Ukraine-Krieg: "Moskau wird untergehen" – Einheiten von der Front verlegt
Selenskyj erägt Änderungen in der Armeeführung. Moskau verlegt Einheiten von der Front – wegen der Drohnenangriffe aus der Ukraine. Alle Entwicklungen im Newsblog. Sonntag, 19. Juli Russische Angriffe auf Kiew Mehrere Explosionen haben in der Nacht zu Sonntag die ukrainische Hauptstadt Kiew erschüttert. Eine Detonation war so stark, dass sie die Alarmanlagen geparkter Autos im Stadtzentrum aktivierte, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die ukrainische Luftwaffe erklärte im Onlinedienst Telegram, dass sich ballistische Raketen Kiew näherten. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete auf Telegram von brennenden Fahrzeugen und Rauch, der in der Nähe eines Einkaufszentrums aufsteige. Ein Gebäude sei getroffen worden. Samstag, 18. Juli Raketenangriffe auf Odessa Infolge von russischen Raketenangriffen sind in der südukrainischen Hafenstadt Odessa mindestens zwei Menschen getötet worden. Weitere vier seien verletzt worden, teilte der Militärgouverneur der Region Odessa, Oleh Kiper, bei Telegram mit. Eine Rakete sei in einem Vergnügungspark eingeschlagen. Unter den Trümmern von Fischerhäusern könnten noch weitere Opfer sein. Sechs Autos seien beschädigt worden. Einen weiteren Verletzten gab es demnach in einem anderen nicht genannten Ort des Gebiets. Dabei seien auch ein Wohnhaus und zwei Autos beschädigt worden. Selenskyj erwägt Änderungen in der Armeeführung Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat auf die anhaltenden Proteste gegen die Ablösung von Verteidigungsminister Mychailo Fedorow reagiert und Veränderungen in der Armeeführung angedeutet. "Es gab gestern und heute viele Beratungen. Natürlich höre ich, was die Menschen sagen", sagte Selenskyj am Samstagabend in einer Videobotschaft. Er habe sowohl mit Fedorow als auch mit Armeechef Oleksandr Syrsky gesprochen. "Entscheidungen bezüglich der Armee werden ausgearbeitet", sagte Selenskyj. In ukrainischen Medien wurde über eine mögliche Entlassung des Armeechefs spekuliert. Frachter bei russischem Raketenangriff auf Odessa beschädigt Bei russischen Raketenangriffen auf das südukrainische Gebiet Odessa ist ein Frachtschiff beschädigt worden. Vier Mitglieder der 17-köpfigen Besatzung seien verletzt worden, teilte der Militärgouverneur der Region, Oleh Kiper, bei Telegram mit. Das Schiff ist demnach unter der Flagge der Marschallinseln gefahren. Zuvor sei auch "industrielle Infrastruktur" angegriffen worden. Den Angaben nach wurden dabei ein Verwaltungs- und ein Lagergebäude und mehr als ein Dutzend Autos beschädigt. Kiews Drohnentruppen: Moskau verlegt Einheiten von der Front Die ukrainischen Drohnentruppen haben nach eigenen Angaben 13 weitere russische Schiffe getroffen. Damit steige die Gesamtzahl der im Schwarzen Meer und dem benachbarten Asowschen Meer beschossenen Schiffe auf 172, teilte der Chef der Drohnentruppen, Robert Browdi, in sozialen Netzwerken mit. In der Nacht zum Samstag seien acht Frachter, ein Tanker, ein Gastransportschiff, ein Schlepper und zwei Schwimmkräne getroffen worden. Von unabhängiger Seite waren die Angaben nicht überprüfbar. Die Ukraine will mit den Gegenangriffen im russischen Angriffskrieg Moskaus militärische Logistik stören. Nach Darstellung Browdis führt die seit Wochen andauernde "Flottenjagd" auf russische Schiffe inzwischen dazu, dass Moskau seine Drohneneinheiten der sogenannten Rubikon-Truppen teils von der Front abziehe und verlagere, um so besser den Schiffverkehr zu schützen. Das schwäche den Gegner an der Front, betonte er. "Neben den "Rubikon"-Einheiten, die teilweise von der Frontlinie abgezogen werden, werden auch die Kräfte und Mittel der gesamten 51. Luftabwehrdivision sowie eines Flugabwehrregiments der Überreste der Schwarzmeer-Flotte eingesetzt", teilte Browdi zum russischen Vorgehen mit. Er kündigte an, die Operation gegen russische Schiffe an den verbleibenden Juli-Tagen und in der ersten Augusthälfte fortzusetzen. "Moskau wird untergehen", sagte Browdi. Die stark von den ukrainischen Schlägen betroffene Schwarzmeer-Halbinsel Krim, die Russland schon 2014 annektiert hatte, werde später wieder aufgebaut, erklärte er. Russland: Mindestens sieben Tote, Luftabwehr feuert auf eigene Ziele Bei ukrainischen Drohnenangriffen und der mutmaßlichen Fehlfunktion eines Luftabwehrsystems in Russland sollen nach Behördenangaben mindestens sieben Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Im Gebiet Tambow starben sieben Menschen. Es gebe 25 Verletzte, teilte Gouverneur Jewgeni Perwyschow bei Telegram mit. Bei den Opfern handele es sich um Mitarbeiter eines Verteilzentrums des russischen Online-Versandhändlers Wildberries. Die getroffene Stadt Kotowsk liegt rund 500 Autokilometer südöstlich von der Hauptstadt Moskau entfernt. Am Samstagmorgen brannte das Verteilzentrum noch immer, diverse Beobachter gehen von einer Rauchsäule mit mehr als einem Kilometer Höhe aus. Was im Wildberry-Versandzentrum gelagert wurde, ist nicht bekannt. Aufnahmen des angeblichen Angriffs, die in sozialen Netzwerken geteilt wurden, lösten Verwirrung aus. Auf einem Video ist zu sehen, wie Geschosse eines russischen Pantsir-Luftabwehrsystems im Verteilzentrum des Onlinehändlers einschlagen. Ob diese Fehlfunktion letztlich zum Brand führte, ist bislang nicht bekannt. Die Angaben der russischen Behörden lassen sich nicht unabhängig überprüfen, die ukrainische Regierung äußerte sich bisher nicht zu den Angriffen. Russische Angriffe auf Flussübergänge Russische Streitkräfte bei Lyman mit Drohnen und gelenkten Luftbomben die Übergänge über die Flüsse Oskil und Siwerskyj Donez in der Ostukraine angegriffen. Das berichtete Wasyl Denysiuk, Sprecher der 66. selbstständigen mechanisierten Brigade der "New Voice of Ukraine". Die russische Infanterie verliere zwar aufgrund schwerer Verluste allmählich ihre Fähigkeit, aktive Angriffe durchzuführen. Moskaus Streitkräfte übten aber laut Denysiuk weiterhin Druck mit Drohnen aus, unter anderem durch Angriffe auf ukrainische Versorgungswege. Die russischen Truppen versuchten, die Flüsse Oskil und Siverskyi Donets auszunutzen, die natürliche Barrieren bildeten und den Sektor Lyman teilweise isolierten, erklärte er. Sie suchten regelmäßig nach Übergängen, die von den ukrainischen Streitkräften genutzt wurden, bevor sie Brücken und Logistikwege angriffen. Weitere Proteste gegen Selenskyj In Kiew fordern Bürger die Wiedereinsetzung von Mychailo Fedorow. Der abgelöste Verteidigungsminister und Berater von ihm erheben Vorwürfe gegen Armeechef Syrsky. Wadephul: Ukrainehilfe von Schuldenbremse ausnehmen Außenminister Johann Wadephul (CDU) unterstützt die Forderung von Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD), die Ukraine-Hilfen genauso wie Verteidigungsinvestitionen von der Schuldenbremse auszunehmen. "Ich halte das für eine sinnvolle Idee", sagte Wadephul dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). "Darüber muss jetzt in der Koalition diskutiert und im Herbst entschieden werden." Alabali Radovan hatte im Reuters-Interview auf einen solchen Schritt gedrängt, der den finanziellen Spielraum für humanitäre Hilfe und Entwicklungshilfe erhöhen würde. Auch der SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetovic hatte sich gegenüber Reuters dafür ausgesprochen. Freitag, 17. Juli Streit mit Polen: Selenskyj öffnet Geheimdienstarchive Nach dem diplomatischen Eklat um die Benennung einer ukrainischen Armeeeinheit nach einer historischen Partisanengruppe bemüht sich Präsident Wolodymyr Selenskyj um eine Entspannung