Tödliche Fahrt in Menschenmenge in Caen: Kein Terrorverdacht
In der Normandie rast am späten Abend ein Autofahrer in eine Menschengruppe - nach Einschätzung der Behörden absichtlich. Sein Motiv ist noch unklar. Die Behörden werten die tödliche Fahrt eines Autofahrers in eine Menschenmenge in der nordfranzösischen Stadt Caen bislang nicht als Terrorakt. "Zum jetzigen Zeitpunkt gehen wir nicht von einem terroristischen Motiv aus, aber die Ermittlungen haben gerade erst begonnen", sagte der stellvertretende Staatsanwalt von Caen, Philippe Leonardo, in der Nacht auf Donnerstag vor Journalisten. Bei dem Vorfall kamen nach Angaben des Staatsanwalts Joël Garrigue zwei Personen ums Leben. Es sei eine Untersuchung wegen des Verdachts auf Mord , versuchten Mord und vorsätzliche Gewalt mit einer Waffe eingeleitet worden. Ein Mann im Alter von etwa 30 Jahren starb laut Mitteilung noch vor Ort, eine zweite Person im Alter von 28 Jahren erlag in der Nacht im Krankenhaus ihren Verletzungen. Etwa zehn Menschen wurden verletzt, darunter mehrere mit Knochenbrüchen. Dem Präfekten des Départements Calvados, David Clavière, zufolge schwebten mehrere in Lebensgefahr. Der mutmaßliche Fahrer befinde sich in Gewahrsam, teilte der Präfekt mit. Es handle sich um einen 26-jährigen Mann russischer Herkunft. Er sei den Geheimdiensten nicht bekannt, der Polizei jedoch wegen Verkehrsdelikten. Er sei am späten Mittwochabend "absichtlich" in die Menschengruppe gerast, betonte Clavière. Erst ein Streit, dann die Todesfahrt Nach übereinstimmenden Medienberichten war dem Vorfall an einer Bushaltestelle in der Nähe des Bahnhofs ein Streit vorausgegangen. Laut Mitteilung der Staatsanwaltschaft soll der Mann bislang ausgesagt haben, früher am Abend Opfer eines Übergriffs am Bahnhof geworden zu sein. Die Stadt Caen mit rund 110.000 Einwohnern liegt in der Normandie nahe der Atlantikküste.
