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Hamburg Ferien-Tipp: Halbinsel Holnis – Strand, Ostsee und Natur

Wer an der Ostsee keine Lust auf volle Promenaden hat, wird auf Holnis fündig. Die Halbinsel überrascht mit abwechslungsreicher Küste, weitem Blick bis nach Dänemark und einigen Besonderheiten, die viele Badeorte nicht bieten. Hier ist Dänemark zum Greifen nah: Wer an der Nordspitze der Halbinsel Holnis steht, kann bis zur dänischen Küste und zu den Ochseninseln blicken. Dieser nördliche Zipfel, der bei Flensburg in die Ostsee reicht, bietet Urlaubern Natur pur, mit flachen Sandstränden, Steilküste und geschützten Salzwiesen. Überfüllte Strandpromenaden, dicht gedrängte Badeurlauber und Touristenshops gibt es hier nicht. Nördlich von Glücksburg liegt eines der ungewöhnlichsten Küstenziele Schleswig-Holsteins. Holnis bildet den nördlichsten Abschnitt der deutschen Ostsee. An der Küste erstreckt sich ein rund zwei Kilometer langer Sandstrand. Im Westen und Norden prägen dagegen Salzwiesen, das Kleine Noor, Weideflächen und das Holnis-Kliff die Landschaft. Große Hotelanlagen und dicht bebaute Ferienorte gibt es hier nicht. So kommt man von Hamburg nach Holnis Mit dem Auto ist Holnis von der Hamburger Innenstadt je nach Ausgangspunkt und Verkehr in etwas mehr als zwei Stunden zu erreichen. Die Strecke ist rund 175 Kilometer lang. Sie führt zunächst über die A7 in Richtung Flensburg und von dort über Glücksburg weiter auf die Halbinsel. Als Ziel für das Navigationsgerät eignet sich der Strand Drei an der Holnisser Fährstraße beziehungsweise an der Straße Drei. Vor allem freitags, sonntags und während der Ferien kann sich die Fahrt auf der A7 verlängern. Auch auf den letzten Kilometern geht es langsamer voran, da die Strecke ab Glücksburg über Landstraßen und durch kleinere Orte führt. Ohne Auto ist die Anreise ebenfalls möglich, dauert aber deutlich länger. Von Hamburg fahren Züge nach Flensburg. Am Bahnhof besteht Anschluss an die Buslinie 21, die über Glücksburg bis zu den Haltestellen Holnis Drei und Holnis Wendeplatz fährt. Für die gesamte Strecke sollten Reisende – abhängig von den Anschlüssen – mindestens dreieinhalb Stunden einplanen. Der beste Strand für Familien Der bekannteste Abschnitt ist der Strand Drei an der Ostseite der Halbinsel. Das Wasser bleibt hier über eine längere Strecke flach – ideal für Familien mit kleinen Kindern. Am Strand gibt es außerdem einen Spielplatz, Strandkörbe und in der Hauptsaison eine DLRG-Badeaufsicht. An warmen Sommertagen wird es am Hauptstrand allerdings durchaus voll. Wer mehr Ruhe sucht, sollte sich vom zentralen Zugang entfernen oder außerhalb der Ferien anreisen. Weiter nördlich folgen ein FKK-Abschnitt und der Surfstrand, südlich des Hauptstrandes liegt ein ausgewiesener Hundestrand. Für den bewirtschafteten Strandbereich wird eine Gebühr erhoben. Nach Angaben der Tourist-Information Glücksburg beträgt sie 2026 in der Hauptsaison 3 Euro und in der Nebensaison 1,50 Euro pro Tag. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind von der Glücksburger Kurabgabe befreit. Inhaber einer gültigen OstseeCard nutzen die Strandbereiche ohne zusätzliche Gebühr. Wandern zwischen Noor und Steilküste Auch abseits des Strandes hat die Halbinsel einiges zu bieten. Durch das etwa 400 Hektar große Naturschutzgebiet führen mehrere Wanderwege. Eine Rundtour über Holnis ist ungefähr acht Kilometer lang. Abstecher zur Nordspitze oder zum sogenannten Seemannsgrab verlängern die Strecke jeweils um rund drei Kilometer. Ein möglicher Ausgangspunkt ist der kleine Hafen von Schausende an der Westseite. Von dort führt der Weg am Wasser und am Kleinen Noor entlang zum Holnis-Kliff. Unterwegs öffnen sich immer wieder Blicke über die Flensburger Förde. Wasservögel nutzen die Salzwiesen als Brut- und Rastgebiet, darunter Austernfischer, Kiebitze, Brandgänse und Seeschwalben. Am Kliff sollten Besucher Abstand zur Kante halten. Die Steilküste verändert sich ständig durch Wind, Regen und Abbrüche. Zudem gelten im Naturschutzgebiet klare Regeln: Die Wege dürfen nicht verlassen werden, Hunde müssen an die Leine und auf engen oder steilen Abschnitten müssen Fahrräder geschoben werden. Darauf weist auch die Stadt Glücksburg hin. Surfen, paddeln und Rad fahren Das flache Wasser vor Holnis eignet sich auch für Wassersport. Am Surfstrand können Urlauber Windsurfen, Kitesurfen oder Stand-up-Paddling ausprobieren. Vor Ort werden Kurse und Ausrüstung angeboten. Nach Angaben der Tourist-Information lassen sich außerdem Tretboote und Fahrräder ausleihen. Familien finden am Strand Drei zusätzlich eine Minigolfanlage. An der Westseite liegt Schausende mit einem kleinen Yachthafen, einem Badesteg und dem nördlichsten Leuchtturm an der deutschen Ostseeküste. Der Turm ist zwar klein und besitzt keine Aussichtsplattform, als Zwischenstopp auf einer Wanderung lohnt sich der Abstecher dennoch. Was Holnis bietet – und was fehlt Holnis richtet sich vor allem an Urlauber, die Ruhe und Natur suchen. Eine lange Promenade, ein größeres Ortszentrum und ein umfangreiches Schlechtwetterprogramm gibt es auf der Halbinsel nicht. Auch das gastronomische Angebot konzentriert sich auf den Strandbereich und die Campingplätze. Wer längere Wanderungen plant, sollte Getränke und Verpflegung mitbringen. Mehr Auswahl bietet das rund zehn Autominuten entfernte Glücksburg mit Restaurants, Cafés, der Fördeland-Therme und dem Wasserschloss Glücksburg. Auch Flensburg ist für einen Stadtbummel schnell erreichbar. Besonders Familien mit kleinen Kindern, Spaziergänger, Vogelbeobachter, Camper und Wassersportler dürften sich auf Holnis wohlfühlen. Denn ohne Promenade, Nachtleben und Shoppingmöglichkeiten beginnt die Entschleunigung direkt bei der Ankunft an diesem besonderen Ort.