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Carolabrücke Dresden: PVP-Stadträte fordern Neubau ohne Autospuren

Am 3. September entscheidet der Dresdner Stadtrat über den Brückenneubau. Kurz davor legt eine Fraktion einen radikalen Gegenvorschlag vor. Eine Woche vor der Stadtratsentscheidung über den Neubau der Carolabrücke legt die PVP-Fraktion des Stadtrats einen Gegenvorschlag vor. Die vierköpfige Fraktion aus Piraten, Volt und der Partei fordert eine Carolabrücke ausschließlich für Fußgänger, Radfahrer und Straßenbahn zu bauen – ganz ohne Autospuren. Der Ersetzungsantrag liege dem Stadtrat seit Donnerstag vor. Konkret will die Fraktion ausschließlich den westlichen Brückenzug mit den Straßenbahngleisen errichten, ergänzt um einen Radschnellweg. Die Gleise sollen so angelegt werden, dass Rettungsfahrzeuge, Busse und Taxis sie jederzeit mitnutzen können. Eine Ausnahmeregelung gesteht die Fraktion Autofahrern ein: Sollte es zu Umleitungen kommen, dürften alle Autos die Brücke befahren. "Fast zwei Jahre nach dem Einsturz der Carolabrücke müssen wir konstatieren, dass Chaos und Überlastung trotz Wegfalls dieser bis dahin wichtigen Verkehrsachse ausgeblieben sind", argumentiert Martin Schulte-Wissermann (Piraten). Trendberechnung der Stadt: Wie entwickelt sich der Autoverkehr auf der Carolabrücke? Knappe Entscheidung: Diesen Entwurf der Carolabrücke empfiehlt das Begleitgremium Fraktion rechnet mit deutlich niedrigeren Kosten Die PVP-Fraktion stützt ihren Vorstoß primär auf das Kostenargument. Ein sechsspuriger Neubau koste laut Antrag mindestens 130 Millionen Euro. Eine schmalere Brücke ohne Autospuren würde die Baukosten erheblich reduzieren. Zudem falle der Förderanteil des Bundes höher aus, je größer der Anteil der Brücke sei, der dem öffentlichen Nahverkehr diene, argumentiert die Fraktion. Das frei werdende Geld solle in andere dringende Bauvorhaben fließen, fordert die PVP-Fraktion. Im Antrag nennt die Fraktion die Nossener Brücke, das Blaue Wunder, die Budapester Straße oder den Ausbau der Straßenbahnlinie 8. Auch neue Elbquerungen – etwa zwischen Pieschen und dem Ostragehege – seien so perspektivisch finanzierbar. Entscheidung fällt am 3. September Wie viele Autospuren die neue Carolabrücke braucht, gehört seit Monaten zu den umstrittensten Fragen zum Neubau. Am Dienstag, 1. September geben zunächst die Stadtbezirksbeiräte Altstadt und Neustadt ihre Empfehlung ab. Zwei Tage später, am 3. September, stimmt der Stadtrat über die Wahl des Entwurfs und die Ausgestaltung des Neubaus ab. Gegen die Kritik, der Antrag komme zu kurzfristig vor der Entscheidung, hält die Fraktion dagegen: Bereits im Juni 2025 habe sie einen ähnlichen Ersetzungsantrag eingereicht, der einen offenen Ideenwettbewerb für die Carolabrücke forderte. Der aktuelle Antrag gehe nun einen Schritt weiter und lege sich auf eine konkrete Variante fest.