Anschlag auf CSD in Berlin: Was bekannt ist – und was unklar ist
Zehntausende feiern in Berlin den Christopher Street Day. Gegen 22 Uhr fährt ein Auto in die Menge. Eine Frau stirbt, es gibt viele Verletzte. Der Verdächtige ist tot. Beim Christopher Street Day in Berlin hat ein Autofahrer am Samstagabend eine Frau getötet und 29 Menschen verletzt, mehrere davon schwer. Der Verdächtige wurde bei einem Polizeieinsatz getötet, doch es bleiben Fragen offen. Der aktuelle Stand: Anschlag auf den Berliner CSD – alle Informationen im Liveblog "Gemeinsam stärker als der Hass": Wie Berlin am Tag nach dem Anschlag trauert Was wir über den Vorfall beim CSD in Berlin wissen: Die Tat: Der 21-jährige Abdul Ballout soll am Samstagabend beim Christopher Street Day in Berlin mit einem gemieteten Van in eine Menschenmenge gefahren sein. Eine Frau kam dabei ums Leben ; 29 weitere Menschen wurden verletzt. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) geht von einem islamistischen Terroranschlag aus. Der Tatort: Das Geschehen ereignete sich gegen 22 Uhr am Ahornsteig nahe des Potsdamer Platzes, unweit der CSD-Veranstaltung. Laut Polizeisprecher Florian Nath fuhr der weiße Kastenwagen parallel zur Lennéstraße und erfasste mehrere Menschen, bevor er gegen einen Baum prallte. Dobrindt zufolge verletzte der Mann im Anschluss weitere Personen mit einer Stichwaffe, mutmaßlich einer Machete. Am Nachmittag des Folgetages befand sich laut Polizei niemand mehr in einem lebensbedrohlichen Zustand. Der Tatverdächtige: Der Tatverdächtige wurde laut Senatsinnenverwaltung bei einem Polizeieinsatz getötet . Er wurde 2005 geboren, ist deutscher Staatsbürger und in Berlin geboren und aufgewachsen. Seine Mutter wurde 2002 eingebürgert; er selbst hat laut Dobrindt einen libanesischen Hintergrund. Dobrindt erklärte, Abdul Ballout sei schon in der Vergangenheit "auffällig" geworden und habe ein "hohes Maß von Straftaten" vorzuweisen. Bereits 2022 verurteilte ihn ein Jugendschöffengericht in Berlin wegen Körperverletzung und räuberischer Erpressung. Im Jahr 2024 veröffentlichte er laut Behörden verbotene Propaganda der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf seinem Instagram-Account. Im vergangenen Jahr versuchte Abdul Ballout laut Berliner Generalstaatsanwaltschaft mehrfach, sich dem IS anzuschließen. Demnach scheiterte er zunächst beim Versuch, über die Türkei nach Mauretanien auszureisen. Wenig später reiste er laut Berliner Generalstaatsanwaltschaft über die Türkei in den Libanon, um von dort nach Syrien zu gelangen. Am 24. Juli 2025 wurde er im Libanon festgenommen und von einem Militärgericht zu drei Monaten Haft verurteilt. Nach seiner Entlassung kehrte er am 17. November 2025 nach Deutschland zurück und wurde noch am Flughafen BER erneut festgenommen. Es folgten Monate in Untersuchungshaft. Im Mai 2026 verurteilte ihn ein Jugendschöffengericht am Amtsgericht Tiergarten unter anderem wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten. Das Gericht hob dabei den bestehenden Haftbefehl auf, "da die Untersuchungshaft vorrangig der Sicherung des Strafverfahrens dient und keine vorweggenommene Strafe darstellt". In der Verhandlung zeigte sich Abdul Ballout laut Generalstaatsanwaltschaft "überwiegend geständig" und distanzierte sich vom IS. Das Urteil ist nicht rechtskräftig; die Generalstaatsanwaltschaft legte Berufung ein. Noch Anfang Juli durchsuchten Ermittler seine Wohnung in Berlin-Schöneberg; Hintergrund war ein Anfangsverdacht wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz. Gefunden wurde dabei lediglich eine Spielzeugwaffe. Was wir derzeit nicht wissen: Wem der Van gehört , ist noch nicht abschließend geklärt. Nach Zeugenaussagen ist unklar, ob ein einzelner oder mehrere Täter beteiligt gewesen sein könnten. Die genaue Motivlage ist noch nicht abschließend geklärt. Wer die getötete Frau ist und wer die Verletzten sind, ist bislang nicht gesichert.
