Fehlermeldung

Deprecated function: Array and string offset access syntax with curly braces is deprecated in include_once() (line 20 of /mnt/web715/a0/94/5496894/htdocs/automotivemedia-cms/includes/file.phar.inc).

Desinformation nach dem CSD: Wie Russland den Anschlag für sich nutzt

Nach dem Anschlag auf den CSD wird über eine russische Beteiligung spekuliert. Der Politikwissenschaftler Josef Holnburger teilt seine Einschätzung. Bei dem Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day (CSD) am 25. Juli sind eine Frau getötet und mehr als 30 Menschen verletzt worden. Der 21-jährige Tatverdächtige Abdul Ballout wurde einen Tag später bei einem Polizeieinsatz in der Hauptstadt erschossen, die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen eines islamistischen Terroranschlags. Bereits kurz nach der Tat verbreitete sich in sozialen Netzwerken die Behauptung, hinter dem Anschlag könnte Russland stehen. Josef Holnburger, Geschäftsführer des Centers für Monitoring, Analyse und Strategie (CeMAS), hält den Verdacht einer direkten Beteiligung Russlands nach jetzigem Stand für unbelegt – warnt aber dennoch. Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026: Wahlumfragen zeigen klaren Prognose-Trend Zweites Handy im Visier der Ermittler: Hatte der CSD-Attentäter einen Komplizen? "Wir wissen, dass Russland ein Interesse an der Destabilisierung westlicher Demokratien hat und sich in einem hybriden Krieg gegen Länder wie unseres sieht", sagt Holnburger t-online. Zu sehen sei das daran, dass Russland sogenannte Wegwerf-Agenten in Deutschland und Frankreich einsetzt . "Gegen Bezahlung werden hier Aktionen ausgeführt, welche Wahlen beeinflussen und die Stimmung anheizen sollen." Als Beispiel nennt der Experte Schweineköpfe, die im September 2025 vor mehreren Moscheen in Paris und Umgebung abgelegt wurden. In Deutschland wurden im Dezember 2024 die Auspuffe Hunderter Autos in mehreren Bundesländern mit Bauschaum verklebt und Aufkleber hinterlassen, die den Tatverdacht auf grüne Aktivisten lenken sollte. Auch dies sei eine Aktion von "Wegwerf-Agenten" des Kremls, so Holnburger. Desinformation vor drei Landtagswahlen "Den Informationsraum als Kriegsfeld nimmt Russland dabei genauso ernst wie einen Krieg um Land, See und Luft", erklärt der Politikwissenschaftler. "Wir sehen deshalb häufig Desinformationskampagnen, mit denen Russland Einfluss auf unsere Wahlen nehmen möchte – außerdem auch Cyberangriffe und Sabotagen." Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Aktuellen Umfragen zufolge steht die AfD derzeit bei 41 Prozent und verzeichnet einen deutlichen Vorsprung auf die CDU , die mit 24 Prozent auf dem zweiten Platz liegt. Die Linke folgt mit 13 Prozent, die SPD mit sieben Prozent. Und auch vor den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September steht die AfD in entsprechenden Umfragen aktuell auf dem ersten Platz. Recherchen mehrerer Medien zeigen im Vorfeld dieser Wahlen eine deutlich verstärkte Desinformationskampagne, insbesondere gegen Politikerinnen und Politiker von CDU, SPD, Grünen, FDP und Linken. Experten ordnen die Beiträge der mutmaßlichen russischen Einflusskampagne "Matrjoschka" zu. Mit gefälschten Videos auf der Plattform X soll beispielsweise die Glaubwürdigkeit der Kandidaten erschüttert werden. Viele Beiträge sind mit gefälschten Logos bekannter deutscher Medienhäuser versehen – ein Mittel, um Glaubwürdigkeit vorzutäuschen. Lauterbach teilte Russland-Theorie nach CSD-Anschlag Auch im Fall des CSD-Anschlags spricht Holnburger von Desinformation. Über Accounts, die Russland nahestehen, wurden nach dem Anschlag in den sozialen Medien KI-generierte, gefälschte Informationskacheln der "Tagesschau" verbreitet. Darin wurde behauptet, Russland stecke hinter dem Anschlag. Auf dieser Grundlage wird dann behauptet, Russland werde immer verdächtigt, und deutsche Behörden würden sich damit aus der Verantwortung ziehen wollen. "Man will hier verwässern, dass es tatsächliche Angriffe Russlands gab und gibt, indem man die Reputation von Medien angreift und unterstellt, dass diese Russland grundsätzlich unter Generalverdacht stellen würden", erklärt Holnburger. "Sie sind nicht auszuschließen, aber noch nicht bekannt" Aber nicht nur russlandfreundliche Accounts teilten die Theorie. Auch der SPD-Politiker Karl Lauterbach erklärte auf X : "Es ist in der Tat sehr auffällig, dass es unmittelbar vor Wahlen mehr Anschläge gibt." Er reagierte damit auf einen Interviewausschnitt von SPD-Innenpolitiker Sebastian Fiedler, der ebenfalls von einer "heftigen Auffälligkeit" sprach. Dass Russland insbesondere vor Wahlen den Informationsraum mit Desinformationskampagnen angreift, sei zuletzt auch vor der Bundestagswahl 2025 und vor den Wahlen in Moldau und Ungarn beobachtet worden. Mehr zur damaligen Desinformation lesen Sie hier . "Russland arbeitet aktiv daran, die Stimmung in westlichen Demokratien aufzuheizen – auch mit dem Ziel, die Gewalt gegen Minderheiten und auch die Gewalt von radikalisierten Personen anzustacheln", so Holnburger. Er betont aber auch: "Eine direkte Beauftragung eines Anschlags vor Wahlen konnte mit den bisher bekannten Informationen aber noch nicht beobachtet werden – sie sind nicht auszuschließen, aber noch nicht bekannt."