jahren zu den sogenannten Granolas, also den europäischen Qualitätsaktien mit enormer Marktmacht. Die Aktie hat allerdings zuletzt eine bewegte Reise hinter sich. Vom Hoch ging es aufgrund wachsender Sorgen um die chinesische Nachfrage spürbar nach unten. Daran erkennt man auch, wie breit ein Konzern wie LVMH eigentlich aufgestellt ist. Viele verbinden die Aktie ausschließlich mit Luxushandtaschen oder Champagner – tatsächlich gehören aber auch Hotels und Reiseangebote zum Imperium. Südafrika, Weingüter und versteckte Börsenstars Wer in Südafrika reist, trifft nur wenige Kilometer weiter bereits auf das nächste Unternehmen mit engem Kapitalmarktbezug. Die Rede ist von Prosus aus dem Euro Stoxx 50. Zugegeben, eine Aktie, die vielen privaten Anlegern wenig sagt. Südafrika-Reisende kommen mit Prosus aber durchaus indirekt in Kontakt – nämlich beim Besuch des weltbekannten Weinguts Babylonstoren nahe Stellenbosch. Das Weingut gehört dem südafrikanischen Unternehmer Koos Bekker, der große Teile seines Vermögens über Beteiligungen wie Prosus aufgebaut hat. Babylonstoren wurde über Jahre hinweg mit viel Kapital und Liebe zum Detail zu einem Aushängeschild Südafrikas entwickelt. Monster Beverage statt Apple Doch damit nicht genug der Aktienreise und der Frage: Was nutzt man eigentlich jeden Tag – und was davon ist an der Börse präsent? Im Fitnessstudio begegnet dem einen oder anderen vielleicht Lululemon Athletica. Lange Zeit war die Marke für Yoga- und Sportbekleidung nicht nur ein Geheimtipp, sondern ein echtes Statussymbol. Mittlerweile steht die Aktie allerdings unter Druck. Viele Wettbewerber sind nachgezogen, manche wirken inzwischen sogar moderner oder trendiger als Lululemon selbst. Konsequenz: Der Aktienkurs gehörte zuletzt zu den schwächeren Titeln im S&P 500 . Dem gegenüber steht eine Aktie, die über Jahrzehnte hinweg nahezu unerschütterlich geliefert hat: Monster Beverage . Nach den Daten des Brokers CMC Markets war Apple nicht über die letzten 20 Jahre die beste Aktie im S&P 500, sondern Monster Beverage. "2005 lag die Aktie von Monster Beverage bei einem Dollar und hat zuletzt auf Rekordhoch beinahe die 100-Dollar-Marke erreicht", so Andreas Lipkow von CMC. Die Marke begegnet uns an Tankstellen, im Supermarkt, im Kiosk und bei nahezu jedem Motorsport-Event. Umsatz und Gewinne steigen seit Jahren bemerkenswert konstant. Und genau darin liegt vielleicht eine der spannendsten Börsenlektionen überhaupt: Mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und sich zu fragen: Wem gehört es eigentlich, wenn etwas offensichtlich funktioniert? Und könnte sich dahinter womöglich eine interessante Aktie für das eigene Portfolio verbergen, die es zu entdecken gilt?
