Sommerferien Köln: Ausflug zur Seltenbachschlucht mit tollem Ausblick
Nur wenige Autostunden von NRW entfernt liegt eine Schlucht mit 250 Millionen Jahren Erdgeschichte – in den Sommerferien kaum jemandem bekannt. In den Sommerferien lohnt sich auch für NRW-Wanderer ein Blick nach Unterfranken: Klingenberg am Main, umgeben von Weinbergen, bietet mit der Seltenbachschlucht ein Ausflugsziel, das man auf einer längeren Tagestour gut erreichen kann. Die Kleinstadt liegt direkt am Main und ist bei Wanderern vor allem wegen dieser besonderen Schlucht bekannt. Die Seltenbachschlucht gehört zu den 100 schönsten Geotopen Bayerns – eine Auszeichnung, die ihr das Bayerische Landesamt für Umwelt bereits 2011 verlieh. Auf nur wenigen Kilometern Wanderweg zieht sich hier Buntsandstein durch die Landschaft und macht Erdgeschichte greifbar. Wie eindrucksvoll dieses Naturschauspiel ist, brachte der frühere Chef-Geologe Roland Eichhorn auf den Punkt: Wer durch die Schlucht wandert, durchquert dabei rund 250 Millionen Jahre Erdgeschichte. Ausflug von Köln: Diese Stadt überzeugt als Sommerferien-Trip Ausflug ab Köln: Eifel-See erinnert an die Fjorde Norwegens Seltenbachschlucht in Bayern entstand durch Starkregen, Flutwellen und die Eiszeit Ganz ohne Grund kommt dieses Lob nicht: Die Schlucht entstand durch monsunartigen Starkregen und gewaltige Flutwellen, die die Gegend des heutigen Spessarts vor Jahrmillionen verwüsteten. Dabei wurden Sand und Geröll meterhoch aufgeschichtet. Später verfestigte sich das Material zu Buntsandstein. In der Eiszeit schnitten sich Flüsse dann tief in das Gestein ein. So entstand am Ende auch die Seltenbachschlucht. Geologe Eichhorn sagte schon 2011: "Die Seltenbachschlucht verrät viel über Bayerns wechselvolle Klimageschichte." Heute ist das Geotop ein beliebtes Ziel für Ausflügler. Vom Stadtzentrum aus führt der Weg über zahlreiche kleine Brücken bergauf. Weil dabei nur etwas mehr als 100 Höhenmeter zu bewältigen sind, eignet sich die Tour auch für Familien und Menschen, die keine geübten Wanderer sind. Barrierefrei ist der Weg allerdings nicht. Beim Spaziergang lohnt sich ein genauer Blick über den Wegesrand hinaus. Mit etwas Glück lassen sich Feuersalamander entdecken. Die Schlucht gilt als einer der wenigen Orte in Deutschland, an denen die streng geschützten Tiere noch heimisch sind. Deshalb ist es verboten, den Wanderweg zu verlassen. Wie in den Alpen: Dieses Forsthaus erinnert an eine Berghütte Fachwerk und Schlossblick: So schön ist Marburg Hier blühen die Magnolien um die Wette: Bayerns größter Magnolienhain wartet Ein Aussichtspunkt krönt den Ausflug Am Ende der rund zwei Kilometer langen Schlucht wartet noch eine weitere Besonderheit. Dort liegt ein ehemaliges Tonbergwerk. Nach Angaben des Landesamts für Umwelt wurde der dort abgebaute Ton einst für die Herstellung von Bleistiften und spezieller Keramik genutzt. Auf der Internetseite der Stadt ist sogar von "dunklem Gold" die Rede. Demnach war die Qualität des Tons so außergewöhnlich, dass er Klingenberg bis 1914 "legendären Reichtum" einbrachte. 2011 wurde der Abbau endgültig eingestellt. Heute befindet sich auf dem Gelände eine Greifvogelstation. Aussicht über Klingenberg Wer nach dem Besuch wieder in Richtung Stadtzentrum läuft, kann noch einen Abstecher zur Clingenburg machen. Die Burg entstand bereits 1177, heute ist nur noch eine Ruine übrig geblieben. Von dort bietet sich ein weiter Blick über Klingenberg und den Main. Auch der Ort selbst ist einen Spaziergang wert. In der Altstadt stehen schmucke Fachwerkhäuser. So wird aus der Tour durch die Schlucht schnell ein ganzer Tagesausflug.
