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Versicherer zahlt Entschädigung wegen Alien-Entführung

Nichts ist unmöglich: Vor allem, wenn es um Versicherungen geht, scheinen der Fantasie kaum Grenzen gesetzt zu sein. Doch nicht jeder kuriose Schutz ist das, was er verspricht. Das eigene Auto haben alle versichert; auch das Eigenheim, den teuren Fernseher oder die eigene Gesundheit wollen viele Menschen geschützt wissen. Doch abseits der Standardrisiken treibt die Versicherungsindustrie teils kuriose Blüten. Versicherbar ist praktisch alles, sofern der Versicherer das Risiko kalkulieren kann. Wer sich umschaut, findet weltweit Absicherungen gegen obskure Risiken. Nicht jede Geschichte im Internet stellt sich jedoch als wahr heraus, manche Versicherungen sind zudem primär humorvoll zu sehen. Doch welchen Schutz können Sie wirklich bekommen? Und was ist bloß eine Legende? Eine Reise um die Welt in vier Versicherungen. Seemonster-Schadenersatz Schottland ist nicht nur berühmt für hochprozentigen Whisky und Delikatessen aus Schafsinnereien. Auch ein einzelner Bewohner macht stets Schlagzeilen – auch wenn dieser sich meist rar macht. Das Monster von Loch Ness – von den Schotten liebevoll "Nessie" getauft – begeistert Einheimische und Touristen zugleich. Gleichzeitig schürt es aber auch Ängste. So ließ die schottische Fährgesellschaft Jacobite Cruises, die mit ihren Ausflugsdampfern das sagenumwobene Loch Ness kreuzt, ihre Schiffe gegen durch Nessie verursachte Schäden versichern. "Ich weiß nicht, wie groß die Chancen sind, dass das tatsächlich passiert", erklärte Besitzerin Freda Newton in der "Daily Mail". "Aber das hier ist Loch Ness. Wie peinlich wäre es für uns, wenn es passierte und wir nicht abgesichert wären?" Eine Million Pfund gibt es im Fall einer Attacke von Nessie – bislang kam es jedoch noch nicht zu einer Auszahlung. Nicht nur Maschinen, auch Menschen können vor dem Ungeheuer geschützt werden. So versicherte der Veranstalter eines Schwimmwettbewerbs alle Teilnehmer gegen mögliche Nessie-Angriffe. "Mit so vielen Top-Athleten gleichzeitig im Wasser können wir nicht riskieren, dass einer von ihnen von Nessie attackiert wird", sagte David Hart der britischen Zeitung "Guardian". Die Schwimmer würden eine Menge Lärm und Unruhe im Wasser verursachen – Aktivitäten, die ein prähistorisches Seemonster eventuell reizen könnten, argumentierte Hart. Reizen könnte die Versicherungsnehmer in jedem Fall die mediale Aufmerksamkeit, die ihre ungewöhnlichen Versicherungen mit sich brachten. Ob diese nicht der wahrhaftige Grund für die Versicherung war, sei an dieser Stelle einmal dahingestellt. Hungrige Mitesser Vergleichsweise handfest kommt dagegen die Möwenversicherung daher, die der "Cheesy Toast Shack" seinen Kunden offeriert – eine konkurrenzlos schnelle Zahlung im Leistungsfall inklusive. Der Imbiss in der schottischen Stadt St. Andrews bietet seinen Kunden eine Versicherung für den Fall an, dass Möwen sich auf die frisch erworbenen Käse-Sandwiches stürzen. Zahlt der Kunde ein Pfund extra beim Kauf, bekommt er den geraubten Snack erstattet. Motiviert wurde Imbiss-Besitzerin Kate Carter-Lang nicht etwa durch die Aussicht auf zusätzliche Einnahmen. Stattdessen ging es ihr darum, Verluste auszugleichen. Denn geraubte Sandwiches erstattete Carter-Lang zuvor in der Regel kostenfrei. Bei rund 30 Möwen-Attacken am Tag ging die eigene Großzügigkeit jedoch ins Geld. Mit der Versicherung lassen sich die Extra-Ausgaben nun besser gegenfinanzieren. Zudem gab es reichlich kostenfreie Werbung für