Ausflug ab Hamburg: Röbel (Müritz) – Wasserparadies als Ostsee-Alternative
Rund zwei Stunden von Hamburg entfernt liegt Röbel an der Müritz: bunte Fachwerkaltstadt und Hafen am größten See Deutschlands. Statt Promi-Promenade locken kurze Wege und spürbare Ruhe. Urlaub am Wasser? Da setzen sich die Hamburger kurz ins Auto und fahren an die Ostsee. Dabei liegt rund zwei Autostunden von Hamburg entfernt ein Ort, der einen ganz anderen Reiz hat: Röbel an der Müritz verbindet eine historische Altstadt mit einem Hafen direkt am größten vollständig in Deutschland gelegenen See. Statt langer Promenaden, großer Hotelanlagen und überfüllter Strände erwarten Besucher kurze Wege, bunte Fachwerkhäuser und viel Ruhe. Für einen Tagesausflug reicht die Zeit, noch besser lässt sich Röbel jedoch an einem Wochenende entdecken. Die Kleinstadt liegt am Südwestufer der Müritz. Ihre Bewohner nennen sie die "Bunte Stadt am kleinen Meer" – entlang der schmalen Ringgassen stehen sorgfältig restaurierte Fachwerkhäuser in Rot, Gelb, Grün und Blau. Rund um Marktplatz, Rathaus sowie Ziegen- und Pferdemarkt liegen die wichtigsten Plätze dicht beieinander. Wer den Ort zu Fuß erkundet, erreicht fast alles innerhalb weniger Minuten. Vom historischen Zentrum führt der Weg in wenigen Minuten hinunter zum Wasser. Restaurants und Cafés säumen die Uferpromenade, daneben legen Ausflugsschiffe ab. Zwischen dem modernen Stadt- und Seglerhafen stehen noch historische Bootshäuser, von denen einige bis heute mit Reet gedeckt sind. Kirchen, Synagoge und Windmühle Ein Rundgang beginnt am besten in der Altstadt und führt anschließend zum Hafen. Unterwegs prägen vor allem die beiden großen Backsteinkirchen das Stadtbild. Abseits der großen Seebäder: Fast vergessenes Heilbad an der Ostsee ist noch nicht überlaufen Schlimmer als im WM-Finale: Als Zidane gegen den HSV alle Sicherungen durchbrannten Die St. Marien-Kirche entstand Mitte des 13. Jahrhunderts. Laut der Stadt gehört sie zu den frühesten gotischen Hallenkirchen Mecklenburgs. Während der Saison können Besucher den Turm besteigen. Von oben reicht der Blick über die Dächer der Stadt bis weit über die Müritz. Auch die um 1280 geweihte St.-Nicolai-Kirche gehört zu den markantesten Bauwerken Röbels. Zur Geschichte des Ortes gehört außerdem die ehemalige Synagoge. Sie zählt zu den wenigen erhaltenen Fachwerksynagogen Mecklenburgs. Die Dauerausstellung erzählt von der Geschichte des jüdischen Lebens in der Region. Etwas oberhalb der Altstadt steht auf dem Burgberg die Röbeler Windmühle. Die Galerie-Holländer-Mühle entstand Anfang des 19. Jahrhunderts und dient während der Sommersaison als Ausstellungsort. Die Müritz aktiv erleben Viele Besucher bleiben nicht lange an Land. Vom Hafen starten Rundfahrtschiffe über die Müritz. Erst vom Wasser aus wird deutlich, warum der See oft mit einem kleinen Binnenmeer verglichen wird. Auch Segler, Kanufahrer und Stand-up-Paddler finden hier gute Bedingungen. Rund um die Müritz verlaufen außerdem zahlreiche Radwege. Wer den gesamten See umrunden möchte, sollte allerdings genügend Zeit einplanen: Die Strecke umfasst je nach Route rund 90 bis 100 Kilometer und eignet sich eher als Tagestour denn als Ergänzung zu einem Stadtbummel. Bei schlechtem Wetter bietet die Müritz-Therme eine Alternative. Zum Freizeitbad gehören mehrere Becken, ein Saunabereich, ein Whirlpool, ein Strömungskanal und eine 57 Meter lange Wasserrutsche. Damit lohnt sich Röbel auch für Familien, wenn Ausflüge aufs Wasser ausfallen. Ausflüge in die Umgebung Auch das Umland bietet mehrere Ausflugsziele. Nur wenige Kilometer südlich liegt Bollewick mit Deutschlands größter Feldsteinscheune. Dort finden regelmäßig Märkte, Ausstellungen und Kulturveranstaltungen statt. Etwas weiter nördlich befindet sich Waren (Müritz). Das Müritzeum informiert mit großen Aquarien über die Tier- und Pflanzenwelt heimischer Seen. Ebenfalls gut erreichbar ist Malchow. Der Luftkurort ist unter anderem für seine Sommerrodelbahn und den Affenwald bekannt. Für wen sich Röbel lohnt Wer kilometerlange Strandpromenaden, große Hotelkomplexe oder ein ausgeprägtes Nachtleben sucht, wird in Röbel nicht fündig. Auch die Sehenswürdigkeiten lassen sich an einem Tag gut erkunden. Genau darin liegt jedoch der Reiz des Ortes. Röbel setzt nicht auf spektakuläre Attraktionen, sondern auf die Verbindung aus historischer Kleinstadt, Hafen und Natur. Wer entspannte Tage am Wasser verbringen, Rad fahren, segeln oder die Müritz als Ausgangspunkt für weitere Ausflüge nutzen möchte, findet hier ideale Voraussetzungen. So kommen Hamburger nach Röbel Von Hamburg aus sind es rund 190 Kilometer bis Röbel. Die schnellste Route führt in der Regel über die A24 Richtung Berlin und anschließend über die A19. Ohne größere Verkehrsbehinderungen dauert die Fahrt knapp zwei Stunden. Je nach Startpunkt in Hamburg kann etwas mehr Zeit erforderlich sein. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Anreise deutlich aufwendiger, da Röbel keinen Bahnhof besitzt. Reisende fahren meist über Wittenberge und Wittstock und steigen dort in einen Bus um. Je nach Verbindung dauert die Fahrt etwa vier bis fünf Stunden. Auch Routen über Waren (Müritz) oder Schwerin sind möglich, erfordern jedoch weitere Umstiege. Für einen Tagesausflug ist deshalb das Auto meist die praktischere Wahl, während sich die Anreise mit Bahn und Bus vor allem für einen längeren Aufenthalt lohnt.
