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Breite Strände und Sternenhimmel: Diese Insel liegt nah an Bremen

Terschelling verbindet Leuchtturm-Idylle mit endlosen Stränden und stillen Naturräumen. Wer radelt, entdeckt zwischen Dünen und Watt die Vielfalt der Insel. Zugegeben, ohne Auto ist die Anreise kompliziert. Doch auch wenn man in Bremen noch ins Auto steigen muss – am Reiseziel angekommen, steigt man besser aufs Fahrrad um. Die kleine Insel Terschelling ist zwar nicht autofrei, doch per Rad kann man die Insel deutlich besser erkunden. Bei miesem Wetter gibt es auch einen Bus. Rund 265 Kilometer liegen zwischen Bremen und dem niederländischen Fährhafen Harlingen. Die Fahrt dauert ohne größere Verzögerungen knapp drei Stunden. Von dort setzt die Schnellfähre in etwa 50 Minuten auf die Insel über. Damit ist Terschelling kein Ziel für einen spontanen Tagesausflug, für zwei oder drei Übernachtungen lohnt sich die Strecke jedoch. Schon bei der Einfahrt nach West-Terschelling zeigt sich das erste Wahrzeichen: Über den Backsteinhäusern ragt der Brandaris auf. Der Leuchtturm stammt aus dem Jahr 1594 und gilt als ältester noch betriebener Leuchtturm der Niederlande. Besteigen lässt er sich nicht, von der nahen Düne Seinpaalduin öffnet sich jedoch der Blick über den Ort, die Waddenzee und bei klarer Sicht bis zur Nachbarinsel Vlieland. Mit dem Fahrrad zwischen Watt und Nordseestrand Terschelling ist rund 30 Kilometer lang, aber an vielen Stellen nur wenige Kilometer breit. Dazwischen wechseln sich Dörfer, Polder, Wald, Heide und Dünen ab. Etwa 83 Kilometer Radwege durchziehen die Insel. Ein eigenes Auto ist kaum nötig und angesichts der hohen Fährkosten auch nicht sinnvoll. Im Sommer kostet die Überfahrt fürs Auto über 200 Euro. Eine erste Tour führt von West-Terschelling durch Wald und Dünen nach West aan Zee. Dahinter beginnt ein Strand, der stellenweise so breit ist, dass Besucher mehrere Hundert Meter über den Sand bis zum Wasser laufen. Über Midsland aan Zee und das Inseldorf Midsland lässt sich daraus eine abwechslungsreiche Runde machen. Dort stehen Geschäfte, Cafés und Restaurants dichter beieinander als im ruhigen Osten der Insel. Für einen längeren Ausflug lohnt sich die Fahrt über Formerum und Hoorn nach Oosterend. Hinter dem letzten Dorf wird Terschelling zunehmend leer. Dort beginnt die Boschplaat, ein europäisches Naturreservat mit Strand, Salzwiesen, Dünen und dem Birkenwald Berkenvallei. Im Frühjahr und Herbst rasten hier Hunderttausende Zugvögel. Unter anderem kommen Löffler, Strandregenpfeifer, Seeschwalben und große Möwenkolonien vor. Nachts zeigt Terschelling seine besondere Seite Die Boschplaat trägt seit 2015 die Auszeichnung Dark Sky Park. Sie gehört damit zu den wenigen Orten in den Niederlanden, an denen es nachts noch weitgehend dunkel wird. Bei klarem Himmel lässt sich die Milchstraße erkennen, gelegentlich sogar Polarlicht. Für eine Tour nach Einbruch der Dunkelheit gehören warme Kleidung, eine abgeschirmte Taschenlampe und ein sicherer Rückweg zur Unterkunft zur Ausrüstung. Ende August und Anfang September beginnt zudem die Zeit der Cranberrys. Die Beeren wachsen in feuchten Dünentälern und werden gewöhnlich ab der ersten Septemberwoche professionell geerntet. Nicht einfach losernten Eigenmächtiges Pflücken ist zunächst verboten. Erst nach Abschluss der Ernte werden bestimmte Flächen gewöhnlich zur Nachlese freigegeben. Probieren lassen sich die Früchte trotzdem: Auf der Insel werden sie zu Kuchen, Saft, Marmelade, Käse und Likör verarbeitet. Von Harlingen fährt die reguläre Fähre etwa zwei Stunden, die direkte Schnellfähre rund 50 Minuten. Ein Hin- und Rückfahrticket für Erwachsene kostet 2026 im Sommertarif 36,90 Euro mit der normalen Fähre und 54,46 Euro mit der Schnellfähre, jeweils zuzüglich Touristensteuer. Autos können in Harlingen bleiben; mehrere Parkplätze liegen nahe der Fährterminals oder sind per Pendelbus angebunden. Da Fahrräder auf der Schnellfähre nicht mitgenommen werden, bietet sich die Miete direkt am Hafen von West-Terschelling an.