Wasser München: Wo es herkommt und wieso es so gut ist
Zum Sonntag sind die Bewässerungsbeschränkungen in München aufgehoben. Doch wo kommt das Trinkwasser eigentlich her und was macht es so wertvoll? Trotz anhaltender, trockener Hitze dürfen die Münchner ein wenig aufatmen: Das Bewässerungsverbot in der Landeshauptstadt endet am Samstag (1. August). Stadt und Stadtwerke München (SWM) teilten mit, dass die zugrunde liegende Allgemeinverfügung nicht verlängert wird. Heißt: Pools auffüllen, Gärten gießen und Autos waschen ist damit wieder erlaubt. Durch das Verbot war der Trinkwasserverbrauch von 400 Millionen Litern auf 330 Millionen Liter gesunken, der Normalwert liegt bei etwa 300 Millionen Litern. Allgemeinverfügung: Bewässerungsverbot wird nicht verlängert Trotzdem gilt die Mahnung an die Stadtbewohner: Die Situation ist weiterhin angespannt, denn die Grundwasserstände sind weiterhin zu niedrig, heißt es von Stadt und den SWM. Wasser sollte also weiterhin verantwortungsvoll genutzt werden. Doch woher stammen diese gewaltigen Mengen eigentlich – und wie gut ist das Wasser, das in München aus dem Hahn kommt? Preisvergleich: So viel kostet Wasser in München 508 Liter Leitungswasser: So viel bekommen die Münchner für 1 Euro. Im Supermarkt hingegen reicht das für zwei, maximal fünf Flaschen Mineralwasser. Das Wasser aus der Leitung sprudelt zwar nicht, doch da kann man sich ganz einfach mit einem Wassersprudler selbst behelfen. Kaum ein Lebensmittel wird in Deutschland strenger und besser kontrolliert als Trinkwasser, darauf verweist auch das Umweltbundesamt (UBA). Denn vor 25 Jahren haben die EU-Länder die sogenannte Europäische Wasserrahmenrichtlinie beschlossen. Das Ziel: ein guter Zustand für alle Gewässer in der EU. Darum ist unser Trinkwasser so gut Um also unsere Gewässer zu schützen und die Wasserqualität zu sichern, wurden mehrere Verordnungen auf Bundesebene beschlossen. Davon profitieren wir immer noch, denn eines der Ergebnisse davon ist die gute Qualität unseres Trinkwassers. Dieses speist sich nämlich größtenteils aus unterirdischen Quellen und sowie dem Grundwasser. Wasserstreit: Kachelmann teilt gegen Rasenbesitzer aus So auch das Münchner Wasser: Es stammt hauptsächlich aus dem Mangfalltal, im Einzugsgebiet der bayerischen Voralpen. Um den Taubenberg treffen in der Tiefe vier Grundwasserströme zu einem großen Reservoir zusammen. Ein kleinerer Anteil wird aus dem Loisachtal entnommen und knapp 10 Prozent stammen aus der für das Münchner Bier so wichtigen Schotterebene. Die SWM haben aber in ein besonderes Projekt investiert: Sie zahlen Förderungen an landwirtschaftliche Betriebe, die gewässerschonend wirtschaften. Denn der Einsatz von Düngemitteln kann unter Umständen die Wasserqualität beeinträchtigen . Durch Prämien haben mittlerweile 190 Betriebe auf eine gewässerschonende Landwirtschaft umgestellt. Das heißt: artgerechte Tierhaltung, weniger Dünger und kaum Gülle auf den Feldern, die durch die Böden in das Grundwasser sickern könnten. Allein im vergangenen Jahr, so die Stadtwerke, seien dafür 1,5 Millionen an die teilnehmenden Landwirte geflossen. Wie man auf Wasserqualität achten kann Obwohl die Qualität des Trinkwassers mit durchschnittlich 1.200 Proben im Monat überwacht wird, kann es mitunter zu Verunreinigungen kommen. Das passiert in der Regel auf den letzten Metern im eigenen Zuhause. Laut UBA ist der häufigste Fehler, morgens oder nach längerer Abwesenheit das Wasser nicht laufen zu lassen. In 25 Metern Tiefe: Münchens Geheimwaffe gegen Hitze Doch in stehendem Wasser können sich nach ein paar Stunden Bakterien vermehren. Heißt also: Aufdrehen und laufen lassen. Das Wasser eignet sich aber immer noch perfekt zum Putzen oder Blumengießen. Wieso unser Grundwasser bedroht ist Dass die Münchner zwangsweise Wasser sparen mussten, hat mit den Folgen des Klimawandels zu tun. Denn bei längeren Trockenperioden und hohen Temperaturen steigt der Wasserverbrauch sprunghaft an. Gleichzeitig schrumpfen jedoch unsere Wasserressourcen. Eine mögliche Lösung: der Verzicht auf Trinkwasser zur Bewässerung, sowohl im privaten Garten als auch in der Landwirtschaft. Tröpfchenbewässerung oder Kreislaufsysteme können ebenfalls verhindern, dass unser Trinkwasser verschwendet wird.