der Beziehungen zu Polen . Er kündigte am Freitag an, Untersuchungen zu Massakern an der polnischen Bevölkerung durch die Ukrainische Aufstandsarmee (UPA) im Zweiten Weltkrieg auszuweiten und Geheimdienstarchive zu öffnen. Zudem sollen die Bemühungen zur Exhumierung von Opfern verstärkt werden. Der polnische Präsident Karol Nawrocki hatte Selenskyj wegen der Namenspläne im Mai die höchste Auszeichnung seines Landes entzogen. Historikern zufolge tötete die UPA zwischen 1943 und 1945 in Wolhynien bis zu 100.000 Polen. Bei Vergeltungsschlägen starben Tausende Ukrainer. Viele Ukrainer verehren die UPA als Symbol für das Streben nach Unabhängigkeit, da sie gegen deutsche Besatzer und sowjetische Truppen kämpfte. Kiew will die vor Kurzem erfolgte Benennung einer Armeeeinheit nach der UPA nicht rückgängig machen. Zwei Monate vor Wahl: Kreml-Propagandist kritisiert Putin – Festnahme Die politische Kehrtwende des früheren Kreml-Propagandisten Remeslo kam überraschend. Doch nun schlägt Putins Machtapparat zu. Lesen Sie den ganzen Artikel hier . Ukraine: Medien berichten über Korruptionsvorwürfe In der Ukraine haben sich acht große Medienhäuser einem gerichtlichen Verbot widersetzt und am Freitag über Korruptionsvorwürfe im Umfeld des Direktors der Ermittlungsbehörde SBI berichtet. "Wir betrachten dieses Verbot als einen eklatanten Akt der Zensur", erklärte das Medienhaus Suspilne, das an der Veröffentlichung beteiligt war. Deshalb sei es nötig, "zusammen mit anderen die Ergebnisse der Recherche zu herauszugeben". Die Investigativplattform "Slidstvo.Info" und die Anti-Korruptions-Organisation Antac hatten zu Immobiliengeschäften des Bruders von SBI-Chef Oleksyj Suchatschow recherchiert, der 143 Immobilien erworben haben soll. Suchatschows Behörde ist für die Strafverfolgung von Richtern und Militärangehörigen zuständig. Anfang Juli hatte ein Gericht die Veröffentlichung der Vorwürfe untersagt. Die Richter hatten ihre Entscheidung damit begründet, dass die Herausgabe des Materials Suchatschow und den beteiligten Unternehmen irreparablen Schaden zufügen würde. Das Komitee zum Schutz von Journalisten hatte daraufhin von einem "beispiellosen juristischen Manöver" gesprochen, das "schwerwiegende Folgen für die Pressefreiheit" haben könnte. Bei den Bemühungen der Ukraine um einen EU-Beitritt ist die im Land weit verbreitete Korruption eines der größten Hindernisse. In den vergangenen Jahren hatten zahlreiche Korruptionsskandale das Land erschüttert. Lambsdorff rechnet mit baldiger Mobilmachung in Russland Im September wird das Parlament in Russland neu zusammengestellt. Danach könnte der Kreml im Ukraine-Krieg eskalieren, warnt Botschafter Lambsdorff. Lesen Sie den ganzen Artikel hier . Heck völlig abgetrennt: Ukraine zerstört russischen Bomber Der ukrainische Geheimdienst SBU hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj einen russischen Langstreckenbomber des Typs Tu-95 auf dem Militärflugplatz Engels in der russischen Region Saratow "kritisch beschädigt". Demnach sei das Heck der Maschine vollständig abgetrennt worden. Die Tu-95 wird von Russland regelmäßig eingesetzt, um Marschflugkörper auf Ziele in der Ukraine abzufeuern. Wann der Angriff stattfand, teilten weder Selenskyj noch der SBU mit. Russische Telegram-Kanäle hatten jedoch in der Nacht zum 16. Juli von einem Drohnenangriff auf den Luftwaffenstützpunkt berichtet. Der SBU erklärte, der betroffene Bomber sei wiederholt an Angriffen auf die Ukraine beteiligt gewesen. Jeder außer Gefecht gesetzte strategische Bomber bedeute weniger Raketenangriffe auf ukrainische Städte und verursache Russland erhebliche wirtschaftliche Verluste. Selenskyj schrieb auf der Plattform X, die Ukraine erhöhe den Preis, den Russland für seinen Angriffskrieg zahlen müsse. Bereits im vergangenen Jahr hatte der SBU im Rahmen der Operation "Spiderweb" nach eigenen Angaben mehrere russische Tu-95-Bomber mit tief ins russische Staatsgebiet geschmuggelten Drohnen angegriffen. Der Geheimdienst sprach damals von Schäden in Milliardenhöhe und davon, einen erheblichen Teil der russischen Trägerflugzeuge für Marschflugkörper außer Gefecht gesetzt zu haben. EU protestiert: Dänische Werft hält Putins LNG-Flotte am Laufen Eine Werft in Dänemark wartet Spezialtanker, die russisches Flüssiggas nach Europa bringen. Mehr als 100 Abgeordnete fordern das Unternehmen nun auf, keine weiteren Schiffe anzunehmen. Lesen Sie den ganzen Artikel hier . Attacke auf russische Schiffe im Schwarzen Meer Die Ukraine setzt ihre Drohnenangriffe auf russische Ziele im Schwarzen Meer fort. Zwölf weitere Schiffe seien getroffen worden, teilt der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Ziele seien neun Frachter, zwei Tanker und ein Schlepper gewesen. Damit steige die Gesamtzahl der Schiffe, die im Juli im Asowschen und im Schwarzen Meer getroffen wurden, auf 159. Selenskyj entlässt Chef der Kiewer Militärverwaltung Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am 16. Juli Tymur Tkatschenko als Leiter der Kiewer Stadtmilitärverwaltung entlassen. Ein entsprechendes Dekret erklärt, dass Tkatschenko gemäß Artikel 4 des ukrainischen Gesetzes über die rechtliche Regelung des Kriegsrechts von seinen Aufgaben entbunden wurde. Ein Grund für die Entlassung wurde nicht genannt. Tkatschenko leitete die Kiewer Militärverwaltung seit Ende 2025. Die Ankündigung ist Teil weiterer Personalveränderungen durch Selenskyj. Dazu gehört auch der Rücktritt von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow am 15. Juli, mit dem er seiner Entlassung zuvorkam. Dies führte zu öffentlichen Protesten und Kritik aus Teilen des ukrainischen Militärs und der Zivilgesellschaft. Kiew wurde in den vergangenen Wochen vermehrt angegriffen, es gab Tote und Verletzte sowie erhebliche Schäden an Gebäuden. Donnerstag, 16. Juli Selenskyj schlägt neuen Verteidigungsminister vor Nach dem Rücktritt des ukrainischen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow hat Präsident Wolodymyr Selenskyj den Geheimdienstmitarbeiter Jewhenij Chmara zum geschäftsführenden Nachfolger ernannt. Chmara verfüge über "umfangreiche" und "in vielerlei Hinsicht beispiellose Erfahrungen mit technologischen Kampfhandlungen", erklärte Selenskyj am Donnerstag auf Facebook. Am Vortag hatte der populäre Verteidigungsminister Fedorow inmitten einer Regierungsumbildung seinen Rücktritt erklärt, was erheblichen Widerstand auslöste. Für viele Ukrainer verkörpert Fedorow, der das Amt erst vor sechs Monaten angetreten hatte, die Modernisierung einer von Bürokratie und Korruptionsvorwürfen belasteten Armee. Fedorow hatte die Digitalisierung der ukrainischen Streitkräfte und den Einsatz von Drohnen vorangetrieben. Unter seiner Leitung wurden zudem die Bezüge von Soldaten deutlich erhöht und Pläne für eine schrittweise Demobilisierung entwickelt. Ukrainisches Parlament bestätigt neue Regierung Im Rahmen eines von Präsident Wolodymyr Selenskyj eingeleiteten Kabinettumbaus hat das ukrainische Parlament einer neuen Regierung zugestimmt. Für die insgesamt 16 Minister stimmte eine deutliche Mehrheit von 264 Abgeordneten. 