den kleinen, direkt an der Nordsee gelegenen Sandwich-Laden. Mittlerweile hat das Konzept Schule gemacht. Der schwedische Möbelriese Ikea führte 2025 zeitlich befristet eine "Chip theft insurance" (Pommes-Diebstahl-Versicherung) ein, und auch in Warnemünde bekommen Ostsee-Besucher gestohlene Fischbrötchen von einem Imbiss mittlerweile kostenlos ersetzt. Der mysteriöse Poltergeist und die Wiedergeburt Jesu Mysteriös ist wahrscheinlich das beste Wort, um eine vermeintliche Versicherung zu beschreiben, über die im Internet zahlreiche Geschichten kursieren. So hat laut englischen Medienberichten der Besitzer eines Hotels im englischen Suffolk eine "Spooksafe" (Gruselschutz)-Versicherung gegen Poltergeister abgeschlossen. Der Grund: Laut Besitzer Terry Meggs trieb im "Royal Falcon Hotel" der Geist eines Mönchs sein Unwesen. Gegen eine Prämie in Höhe von 500 Euro garantierte ihm der Versicherer – Ultraviolet – eine Zahlung von einer Million Pfund, sollte ein Gast durch den Geist verletzt oder gar getötet werden. Medien wie der Sender BBC griffen die Geschichte auf. Das Problem hierbei: Über einen Versicherer namens Ultraviolet findet man keinerlei Spuren. Auch im Internet selbst war über den vermeintlichen Versicherer urplötzlich nichts mehr zu lesen. Ob diese Versicherung also tatsächlich angeboten und verkauft wurde, darf stark angezweifelt werden. Ähnlich verhält es sich mit anderen kuriosen Versicherungen, über die sich im Internet viel Material finden lässt. Wussten Sie, dass Sie sich gegen eine unbefleckte Empfängnis absichern können? Mehrere britische Zeitungen berichteten, dass Anfang der 2000er-Jahre drei Frauen aus dem schottischen Ort Inverness eine Police abschlossen, die sie davor schützen sollte, die nächste Jungfrau Maria zu werden und Jesus Christus zu gebären. Erst als die katholische Kirche intervenierte, habe die Versicherung die Police storniert. Was selbst die BBC damals berichtete, stellt sich mittlerweile allerdings als schlicht erfunden heraus. Simon Burgess, der damals vermeintlich verantwortliche Versicherungsmanager, bekannte dieses Jahr im Podcast "Insurance Covered", dass er sich diese und ähnliche kuriose Versicherungen lediglich ausgedacht hatte. Mit Aktionen wie diesen wollte er einfach die Aufmerksamkeit der Menschen auf das Thema Versicherungen und die wirklich wichtigen Lebensrisiken lenken. Nicht von dieser Welt Vollkommen aus der Luft gegriffen sind Geschichten über kuriosen Versicherungsschutz allerdings nicht. So konnte man sich in den USA jahrelang für 24,95 US-Dollar gegen die Entführung durch Außerirdische versichern. Sollten extraterrestrische Besucher den Policenbesitzer entführen – und dieser anschließend entkommen –, würde dieser zehn Millionen Dollar bekommen. Allerdings nur dann, wenn mittels Unterschriften des Außerirdischen oder eines Bildes die Entführung lückenlos nachgewiesen werden könnte. Laut Mike St. Lawrence, der über sein Büro den Versicherungsschutz gegen Außerirdische verkaufte, sei es sogar einmal zur Auszahlung gekommen – einfach weil ihm die vorgelegten "Beweise" so gut gefielen. Finanzielle Schwierigkeiten entstanden St. Lawrence dadurch allerdings nicht, einer Klausel in seinen Versicherungsverträgen sei Dank. Diese besagte nämlich, dass die zehn Millionen Dollar in Raten von jeweils einem Dollar pro Jahr ausgezahlt werden. Zehn Jahre zahlte St. Lawrence seinem Kunden jährlich einen Dollar aus, danach brach der Kontakt ab. Ob die Außerirdischen zurückgekehrt sind oder der Kunde des Scherzes einfach überdrüssig war, ist nicht bekannt.