Blindsee bei München: Bergsee mit türkisblauem Wasser
Glasklares Wasser, eine beeindruckende Bergkulisse und viel Platz zum Baden: Für diesen Ausflug müssen Münchner nicht weit fahren. Ein paar Dinge sollten Besucher aber wissen. Türkis statt Großstadtgrau: Wer am Blindsee am Ufer steht, könnte bei der Farbe des Wassers beinahe vergessen, dass München nur rund 120 Straßenkilometer entfernt liegt. Der Bergsee schimmert je nach Lichteinfall von kräftigem Blau bis Türkis, dahinter steigen dicht bewaldete Hänge und die Gipfel der Tiroler Berge auf. Das Naturziel liegt bei Biberwier am Fernpass auf 1.093 Metern Höhe. Bei freier Fahrt dauert die Strecke vom Münchner Zentrum mit dem Auto ungefähr eineinhalb Stunden – und damit kaum länger als zu manchem bekannten Ausflugsziel wie dem Tegernsee oder dem Chiemsee. Gerade an Wochenenden kann die Fahrt über den Fernpass allerdings länger dauern. Bis zu 30 Meter Sicht im Wasser Seine auffällige Farbe verdankt der Blindsee seinem besonders klaren Wasser. Nach Angaben der Tiroler Zugspitz Arena reicht die Sicht unter Wasser unter guten Bedingungen bis zu 30 Meter. Gerade deshalb ist der See auch bei Tauchern beliebt. Auf dem Grund liegen unter anderem Baumstämme, die nach einem Lawinenabgang im Jahr 1984 ins Wasser gelangten. Tauchen ist allerdings nur mit entsprechender Genehmigung erlaubt. Der Blindsee selbst ist rund 25 Meter tief und 26 Hektar groß. Entstanden ist er vor etwa 4.100 Jahren infolge eines gewaltigen Bergsturzes am Fernpass. Heute gehört der See zu einem Privatgrundstück. Das bedeutet jedoch nicht, dass Besucher draußen bleiben müssen: Baden ist ausdrücklich möglich. Im Sommer gibt die Tourismusregion Wassertemperaturen von etwa 18 bis 22 Grad an. Auch Stand-up-Paddling ist möglich, dafür ist allerdings ebenfalls eine Genehmigung erforderlich. Wer lieber an Land bleibt, kann den See umrunden. Der Weg führt auf etwa 4,7 Kilometern am Wasser entlang und bietet immer wieder freie Blicke auf den See und die umliegenden Berge. Eine längere Alternative ist die Drei-Seen-Wanderung, bei der zusätzlich der nahe Mittersee und der Weißensee angesteuert werden. Was Besucher vor der Fahrt wissen sollten Ganz ohne Planung funktioniert der Ausflug allerdings nicht. Wer direkt mit dem Auto an den Blindsee möchte, erreicht ihn nur über eine gebührenpflichtige Privatstraße, die bei Biberwier von der Fernpassstraße B179 abzweigt. Am See gibt es einen Parkplatz. Vor Ort ist die Infrastruktur bewusst überschaubar: Toiletten, Umkleidekabinen und Gastronomie gibt es direkt am Blindsee nicht. Verpflegung und alles, was für den Badetag benötigt wird, sollten Besucher deshalb mitbringen – und anschließend auch wieder mitnehmen. Die Tiroler Zugspitz Arena weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei den Seen der Region um sensible Naturräume handelt.
