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Verdi-Attentat: Gericht verhängt lebenslang – so reagiert die Gewerkschaft

Mit der lebenslangen Haftstrafe für den Attentäter ist die juristische Aufarbeitung beendet. Für Betroffene und Hinterbliebene soll die Unterstützung weitergehen. Nach dem Urteil zum tödlichen Anschlag auf eine Verdi-Demonstration in München zeigten sich Mitglieder und Vorstand weiterhin tief getroffen über das Geschehene. Zeitgleich kündigte Verdi an, am Tatort eine dauerhafte Erinnerungsstätte errichten zu wollen. Das Oberlandesgericht München verurteilte den 25-jährigen Täter am Donnerstag zu lebenslanger Haft. Er war am 13. Februar 2025 mit einem Auto von hinten in einen Demonstrationszug der Gewerkschaft gefahren. Eine 37 Jahre alte Frau und ihr zweijähriges Kind starben. Zahlreiche weitere Menschen wurden verletzt. Das Gericht sprach den Mann des zweifachen Mordes, des 23-fachen versuchten Mordes sowie mehrerer Körperverletzungsdelikte schuldig. Zudem stellte es die besondere Schwere der Schuld fest. Eine Freilassung nach 15 Jahren wird dadurch erheblich erschwert. Verdi spricht von "dunkelster Stunde" Das Urteil beende zwar die strafrechtliche Aufarbeitung, erklärte Verdi nach der Verkündung. Für die Betroffenen, ihre Angehörigen und viele Gewerkschaftsmitglieder sei das Geschehene damit jedoch nicht abgeschlossen. Verdi-Vorsitzende Frank Werneke sagt dazu: "Kein Gerichtsurteil kann den unermesslichen Verlust und das Leid der Opfer und der Hinterbliebenen wiedergutmachen". Er hoffe jedoch, dass die Entscheidung den Betroffenen dabei helfen könne, das Erlebte zu verarbeiten. Werneke bezeichnete die Tat als schwersten Angriff auf eine gewerkschaftliche Veranstaltung in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Der Anschlag sei "die dunkelste Stunde in der jüngeren Gewerkschaftsbewegung" gewesen. "Wir werden das Geschehene nie vergessen." Die Demonstration, in die der Täter fuhr, war Teil eines Warnstreiks im öffentlichen Dienst. Die Teilnehmer hatten friedlich für bessere Arbeitsbedingungen und eine Stärkung der öffentlichen Daseinsvorsorge demonstriert. Verdi: Unterstützung soll weiterlaufen Seit dem Anschlag begleitet Verdi nach eigenen Angaben betroffene Mitglieder und deren Angehörige. Dazu gehören Beratungsangebote, individuelle Hilfen und Treffen, bei denen sich Betroffene persönlich austauschen können. Diese Unterstützung soll auch nach dem Abschluss des Strafverfahrens fortgesetzt werden. Einige Betroffene könnten das Urteil als Hilfe bei ihrer Verarbeitung und Genesung empfinden, erklärte der stellvertretende Verdi-Bezirksgeschäftsführer in München, Franz Schütz. Gedenkort am Ort des Anschlags geplant Ein sichtbares Zeichen der Erinnerung soll unmittelbar am Ort des Anschlags entstehen. Gemeinsam mit der Stadt München, dem Gesamtpersonalrat, Verdi Kultur und dem städtischen Kulturreferat arbeitet die Gewerkschaft an einer dauerhaften Gedenkstätte. Der Ort soll an die getötete Mutter und ihr Kind sowie an die weiteren Betroffenen erinnern. Details zur konkreten Gestaltung und dazu, wann die Erinnerungsstätte fertiggestellt werden könnte, nannte Verdi zunächst nicht.