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Stadt Penzberg hängt muslimische Gebetstafel an Ortseingang

Eine neue Hinweistafel vereint in Penzberg erstmals Kirchen und Moschee. Die Reaktionen darauf fallen deutlich aus. Wer von München aus 50 Kilometer südlich Richtung Garmisch fährt, landet in Penzberg. Bei der Einfahrt in das Stadtgebiet sehen Auto- und Radfahrer dabei künftig nicht mehr nur die bekannten Hinweise auf katholische und evangelische Gottesdienste. Auf einer neuen Tafel ist auch eine blaue Moschee abgebildet – samt Uhrzeit des muslimischen Freitagsgebets. Das erste Schild wurde am Dienstag an einem der Ortseingänge angebracht, drei weitere sollen folgen. Nach Kenntnis der Islamischen Gemeinde Penzberg handelt es sich um das erste offizielle Hinweisschild in Deutschland, auf dem die Gottesdienstzeiten der katholischen, evangelischen und muslimischen Gemeinde gemeinsam aufgeführt werden. Idee entstand bei gemeinsamen Gespräch Ausgangspunkt waren die bisherigen Gottesdiensttafeln, die nach Angaben der Gemeinde inzwischen in die Jahre gekommen waren. Bei einem regelmäßigen Austausch zwischen Bürgermeister und Vertretern der katholischen, evangelischen und islamischen Gemeinde entstand die Idee, die Schilder zu erneuern. In diesem Zusammenhang schlug Idriz vor, erstmals auch die Zeit des muslimischen Freitagsgebets aufzunehmen. Bürgermeister und Pfarrer hätten den Vorschlag begrüßt, teilte die islamische Gemeinde mit. Die Kosten für die insgesamt vier Tafeln werden demnach von den beteiligten Religionsgemeinschaften mitgetragen. Die Schilder seien "weit mehr als eine Information über Gottesdienstzeiten", erklärte die Gemeinde. Sie verstehe sie als Zeichen gegenseitiger Wertschätzung und der Gleichbehandlung der Religionsgemeinschaften. Auch die Stadt Penzberg stellte das Projekt auf Instagram vor. Sie bezeichnete die Schilder als "starkes Zeichen für Zusammenhalt" und als sichtbaren Ausdruck von gegenseitigem Respekt und interreligiösem Dialog. Das Freitagsgebet in der Penzberger Moschee steht nach Angaben der Gemeinde auch Nichtmuslimen offen. Die Moschee versteht sich seit Jahren als Ort des Dialogs und der Begegnung. Unter Instagram-Beitrag überwiegt die Zustimmung Auf der Plattform Instagram fallen die Reaktionen unter dem entsprechenden Post fast durchweg positiv aus. Viele Nutzer heben besonders das gemeinsame Auftreten der Religionsgemeinschaften hervor. "Ein Miteinander ist viel schöner als ein Gegeneinander", schreibt eine Nutzerin. Ein anderer Kommentar bezeichnet die Tafel als "Zeichen für ein friedliches Miteinander". Auch der Satz "Miteinander anstatt gegeneinander" erhält viel Zustimmung von den Usern. Mehrere Nutzer wünschen sich ähnliche Hinweisschilder auch in anderen Städten. "Das ist ein guter Schritt – möge es überall zur Normalität werden", heißt es in einem Kommentar. Die Islamische Gemeinde berichtet zugleich, dass es in sozialen Netzwerken neben viel Zuspruch auch muslimfeindliche und hasserfüllte Reaktionen gebe. Penzberg: Moschee gilt als Ort des Dialogs Das Islamische Forum Penzberg gehört zu den bekanntesten muslimischen Gemeinden in Deutschland. Die Gemeinde wurde vor mehr als 30 Jahren gegründet, die Moschee vor rund 20 Jahren eröffnet. Das Gebäude an der Bichler Straße wurde bewusst ohne klassische Kuppel und ohne traditionelles Minarett entworfen. Viel Glas und Licht sollen Offenheit und Transparenz vermitteln. In der Gemeinde kommen Muslime unterschiedlicher Herkunft zusammen, außerdem finden regelmäßig Besuche von Schulklassen und anderen Gruppen statt. Die Geschichte des Forums verlief allerdings nicht ohne Konflikte. 2008 wurden der Gemeinde und Idriz Kontakte zu Islamisten vorgeworfen. Die Vorwürfe wurden später fallen gelassen. Heute arbeitet die Moschee eng mit der Stadt und den christlichen Gemeinden zusammen.