226 wären notwendig gewesen. Die Kandidaturen wurden vom kurz vorher bestätigten Regierungschef Serhij Korezkyj vorgestellt und in einem Paket zur Abstimmung gestellt. Ausgenommen sind der Außen- und der Verteidigungsminister. Für diese hat Selenskyj gemäß Verfassung das Vorschlagsrecht. Erwartet wird, dass der bisherige Außenminister Andrij Sybiha seinen Posten behält. Für die Leitung des Verteidigungsressorts ist Ex-Innenminister Ihor Klymenko im Gespräch. Der bisherige Amtsinhaber Mychajlo Fedorow hofft jedoch vor dem Hintergrund von Demonstrationen zu seiner Unterstützung, dass Selenskyj sich erneut für ihn ausspricht. Mehrere Minister der nur knapp ein Jahr amtierenden Vorgängerregierung behielten ihren Posten. Dazu gehören Finanzminister Serhij Martschenko und Energieminister Denys Schmyhal, der zudem erster Vizeregierungschef bleibt. Als neuer Innenminister wurde demnach der bisherige Polizeichef Iwan Wyhiwskyj eingesetzt. Einen Wechsel gab es auch beim Posten des für die EU-Beitrittsverhandlungen wichtigen Vizeregierungschefs für die EU- und Nato-Integration. Das Ressort wird nun von Wsewolod Tschenzow geleitet. Warum Vorgänger Taras Katschka gehen musste, wurde nicht erklärt. "Nächster Flug Richtung Moskau": Kiew droht Putin mit neuer Rakete Die ukrainische Rüstungsfirma Fire Point arbeitet an einer neuen ballistischen Rakete, die nach eigenen Angaben Ziele in Moskau erreichen könnte. Sollte die FP-9 einsatzbereit werden, könnte sie den Krieg auch strategisch verändern. Lesen Sie den ganzen Artikel hier . Selenskyj reagiert auf Proteste – und will Entlassung Fedorows prüfen Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj prüft nach eigenen Angaben noch die Nachfolge für den entlassenen Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow. Der bisherige Innenminister Ihor Klymenko sei einer von mehreren Kandidaten, die zur Diskussion stünden, sagte Selenskyj am Donnerstag. Er werde die Angelegenheit erneut prüfen. Dem Parlament lägen noch keine offiziellen Vorschläge vor. Selenskyj trennt sich von beliebtem Minister : Streit mit General? Die Entlassung Fedorows hatte in Kiew und anderen Städten des Landes seltene Proteste in Kriegszeiten ausgelöst. Der 35-Jährige hat das Verteidigungsministerium nur ein halbes Jahr lang geführt, gilt aber als einer der Architekten der aktuellen militärischen Erfolge der Ukraine, vor allem im Bereich der Drohnenkriegsführung. In Teilen der Armee und in der Öffentlichkeit genießt Fedorow daher ein hohes Ansehen, während er sich in der Rüstungsindustrie und im Parlament zum Teil unbeliebt machte. Fedorow gilt als rigoroser Reformer, hat es aber offenbar versäumt, Veränderungen richtig zu kommunizieren. Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag offenbarte Fedorow auch einen tiefen Bruch mit Armeechef Oleksandr Syrskyj und Generalstabschef Andrij Hnatow, deren Entlassung Fedorow forderte. Präsident Selenskyj gerät nun offenbar zwischen die Lager der Anhänger und Gegner Fedorows. Diesem wurden zuletzt auch Ambitionen auf Selenskyjs Präsidentenamt nachgesagt. Daher gibt es auch Spekulationen, dass Selenskyj sich mit der Entlassung Fedorows eines politischen Konkurrenten entledigen wollte. Naftogaz-Chef wird Regierungschef In der Ukraine hat das Parlament den neuen Ministerpräsidenten Serhij Korezkyj bestätigt. Für die Ernennung stimmte eine deutliche Mehrheit von 289 Abgeordneten. 226 waren notwendig gewesen. Korezkyj leitete bislang den staatlichen Energiekonzern Naftogaz. Eine der wichtigsten Aufgaben des 48-Jährigen besteht in der Vorbereitung des Landes auf den nächsten Kriegswinter. Proteste und Boykott nach Rücktritt von Minister Nach dem Rücktritt des ukrainischen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow kommt es in der Ukraine zu Protesten, Boykott und mindestens einem hochrangigen Rücktritt. Fedorow hatte sein Amt am Mittwochabend überraschend abgegeben. Tatsächlich ist sein Abgang aber wohl das Ergebnis einer Regierungsumbildung, die Präsident Wolodymyr Selenskyj vorantreibt. Fedorows Posten soll der Polizeigeneral und bisherige Innenminister Ihor Klymenko übernehmen. Dagegen regt sich Widerstand. Medienberichten zufolge könnten Selenskyj im Parlament die Stimmen fehlen, um Klymenko zum Verteidigungsminister zu machen. Die "Financial Times" berichtet, es gebe "definitiv" keine Mehrheit für Selenskyjs Kandidaten. Pawlo Yelizarow, hochrangiger Kommandeur einer Drohneneinheit des ukrainischen Militärs, trat aus Protest gegen Fedorows Absetzung zurück. In Kiew wird unterdessen zu Protesten aufgerufen, an denen sich auch das ukrainische Medium United24 beteiligt – und deshalb für heute sämtliche Pressearbeit einstellt. Auf der Webseite von United24 schreiben zwei Mitglieder der Chefredaktion: "Mychajlo Fedorow wurde am 15. Juli seines Postens enthoben. Heute versammeln sich Ukrainer in Kiew, Lwiw, Charkiw, Dnipro, Odessa und anderen Städten in friedlichem Protest. Wir sehen uns dort. Ehre der Ukraine!" Raketenangriffe auf Kiew Das russische Militär hat die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht ein weiteres Mal mit ballistischen Raketen angegriffen. Nach Auskunft von Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram gab es Einschläge in zwei Stadtteilen: In einem Lager im Westen der Stadt und einem unbewohnten Haus in einem östlichen Stadtbezirk seien Brände ausgebrochen. Angaben der ukrainischen Luftwaffe zufolge feuerte das russische Militär in zwei Wellen mindestens acht Raketen auf die Dreimillionenstadt und ihre Umgebung ab. Mittwoch, 15. Juli Rosatom: Drohne tötet Chefingenieur des AKW Saporischschja Eine ukrainische Drohne soll nach russischen Angaben den Chefingenieur des besetzten Atomkraftwerks Saporischschja in der Südostukraine getötet haben. "Eine Drohne der ukrainischen Streitkräfte griff einen Dienstwagen des AKWs an der Grenze zwischen dem Werksgelände des Kraftwerks und der Stadt Enerhodar an", sagte der Chef des russischen Atomkonzerns Rosatom, Alexej Lichatschow, laut einer Mitteilung bei Telegram. Es sei ein zielgerichteter Angriff gewesen. Ebenso sei der Fahrer des Dienstwagens bei dem Angriff ums Leben gekommen. Lichatschow verlangte demnach von der internationalen Atomaufsicht IAEA eine "klare Reaktion". Die russische Führung sei informiert worden. In Moskau reagierte das Außenministerium sofort. "Wir fordern von den zuständigen internationalen Gremien, allen voran der IAEA, eine klare und unmissverständliche Erklärung, in der dieser Mord verurteilt wird", schrieb die Sprecherin, Maria Sacharowa, bei Telegram. Namentlich nannte sie den Chef der IAEA, Rafael Grossi. Selenskyjs Verteidigungsminister erklärt seinen Rücktritt Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow hat seinen Rücktritt erklärt. "Es war eine große Ehre, dem ukrainischen Volk als Verteidigungsminister zu dienen", erklärte Fedorow am Mittwochabend im Onlinedienst Telegram. Am Sonntag hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Regierungsumbildung verkündet, die unter anderem den Rücktritt der ukrainischen Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko beinhaltete. In einer langen Stellungnahme auf Telegram zählte Fedorow die Erfolge seines Ministeriums auf, dessen Leitung er im Januar übernommen hatte. In einer zweiten, kürzeren Stellungnahme legte er seine Misserfolge dar. "Ein bisschen seltsam ist es schon" : Selenskyj lässt die Ukraine rätseln Selenskyj: Können Patriots bald selber bauen Die Ukraine dürfte nach Einschätzung von Präsident Wolodymyr Selenskyj das US-Flugabwehrsystem Patriot bis zum Jahresende selbst herstellen können. Er rechne damit, dass sein Land bis dahin technisch dazu in der Lage sein werde, sagte Selenskyj am Mittwoch vor Journalisten. Die Ukraine verfüge zudem über einen Entwurf für eine Startrampe und eine Rakete für das europäische Raketenabwehrprojekt Freyja. US-Präsident Donald Trump hatte der Ukraine nach dem Nato-Gipfel Anfang Juli überraschend in Aussicht gestellt, Patriotraketen im eigenen Land produzieren zu können . Das Patriot-Flugabwehrsystem ist die einzige Waffe, mit der die Ukraine Russlands ballistische Raketen abfangen kann. Damit greift Russland immer wieder Wohngebiete, aber auch wichtige Rüstungsbetriebe in der Ukraine an. Die Ukraine dürfte aber über nur noch wenige Patriotraketen verfügen. Selenskyj bezifferte den Bedarf seines Landes für den Winter auf 300 Raketen, um russische Angriffe auf Kraftwerke abwehren zu können. Bei dem geplanten Abfangsystem Freyja handelt es sich um eine Entwicklung der ukrainischen Firma Fire Point. Es soll nach Angaben Selenskyjs aber frühestens in einem Jahr einsatzbereit sein. Insgesamt neun europäische Länder, darunter auch Deutschland, beteiligen sich an der Finanzierung und Entwicklung des Abwehrsystems . Es soll Europa unabhängiger machen von Waffenlieferungen aus den USA . Tote und Verletzte nach russischen Angriffen in Ostukraine Durch russischen Beschuss sind im ostukrainischen Gebiet Donezk nach Behördenangaben mindestens zwei Menschen getötet worden. Acht weitere Menschen seien bei Angriffen unter anderem mit ferngesteuerten Drohnen verletzt worden, teilte der Militärgouverneur der Region, Wadym Filaschkin, bei Telegram mit. Den Angaben nach waren die Siedlung Jasna Poljana und die nahe Stadt Kramatorsk Angriffsziele. Kramatorsk ist nur etwa zwölf Kilometer von der Frontlinie entfernt. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen die russische Invasion. Zuletzt hatten Experten der Vereinten Nationen einen Anstieg ziviler Opfer durch die Kampfhandlungen festgestellt. Selenskyj schlägt neuen Ministerpräsidenten vor Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will den Chef des staatlichen Energiekonzerns Naftogaz, Serhij Korezkyj, zum neuen Ministerpräsidenten nominieren. Die Vorbereitungen auf die kalte Jahreszeit hätten für das Land oberste Priorität, sagte Selenskyj am Mittwoch in Kiew. "Die Prioritäten sind klar – die Vorbereitung auf den Winter", erklärte er. Nach allen Konsultationen sei Korezkyj der am besten geeignete Kandidat für das Amt. Das Parlament wird voraussichtlich am Donnerstag über die Personalie abstimmen. Eine Zustimmung gilt als sicher, da Selenskyjs Partei über die Mehrheit der Mandate verfügt. Selenskyj hatte die bisherige Regierungschefin Julija Swyrydenko in dieser Woche nach einem Jahr im Amt entlassen. Das Parlament nahm ihr Rücktrittsgesuch am Dienstag an. Der Rücktritt der Ministerpräsidentin zieht automatisch die Demission des gesamten Kabinetts nach sich. Daher wird mit einer umfassenden Regierungsumbildung gerechnet. "Ein bisschen seltsam ist es schon" : Selenskyj lässt die Ukraine rätseln Besonders im Fokus steht dabei die Zukunft von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow. Der 35-Jährige leitet das Ministerium seit sechs Monaten und gilt als Förderer technologischer Innovationen. Selenskyj ließ offen, ob Fedorow im Amt bleibe. Er kündigte für Mittwochnachmittag Gespräche mit dem Minister und der Armeeführung an. Die politische Umgestaltung fällt in eine Phase, in der die Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland vermehrt auf Angriffe mit Langstreckendrohnen setzt. Ukrainer schießen Kampfhubschrauber mit Drohne ab Die ukrainischen Streitkräfte melden den Abschuss eines russischen Kampfhubschraubers vom Typ Mi-28 in der russischen Grenzregion Belgorod. Nach Angaben der ukrainischen Drohnenstreitkräfte sei der Hubschrauber am Mittwoch nahe dem Ort Wjasowoje von einer Drohneneinheit getroffen worden. Ein von der Ukraine veröffentlichtes Video soll den Einsatz zeigen. Eine unabhängige Bestätigung der Angaben liegt bislang nicht vor. Der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, veröffentlichte Aufnahmen des Vorfalls auf Telegram. Weitere Details zum eingesetzten Drohnentyp, zum Schicksal der Besatzung oder zum Ausmaß der Schäden nannte die ukrainische Seite nicht. Das russische Verteidigungsministerium äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall. Der Mi-28 zählt zu den wichtigsten russischen Kampfhubschraubern und wird im Angriffskrieg gegen die Ukraine unter anderem zur Bekämpfung von Bodenzielen eingesetzt. Ukrainische FPV-Drohnen haben sich in den vergangenen Monaten zunehmend auch für niedrig fliegende Luftziele als Bedrohung erwiesen. Ukraine: Haben wichtiges Kraftwerk auf Krim angegriffen Das ukrainische Militär hat eigenen Angaben zufolge ein Kraftwerk in Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim angegriffen. Bei der nächtlichen Attacke sei das Wärmekraftwerk Balaklawa getroffen worden, teilen die ukrainischen Spezialkräfte auf Telegram mit. Die Anlage ist für fast die Hälfte der Stromerzeugung auf der Halbinsel verantwortlich. Dieses in sozialen Medien verbreitete Handyvideo soll das Kraftwerk nach dem jüngsten Angriff zeigen: Nach ukrainischen Angriffen wird in Sewastopol stundenweise der Strom abgeschaltet. Die von Russland eingesetzten Behörden hatten am Dienstag mitgeteilt, dass die Stromversorgung vorerst auf zwei Stunden begrenzt ist, gefolgt von sechsstündigen Ausfällen. Moskau will Sprit für Lebensmittellieferanten priorisieren Die russische Regierung will angesichts landesweiter Kraftstoffengpässe die bevorzugte Belieferung von Lebensmitteltransporten mit Benzin und Diesel sicherstellen. "Das ist wichtig, um zu verhindern, dass Lebensmittel verderben", sagte der stellvertretende Ministerpräsident Alexander Nowak am Mittwoch in Moskau. Daher sei besprochen worden, die Kraftstoffversorgung für Lieferanten der großen Einzelhandelsketten zu priorisieren. Damit sollen auch zusätzliche Kosten vermieden werden, die die Verbraucherpreise hochtreiben könnten. Hintergrund der Engpässe sind ukrainische Drohnenangriffe auf die russische Energieinfrastruktur und Ölraffinerien. Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters und zweier Brancheninsider zufolge ist die russische Benzinproduktion dadurch auf rund 65 Prozent des saisonalen Durchschnittsverbrauchs gefallen. Der zur Bewältigung der Krise eingerichtete Krisenstab der Regierung erörterte den Angaben nach auch die Dieselversorgung für die Landwirtschaft. Die russische Zentralbank hat bereits erklärt, dass der Produktionsrückgang das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal beeinträchtigt haben dürfte. Ukraine trifft ins Mark: Putins Krieg kommt nach Hause Gefährlich werden können Putin die Parlamentswahlen in zwei Monaten eigentlich nicht. Dennoch wirkt der Kreml zunehmend nervös – und das nicht ohne Grund. Lesen Sie den ganzen Artikel hier . Spritkrise: Russischer Gouverneur verdonnert Beamte zum Radfahren In Stawropol wird Treibstoff knapp, die Versorgungslage bleibt angespannt. Nun zieht die Regionalregierung Konsequenzen und ordnet einen Verzicht auf Autos im Alltag an. Mehr dazu lesen Sie hier. EU einigt sich auf Einschränkung von Schutz für Ukrainer Wehrfähige Männer aus der Ukraine sollen sich einem Einsatz im Krieg gegen Russland künftig schwerer entziehen können und nach dem Willen der Mitgliedsländer nicht mehr so einfach Zuflucht in der EU finden. Es sollen dann nur noch diejenigen von vereinfachten Aufnahmeregeln profitieren, die ihren Wehrdienst in der Ukraine geleistet haben oder freigestellt sind, wie der Rat der EU-Staaten mitteilte. Die grundsätzliche Einigung soll demnach in den kommenden Wochen formal beschlossen werden. Nach den derzeitigen ukrainischen Regeln wären davon besonders wehrfähige Männer zwischen 23 und 60 Jahren betroffen. Sie unterliegen in der Ukraine einem Ausreiseverbot. Für den Kriegsdienst eingezogen werden aktuell jedoch erst Wehrpflichtige ab 25 Jahren. Die Änderung würde nur bei Männern Anwendung finden, die neu in die EU kommen. Nach Willen der EU-Staaten bliebe ihnen künftig nur die Möglichkeit eines Asylantrags, sie hätten also deutlich geringere Aussichten auf Schutz und eine Aufenthaltserlaubnis. Ukrainer beschießen russische Tanker im Schwarzen Meer Die ukrainischen Drohnentruppen haben nach eigenen Angaben mit dem Beschuss russischer Tanker im Schwarzen Meer begonnen. "Die ersten 20 Tanker im Schwarzen Meer wurden in der Nacht zum 15. Juli erledigt", schrieb der Chef der ukrainischen Drohnentruppen, Robert Browdi, auf seinem Telegramkanal. Die Drohnen hätten 17 Öltanker, zwei Gastanker und ein Schleppschiff getroffen. Die Angaben waren zunächst nicht unabhängig zu prüfen. Zuvor berichteten die Ukrainer, im Asowschen Meer aktiv gewesen zu sein. Nach Angaben Browdis wurden im Asowschen Meer insgesamt 116 Schiffe attackiert. Damit sei "die erste Runde des Seekriegs beendet", schrieb er. Nun gehe es darum, im Schwarzen Meer mindestens genauso viele russische Tanker zu treffen. Seiner Darstellung nach konzentriert sich die Ukraine dabei auf Schiffe der russischen Schattenflotte, die Moskau zur Umgehung westlicher Sanktionen nutzt. Bürgermeister: Hunderte Drohnen auf dem Weg nach Moskau Russland hat nach Angaben des Moskauer Bürgermeisters Sergej Sobjanin binnen 24 Stunden einen Angriff mit 340 ukrainischen Drohnen auf die Hauptstadtregion abgewehrt. Die meisten seien von der Flugabwehr weit vor der Stadt neutralisiert worden, schreibt Sobjanin auf Telegram. Mehr als 50 Drohnen seien auf dem Weg nach Moskau zerstört worden. Zuletzt hatten die russischen Streitkräfte ihre Drohnen- und Raketenangriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew verstärkt. Eine ukrainische Stellungnahme zu dem konkreten Angriff liegt zunächst nicht vor. Die russischen Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Russland übt an Estland-Grenze Russland hat offenbar an der Grenze zu Estland eine Übung mit scharfer Munition abgehalten. Sie fand am Peipus-See an der Grenze zwischen Estland und Russland statt. Wie die Zeitung "Postimees" berichtet, sei dies ein ungewöhnlicher Vorgang. "Das ist definitiv nicht normal. Russland hat auf dem Peipus-See bislang keine Waffen eingesetzt. Insofern handelt es sich um etwas Neues", sagte Verteidigungsminister Hanno Pevkur. Dienstag, 14. Juli Chef von ukrainischem Rüstungskonzern Ukroboronprom tritt zurück Der Chef des staatlichen ukrainischen Rüstungskonzerns Ukroboronprom, Herman Smetanin, ist zurückgetreten. Dies geschah eine Woche nach einem russischen Angriff auf ein Lager des Unternehmens in der Region Kiew, der Explosionen mit mehreren Todesopfern auslöste. Smetanin nannte am Dienstag keinen Grund für seine Entscheidung. Zum kommissarischen Nachfolger wurde der ehemalige stellvertretende Verteidigungsminister Serhij Bojew ernannt, wie der Konzern mitteilte. Ein Auswahlverfahren für einen neuen Chef sei eingeleitet worden. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte nach dem russischen Angriff vom 6. Juli erklärt, dass Verantwortliche des Rüstungskonzerns zur Rechenschaft gezogen würden. Anfang des Monats wurden zwei weitere hochrangige Führungskräfte von Ukroboronprom entlassen. Der Staatskonzern vereint rund 100 Waffenhersteller des Landes. Die ukrainische Rüstungsindustrie ist während des mehr als vier Jahre andauernden russischen Angriffskriegs stark gewachsen; der jährliche Produktionswert wird inzwischen auf rund 50 Milliarden Dollar geschätzt. Ukraine: Haben russisches Geheimdienst-Schiff versenkt Die ukrainische Marine hat nach eigenen Angaben ein Patrouillenschiff des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB mit einer Seedrohne versenkt. In einer auf Telegram veröffentlichten Stellungnahme erklärte sie, das Schiff "Izumrud" sei nahe der russischen Schwarzmeerstadt Noworossijsk getroffen worden. Demnach habe es unter der Besatzung Tote und Verletzte gegeben. Eine unabhängige Bestätigung der Angaben liegt bislang nicht vor. Nach ukrainischen Angaben stand die "Izumrud" seit 2014 im Dienst und verfügte unter anderem über einen Hubschrauberlandeplatz. Die Marine erklärte zudem, das Schiff habe 2018 an der Konfrontation mit ukrainischen Schiffen in der Straße von Kertsch teilgenommen. Noworossijsk, unweit der von Russland annektierten Halbinsel Krim, war bereits mehrfach Ziel ukrainischer Angriffe. Die Ukraine kündigte zudem weitere Angriffe an. Von russischer Seite gab es zunächst keine Stellungnahme zu den ukrainischen Angaben. Ukrainisches Parlament nimmt Rücktritt von Ministerpräsidentin an Das ukrainische Parlament hat den Rücktritt von Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko angenommen. Die 40-jährige Ökonomin legte ihr Amt nach einem Jahr auf Bitten von Präsident Wolodymyr Selenskyj nieder. Mit dem Ausscheiden Swyrydenkos tritt am Dienstag verfassungsgemäß die gesamte Regierung zurück. Selenskyj begründete die Regierungsumbildung kaum. Er erklärte lediglich, die Ukraine ändere ihren politischen Kurs und benötige neues Personal. Einige Abgeordnete äußerten im Parlament Unbehagen über den abrupten Wechsel. Swyrydenko hatte das Amt vor einem Jahr übernommen, nachdem ein Korruptionsskandal die ukrainische Führung erschüttert hatte. Kritiker warfen ihr vor, nicht entschlossen genug gegen Bestechlichkeit vorgegangen zu sein. Der Oppositionsabgeordnete Jaroslaw Schelesnjak von der Holos-Partei kritisierte die Bilanz der scheidenden Regierung: "Uns wurden jeden Tag Ergebnisse versprochen. Die Regierung hat dieses Versprechen gehalten: jeden Tag Präsentationen, jeden Tag Pressekonferenzen und jeden Tag ein neuer Verdächtiger in einem Korruptionsfall." Swyrydenko betonte in ihrer Abschiedsrede dagegen, für sie hätten stets konkrete Resultate gezählt. Sie fügte hinzu, dass die Vorbereitung auf den kommenden Winter die größte Herausforderung für die neue Regierung sein werde, da mit verstärkten russischen Angriffen auf das Strom- und Gasnetz zu rechnen sei. Kreml kritisiert Merz für geplante Sicherheitsgarantien an Kiew Der Kreml hat Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz zu künftigen Sicherheitsgarantien für die Ukraine kritisiert. "Sicherheitsgarantien ohne die Beteiligung Russlands zu formulieren, ist unmöglich", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Nachrichtenagenturen zufolge. Die Aussagen von Merz zeugten davon, dass die Europäer in einer Sackgasse stecken. Sollten die Europäer davon tatsächlich überzeugt sein, "dann schließt das die Teilnahme der europäischen Länder am Prozess der Regulierung aus", sagte Peskow. Stein des Anstoßes ist offenbar ein Satz von Merz auf der Pressekonferenz beim Treffen der sogenannten Koalition der Willigen. Der Bundeskanzler hatte dort die Erfolge des ukrainischen Militärs in den vergangenen Wochen hervorgehoben und erklärt, dass dies Chancen auf einen Frieden biete. Die Koalition wolle auch nach einem Waffenstillstand einen Beitrag für die Sicherheit der Ukraine leisten. "Wie wir im Einzelnen unsere Sicherheitsgarantien ausgestalten, das werden die Ukraine und ihre Partner entscheiden, nicht Moskau", sagte Merz. Die sogenannte Koalition der Willigen plant eine multinationale, von Europa geführte und von den USA unterstützte Truppe. Sie soll nach einem Ende des russischen Angriffskriegs helfen, die Sicherheit der Ukraine zu gewährleisten. Die Bemühungen um ein Kriegsende sind aber seit Monaten festgefahren. Ukraine: Haben mit Drohnen elf russische Schiffe getroffen Bei ukrainischen Drohnenangriffen sind im Asowschen Meer nach Angaben aus Kiew elf russische Schiffe getroffen worden. Unter den Zielen seien fünf Tanker, fünf Frachtschiffe und ein Schlepper, teilte der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, via Telegram mit. Damit steige die Zahl der in den vergangenen neun Tagen getroffenen Schiffe auf 116. Bulgarien nicht bei "Koalition der Willigen" für die Ukraine Der EU- und Nato-Mitgliedstaat Bulgarien hat eine Teilnahme an der "Koalition der Willigen" zur Unterstützung der Ukraine abgelehnt. "Der Platz von Bulgarien ist nicht dort", sagte der neue bulgarische Ministerpräsident Rumen Radew in Paris einem Bericht des Bulgarischen Nationalen Fernsehens BNT zufolge. Bulgarien nehme nicht an einer Koalition teil, die auf eine Fortsetzung der finanziellen und militärischen Hilfe für die Ukraine bestehe, erläuterte Radew. Er habe zwar eine Einladung von Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron zur Beteiligung an einer "Koalition der Willigen" erhalten, in Paris halte er sich aber anlässlich des französischen Nationalfeiertags auf. Estland: Russland hält unangekündigt Schießübungen auf Peipussee ab Russland hat nach Angaben von Estland unangekündigte Schießübungen auf dem Peipussee durchgeführt. Nur wenige Kilometer von der Grenze zu dem baltischen EU- und Nato-Land hätten russische Einheiten erstmals eine Übung mitten auf dem See abgehalten. "Das ist definitiv nicht typisch. Russland hat bisher keine Aktivitäten mit Waffen auf dem Peipussee durchgeführt. Insofern ist das etwas Neues", sagte Verteidigungsminister Hanno Pevkur estnischen Medienberichten zufolge. Der estnische Grenzschutz sei nicht informiert worden, habe die Lage aber überwacht und verfolgt. Die Übung soll den Berichten zufolge einen Tag nach dem Nato-Gipfel am 9. Juli stattgefunden haben und auf der estnischen Seite zu hören gewesen sein. Auch soll auf russischer Seite ein Aufklärungsballon über dem Fluss Narva gestartet worden sein. Der Peipussee liegt im Osten des Baltenstaates zwischen Estland und Russland – er ist einer der größten Seen Europas. Die Grenze und dazugehörige Kontrolllinie verläuft durch das Gewässer. Russlands größter Trumpf wird zum Problem Die Ukraine hat den Schwerpunkt ihrer Angriffe von der Front ins russische Hinterland verlagert. Bislang findet der Kreml kein Mittel gegen Kiews Drohnen. Lesen Sie hier mehr dazu. Russland greift Kiew wieder mit Raketen an Russlands Militär hat die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht erneut mit ballistischen Raketen angegriffen, die aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit schwierig abzuwehren sind. Im Zentrum der Dreimillionenstadt waren gut ein halbes Dutzend Explosionen zu hören. Nach Behördenangaben brachen in mindestens zwei Stadtteilen Brände aus, teils ausgelöst durch herabgestürzte Trümmerteile. Am Morgen teilte die ukrainische Luftwaffe mit, dass fünf von acht anfliegenden Raketen der Typen Iskander und S-400 abgewehrt worden seien. Auch zwei Marschflugkörper vom Typ Ch-59/69 und 108 von 135 Drohnen seien abgefangen worden. Bei Luftangriffen in den Tagen zuvor hatte die ukrainische Luftwaffe aus Munitionsmangel keine ballistischen Raketen aus Russland abschießen können. Putin verbannt Politiker von Duma-Wahl Die russischen Behörden haben den liberalkonservativen Oppositionspolitiker Boris Nadeschdin festgenommen und von der Wahl zur russischen Staatsduma ausgeschlossen. "Die Polizei ist gekommen. Sie bringen mich zur Polizeidienststelle in Dolgoprudno", erklärte Nadeschdin auf Telegram. Lesen Sie hier mehr dazu. EU treibt Beitrittsverhandlungen mit Ukraine voran Die EU treibt die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine voran. Bei einem Treffen von Vertretern beider Seiten wurden in Brüssel Gespräche zum Themenbereich Außenbeziehungen aufgenommen, wie die derzeitige irische EU-Ratspräsidentschaft mitteilte. In ihnen geht es zum Beispiel um die Handelspolitik sowie die Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Der deutsche Europastaatsminister Gunther Krichbaum (CDU) sagte am Rande der Beitrittskonferenz, es gelte, das positive Momentum zu nutzen. Vor der Ukraine liege noch ein langer Weg, die Bundesregierung setze sich aber weiterhin für eine stufenweise Integration mit einer sogenannten assoziierten Mitgliedschaft als Zwischenstufe ein. Dies bedeute, dass die Ukraine etwa eine Beobachterrolle im Rat der Mitgliedstaaten und im Europäischen Parlament bekommen könnte. Polen kündigt erste Manöver der "Koalition der Willigen" an Erste Militärmanöver der "Koalition der Willigen" zur Unterstützung der Ukraine sollen in diesem Herbst in Polen stattfinden. Das kündigte der polnische Ministerpräsident Donald Tusk in Paris an, nachdem die Staatengruppe am Vortag in der französischen Hauptstadt getagt hatte. Tusk nannte Truppen aus Frankreich und Großbritannien als internationale Teilnehmer. Die polnischen Streitkräfte seien Teilnehmer und Gastgeber. Die Manöver sollten die Koalition auf "konkrete Sicherheitsgarantien für die Ukraine, aber auch für die Region vorbereiten", sagte Tusk der polnischen Nachrichtenagentur PAP zufolge. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte am Montag erstmals von gemeinsamen Übungen gesprochen. Putin verleiht früherem BMW-Designer die Staatsbürgerschaft Der russische Staatschef Wladimir Putin hat dem früheren BMW-Designer Pierre Leclerc überraschend die russische Staatsbürgerschaft verliehen. Einen entsprechenden Erlass veröffentlichte der Kreml auf seiner Webseite. Die Hintergründe der Verleihung blieben unklar. Lesen Sie hier mehr dazu. Nach Angriffen im Asowschen Meer: Russland prüft neue Frachtrouten Wegen zunehmender ukrainischer Angriffe im Asowschen Meer erwägt Russland eine Umleitung seiner Frachttransporte. Das Verkehrsministerium in Moskau teilte mit, Güter von Frachtschiffen könnten auf andere Verkehrsmittel und Routen verlagert werden. Zugleich ergreife man alle notwendigen Maßnahmen, um die Sicherheit der Schiffe in dem Gewässer zu gewährleisten. Das Landwirtschaftsministerium betonte, die verstärkten Angriffe auf Frachter würden weder die russischen Exportkapazitäten noch die Versorgung des heimischen Lebensmittelmarktes beeinträchtigen. Ukraine attackiert russische Raffinerie nahe dem Uralgebirge Die Ukraine hat in der Nacht eine Raffinerie in der russischen Teilrepublik Baschkortostan in der Nähe des Uralgebirges angegriffen. Eine massive Attacke auf das Industriegebiet in Salawat bestätigte Republikchef Radij Chabirow auf Telegram. "Es gibt einige Rauchherde, die durch das Herabstürzen von Drohnentrümmern hervorgerufen wurden", schrieb er. Tote und Verletzte gibt es seinen Angaben nach nicht. Die Feuerwehr sei beim Löschen. Medienberichten zufolge sind die Brände in der Ölverarbeitungsanlage ausgebrochen. Salawat liegt mehr als 1.400 Kilometer von der Front entfernt. Die zum Ölkonzern Gazpromneft gehörende Raffinerie hat eine Verarbeitungskapazität von mehr als sieben Millionen Tonnen Rohöl im Jahr. Im September 2025 wurde sie bereits zweimal angegriffen. Nach Angaben Chabirows arbeitete sie anschließend aber weiter störungsfrei. Die Ukraine hatte zuletzt eine weiterentwickelte Langstreckendrohne in Dienst gestellt. Laut dem Hersteller Fire Point soll die Reichweite der FP-1(ER) bis zu 3.400 Kilometer betragen . Drohnentrümmer lösen Brand in russischer Ölraffinerie aus In der südrussischen Region Krasnodar haben Drohnentrümmer nach Angaben der örtlichen Rettungsdienste einen Brand in einer Ölraffinerie ausgelöst. Die herabfallenden Trümmer beschädigten demnach auch mehrere Privathäuser, einen Wohnblock sowie ein Gebäude an einem Bahnübergang. Eine Person sei verletzt worden, heißt es weiter. Russland-Sanktionen der EU: Manche Länder bremsen Die EU-Staaten haben bei einem Außenministertreffen in Brüssel keine Einigung auf ein neues großes Paket mit Russland-Sanktionen erzielen können. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sagte im Anschluss an die Beratungen, sie bedauere dies. Man sei aber "recht nah" an einer Verständigung. Vertreter der EU-Mitgliedstaaten beraten bereits seit Wochen über Vorschläge der Kommission für neue Strafmaßnahmen, die Russlands Kriegsführung gegen die Ukraine weiter erschweren sollen. Die Pläne sehen unter anderem weitere Maßnahmen gegen den russischen Finanz- und Energiesektor sowie ein Einreiseverbot für russische Soldaten vor. Um Russlands Einnahmen aus Ölexporten zu begrenzen, ist zudem geplant, die turnusmäßige Anpassung der Ölpreisobergrenze vorerst auszusetzen. Diese müsste sonst wegen der gestiegenen Weltmarktpreise infolge des Iran-Kriegs und der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus angehoben werden. Die Anpassung ist eigentlich zum 15. Juli – also zu diesem Mittwoch – vorgesehen. Nach Angaben von Diplomaten erschweren insbesondere nationalstaatliche Interessen die Einigung auf das neue Sanktionspaket. Demnach will etwa Griechenland heimische Reedereien schützen, die mit dem Transport von Flüssigerdgas in Drittstaaten Geld verdienen. Macron: Ukraine darf französische Raketen produzieren Frankreich erlaubt der Ukraine die Produktion französischer Marschflugkörper, Präzisionsbomben und Flugabwehrraketen. Darauf einigten sich Präsident Emmanuel Macron und sein ukrainischer Kollege Wolodymyr Selenskyj, wie Macron nach einem Treffen von rund 25 Staats- und Regierungschefs in Paris mitteilte. Zudem bestellt die Regierung in Kiew 16 französische Rafale-Kampfjets, die bis spätestens 2029 einsatzbereit sein sollen, sowie Luftabwehrsysteme der neuesten Generation. Damit erteilt Frankreich der Ukraine erstmals Lizenzen für die Rüstungsproduktion. Die Verbündeten der Ukraine planen zudem Militärübungen in den Nachbarländern, erklärt Macron weiter. Russland greift Kiew und weitere ukrainische Städte an Russland greift die ukrainische Hauptstadt Kiew mit Raketen an. Nach Angaben von Behördenvertretern werden dabei Brände in mehreren Stadtteilen ausgelöst. Im Bezirk Holosiivskyi stehen zwei Lagerhallen in Flammen. Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge brennen zudem Autos, nachdem Drohnenteile in einem östlichen Vorort niedergegangen sind. Opfer werden aus der Hauptstadt zunächst nicht gemeldet. Auch andere Städte sind Ziele der Angriffe. In Saporischschja werden bei einem Drohnenangriff den Rettungsdiensten zufolge elf Menschen verletzt. In der Region Charkiw gibt es nach Angaben des Gouverneurs sechs Verletzte. Eine russische Stellungnahme liegt zunächst nicht vor. Russland: Acht Tote durch ukrainische Drohnenangriffe in Donezk Bei ukrainischen Drohnenangriffen in den von Russland kontrollierten Teilen der Region Donezk werden nach russischen Angaben acht Menschen getötet. Darunter befinde sich eine vierköpfige Familie, teilt der von Moskau eingesetzte Verwaltungschef Denis Puschilin auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Vier weitere Menschen seien ums Leben gekommen, als ihre Fahrzeuge von Drohnen getroffen wurden. Eine ukrainische Stellungnahme liegt zunächst nicht vor. Macron überrascht mit Ankündigung von Manövern Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat überraschend schon für die nächsten Monate gemeinsame Manöver der "Koalition der Willigen" der Ukraine-Verbündeten in den Nachbarländern des von Russland angegriffenen Landes angekündigt. Mehr dazu lesen Sie hier. Fünf Tote bei russischem Angriff auf Frachter nahe Odessa Bei einem russischen Luftangriff auf einen ausländischen Frachter in der Ukraine sind nach Behördenangaben mindestens fünf Besatzungsmitglieder getötet worden. Außerdem habe es auf dem Schiff unter der Flagge von Togo zwölf Verletzte gegeben, teilte der Militärgouverneur des Gebietes Odessa, Oleh Kiper, auf Telegram mit. Der Frachter sei während des Entladens von Mineraldünger in einem Schwarzmeerhafen bei Odessa getroffen worden. In Odessa selbst wurden durch den nächtlichen Angriff mehr als ein Dutzend Busse in einem Fuhrpark zerstört oder beschädigt, wie Kiper mitteilte. Wohnhäuser und ein Sanatorium seien beschädigt worden. Der Gouverneur sprach von mindestens fünf Verletzten. Moskaus Angriff auf den Schiffsverkehr in Odessa wirkt dabei wie eine Antwort auf die ukrainischen Drohnenattacken gegen russische Tankschiffe im Asowschen Meer. Über Nacht seien dort weitere 15 Schiffe getroffen worden, schrieb der Kommandeur der ukrainischen Drohnentruppen, Robert Browdi, auf Telegram. Es gehe um sieben Tanker, fünf Frachter, eine Fähre und zwei Schlepper. Von russischer Seite gab es dazu keine Angaben. Montag, 13. Juli Russland bestellt deutschen Botschafter ein Der deutsche Botschafter Alexander Graf Lambsdorff ist ins russische Außenministerium einbestellt worden. Das Ministerium informierte in den sozialen Netzwerken über die Einbestellung, nannte aber keinen Grund. Lambsdorff, der immer wieder den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine kritisiert hatte, verabschiedet sich an diesem Dienstag aus Moskau, um seinen neuen Posten als Botschafter in Israel anzutreten. Neuer deutscher Botschafter in Russland wird Clemens von Goetze. Zuletzt hatte das Ministerium Lambsdorff im April einbestellt – wegen angeblicher Kontakte von deutschen Politikern zu Terrororganisationen. Das Auswärtige Amt in Berlin nannte die Einbestellung des Botschafters eine "völlig haltlose Maßnahme". Die deutsch-russischen Beziehungen sind wegen Moskaus Angriffskrieg gegen die Ukraine sehr angespannt. Einbestellungen dienen als diplomatisches Mittel, wenn Staaten ihren Unmut über Handlungen oder Haltungen anderer Länder äußern wollen. Auch der russische Botschafter wurde am Montag ins Auswärtige Amt in Berlin einbestellt wegen schwerer Cyberangriffe, die dem russischen Inlandsgeheimdienst FSB zugeschrieben wurden. EU und Großbritannien verhängen Sanktionen gegen Russland Die EU und Großbritannien haben wegen einer Reihe von Cyberangriffen miteinander abgestimmte neue Sanktionen gegen Russland verhängt. Die EU setzte am Montag neun Menschen und vier Einrichtungen auf ihre Sanktionsliste, Großbritannien 24 Personen und Einrichtungen. Betroffen sind unter anderem hochrangige Mitarbeiter des russischen Militärgeheimdienstes GRU und mutmaßliche Cyberkriminelle, die mit staatlichen Stellen zusammenarbeiten. In Berlin bestellte das Auswärtige Amt den russischen Botschafter wegen der Cyberangriffe ein. Nach Angaben aus Brüssel und London handelt es sich um das erste gemeinsame Sanktionspaket von EU und Großbritannien, speziell wegen Cyberangriffen. Die Maßnahmen umfassen Vermögenssperren und Einreiseverbote. Unter den Betroffenen ist auch eine Gruppe, die sich zu Destabilisierungsaktionen gegen die Olympischen Spiele 2024 in Paris bekannt hatte. Erstmals machten EU und Großbritannien gemeinsam das 16. Zentrum des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB für einen versuchten Angriff auf wichtige Infrastruktur in Polen verantwortlich. Der unter anderem gegen das polnische Stromnetz gerichtete Angriff sei gescheitert, hätte nach britischen Angaben aber mitten im Winter bis zu 500.000 Menschen von der Stromversorgung abschneiden können. Nach EU-Angaben richtet sich die seit Jahren laufende russische Kampagne aus Cyberangriffen auch gegen Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Österreich, Finnland, Rumänien, die Slowakei und Zypern. Regierungsumbau: Selenskyj lässt die Ukraine rätseln Der geplante Regierungsumbau in Kiew kommt auch für die Ukrainer überraschend. Hat Selenskyj neue Aufgaben für seine bisherige Regierungschefin? Lesen Sie hier mehr dazu. Drei Tote bei russischem Angriff auf Frachter Bei einem russischen Angriff auf einen zivilen Frachter in der ukrainischen Schwarzmeer-Region Odessa sind am Montag drei Besatzungsmitglieder getötet worden. Fünf weitere Seeleute seien verletzt worden, teilt der stellvertretende ukrainische Ministerpräsident Oleksij Kuleba mit. Das unter der Flagge Togos fahrende Schiff hatte dem Gouverneur der Region, Oleh Kiper, zufolge Mineraldünger geladen und lag zum Zeitpunkt des Angriffs vor Anker. Koalition der Willigen: Ukraine-Unterstützer treffen sich in Paris Kanzler Friedrich Merz reist zu neuen Ukraine-Beratungen nach Paris. Dort geht es um Sicherheitsgarantien, weitere Hilfe und die knappe Patriot-Munition. Deutschland bestellt russischen Botschafter ein Immer wieder greift Russland Cyberstrukturen in europäischen Ländern an. Das soll nun größere Konsequenzen haben. Frankreich will russischen Botschafter wegen Cyberangriffen einbestellen Die französische Regierung wirft Russland eine Cyber-Hacking-Kampagne gegen europäische Staaten vor und will deswegen in den kommenden Tagen den russischen Botschafter in Paris einbestellen. Frankreich werde zudem Sanktionen gegen neun russische Personen und vier Organisationen verhängen, kündigt Außenminister Jean-Noël Barrot an. "Wir werden heute eine breit angelegte Cyber-Kampagne Russlands öffentlich verurteilen, die auf Sabotage und Spionage gegen ein Dutzend Länder abzielte", sagt Barrot dem Sender BFM TV. Frankreich wirft dem russischen Inlandsgeheimdienst FSB vor, die Angriffe organisiert zu haben. Frankreich hat Russland schon mehrfach beschuldigt, hinter Cyberangriffen zu stecken. Was dieser Oligarch sagt, muss dem Westen zu denken geben Ein Oligarch mit Kreml-Nähe redet offen über den Krieg und Russlands Zukunft. Seine Botschaft an den Westen ist eine eindringliche Warnung, meint unser Kolumnist Gerhard Spörl. Vor Importverbot: EU-Länder erhöhen LNG-Käufe aus Russland Ab dem kommenden Jahr dürfen EU-Länder kein flüssiges Erdgas aus Russland mehr kaufen. Zuletzt stiegen die Käufe in Europa noch einmal deutlich an. Selenskyj spricht eine Warnung aus Im vergangenen Winter gab es in der Ukraine eine große humanitäre Krise. Beim nächsten Mal könnte es noch schlimmer werden. Nun warnt Selenskyj. Drohne stürzt in Moldau ab In Moldau ist offenbar eine russische Shahed-Drohne abgestürzt und explodiert. Luftraumüberwachung der Nationalarmee sichtete die Drohne nach eigenen Angaben um 1.03 Uhr. Es handelt sich offenbar um eine Geran-2-Drohne, die auf der Shahed-136 basiert. Die Drohne war offenbar Teil eines russischen Angriffs auf die Region Odessa und durchflog dabei den moldauischen Luftraum. Fundort ist die Stadt Copanca im Rajon Căușeni, direkt an der Grenze zur von Russland kontrollierten Region Transnistrien, die offiziell aber zu Moldau gehört. Das Außenministerium verurteilte die Luftraumverletzung. Ukraine greift Russland an: Öldepot steht in Flammen Die Ukraine hat offenbar ein Öldepot in der südrussischen Region Stawropol angegriffen. Der Telegram-Nachrichtenkanal "Exilenova Plus" zeigt Bilder der Explosionen und berichtet, es handele sich um das Depot Lukoil-Jugnefteprodukt in Stawropol-Krai. Auch in der Region um die russische Hauptstadt Moskau gab es offenbar Explosionen. Dabei soll insbesondere die Luftabwehr in der Stadt Solnechnogorsk zu hören und sehen gewesen sein, heißt es laut "Exilenova Plus". Sonntag, 12. Juli Ukraine droht Putin "schlimmsten Sommer seit Kriegsbeginn" an Der Berater des ukrainischen Verteidigungsministers, Serhij Sternenko, erwartet eine deutliche Intensivierung der ukrainischen Luftangriffe auf Russland. Im Interview mit dem ukrainischen öffentlich-rechtlichen Sender Suspilne sagte der 31-Jährige, dieser Sommer werde "der schlimmste Sommer für Russland seit Beginn des Krieges". Die Ukraine erhöhe die Zahl ihrer Drohnenangriffe kontinuierlich und setze inzwischen auch eigene Raketen ein. Der Trend zeige nach oben, bis zum Jahresende rechnet Sternenko nach eigenen Angaben mit weiteren Fortschritten. Als Schlüssel der ukrainischen Kriegsführung bezeichnete Sternenko den massiven Ausbau der Drohnenproduktion. Moderne Systeme könnten russische Nachschubwege angreifen, bewegliche Ziele in Echtzeit verfolgen und in vielen Fällen teure Raketen ersetzen. Selbst weit entfernte Ziele seien erreichbar: Als Beispiel nannte er Angriffe auf die Raffinerie im russischen Omsk sowie zerstörte Brücken in den besetzten Gebieten der Ukraine. Nach Einschätzung Sternenkos ermöglichen kostengünstig produzierte Drohnen der Ukraine eine asymmetrische Antwort auf die militärische Überlegenheit Russlands. Durch neue Technologien und die hohe Zahl verfügbarer Systeme sei es gelungen, die eigenen Fähigkeiten deutlich auszubauen. Tödlicher Angriff: Ukraine trifft russische Raffinerie Im russischen Gebiet Samara an der Wolga ist offiziellen Angaben nach ein Mann durch ukrainische Drohnenangriffe ums Leben gekommen. "Drei Personen wurden verletzt, darunter auch ein Kind", teilte Gouverneur Wjatscheslaw Fedorischtschew mit. Es gebe Schäden an Wohnhäusern und an einem Industrieobjekt, schrieb er zudem, ohne genauere Angaben dazu zu machen. Dabei handle es sich um die Ölraffinerie in Sysran, berichtete das unabhängige Internetportal "Astra" nach Auswertung von Bildern und Videos aus sozialen Netzwerken. In der Anlage sind mehrere große Brände zu sehen. Der ukrainische Generalstab bestätigte später die Attacke. Explosionen und Brände seien auf dem Gelände festgestellt worden, heißt es in der Mitteilung des Generalstabs. Neben der Raffinerie haben die Drohnen nach Angaben aus Kiew auch zehn Öltanker und vier Fähren im Asowschen Meer getroffen. Die Ukraine hat die Raffinerie in Sysran schon mehrfach attackiert. Zuletzt musste die Anlage mit einer Verarbeitungskapazität von 8,5 Millionen Tonnen Ende Mai nach einem Angriff ihre Arbeit einstellen. Die zum staatlichen Ölkonzern Rosneft gehörende Raffinerie produziert unter anderem Benzin, Diesel und Kerosin. In Russland herrscht wegen der ständigen ukrainischen Angriffe auf die Ölverarbeitungskapazitäten inzwischen ein Treibstoffdefizit. Tankstellen geben Sprit nur noch in begrenzten Mengen aus und die Autofahrer müssen lange anstehen, um überhaupt noch welchen zu bekommen. Ukrainischer Kommandeur wegen Entführung und Mord gesucht Die 155. Brigade der ukrainischen Armee war als Prestigeprojekt geplant, ist jedoch schon länger als Skandaleinheit bekannt. Jetzt gibt es erneut schwere Vorwürfe. Mehr dazu lesen Sie hier . Klitschko warnt vor Zunahme von Angriffen auf Kiew Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko spricht angesichts mehrerer schwerer russischer Luftangriffe in den vergangenen Tagen von einer weiteren Eskalation des Ukraine-Kriegs durch Moskau. Er habe so etwas seit Kriegsbeginn noch nicht erlebt. "Die Angriffe mit russischen ballistischen Raketen sind schlimmer als je zuvor", sagte er der Zeitung "Bild am Sonntag". Innerhalb einer Woche hat das russische Militär Kiew dreimal schwer aus der Luft angegriffen. Dabei setzte es neben Drohnen auch Marschflugkörper und ballistische Raketen ein. Die Folgen für die ukrainische Hauptstadt sind verheerend. Dutzende Menschen kamen ums Leben, mehr als 100 wurden verletzt. Die Einschläge haben viele Wohnhäuser in Kiew beschädigt oder ganz zerstört. Ältere Nachrichten zum Krieg in der Ukraine lesen Sie hier .
