Italien-Urlaub: Von Piadina bis Gnocco fritto – das sind die Highlights
Früher Armeleuteessen, heute etwas für Feinschmecker: Die Brotgerichte der Emilia-Romagna sind deftig und eine schmackhafte Mahlzeit für zwischendurch. Pasta und Parmigiano Reggiano haben die Emilia-Romagna kulinarisch berühmt gemacht. Doch die italienische Region hat noch einiges mehr zu bieten – darunter Spezialitäten, die einst als einfaches Essen entstanden und heute einen perfekten Imbiss abgeben. Wer durch die Emilia-Romagna reist, findet viele dieser Gerichte auf Märkten, Dorffesten oder in kleinen Imbissen. Einige bestehen nur aus wenigen Zutaten, andere verbindet eine jahrhundertealte Geschichte mit ihrer Heimat. Die Tourismusregion Emilia-Romagna und t-online stellen zehn Spezialitäten vor, die Reisende probieren können. Mit dem Auto unterwegs: Die zehn schönsten Bergpässe der Welt Rangliste: Die leckerste Wurst der Welt ist nicht deutsch Chisöla: Focaccia mit langer Geschichte Im Val Tidone bei Piacenza gehört die Chisöla zum kulinarischen Erbe. Für die herzhafte Focaccia kommen Mehl, Grieben, Schmalz, Hefe, Wasser und Salz zusammen. Sie gilt als traditionelles Agrarprodukt und Lebensmittel. Eine Legende führt ihre Geschichte bis ins Jahr 1155 zurück: Als Friedrich Barbarossa mit seinem Heer durch das Val Tidone zog, soll die Bevölkerung seine hungrigen Soldaten mit großen Mengen Chisöla versorgt haben. Bis heute feiert Borgonovo Val Tidone die Spezialität beim Festa d’la Chisöla, das traditionell am ersten Sonntag im September stattfindet. Erbazzone: herzhafter Kuchen mit geschützter Herkunft Aus Reggio Emilia stammt der Erbazzone. Zwischen zwei Schichten ungesäuerten Teigs liegt eine Füllung aus Spinat und Mangold, Zwiebeln, Schmalz, Semmelbröseln und Parmigiano Reggiano. Seit März 2026 trägt der Erbazzone reggiano die europäische Bezeichnung g.g.A. Das Kürzel steht für "geschützte geografische Angabe" und kennzeichnet Lebensmittel, die mit einer bestimmten Region verbunden sind. Der Erbazzone ist das 45. geschützte Produkt der Emilia-Romagna. In Reggio Emilia essen ihn die Menschen zu unterschiedlichen Tageszeiten – sogar zum Frühstück mit einem Cappuccino. Gnocco fritto: frittierter Teig mit Schinken Außen knusprig und innen luftig: In Parma heißt die Spezialität Torta fritta und in der Emilia-Romagna sowie in Modena Gnocco fritto. Die kleinen Teigstücke kommen goldbraun frittiert und noch warm auf den Tisch. Dazu gibt es traditionell regionale Wurst- und Schinkenspezialitäten wie Prosciutto di Parma, Prosciutto di Modena, Coppa di Parma oder Salame Felino. Tigelle: Essen in geselliger Runde Tigelle stammen aus dem Apennin von Modena. Köche backen die kleinen Teigfladen zwischen speziellen Platten und servieren sie warm. Dazu gehört traditionell Pesto modenese aus fein gehacktem Schweineschmalz, Knoblauch und Rosmarin, häufig ergänzt durch Parmigiano Reggiano. Auch Prosciutto, Salame und Coppa kommen dazu auf den Tisch. Jeder kann seine Tigelle nach eigenem Geschmack zusammenstellen. Damit wird aus dem Essen ein geselliges Ritual. Borlenghi: hauchdünn und knusprig Ebenfalls aus dem Modeneser Apennin kommen Borlenghi. Ihr dünner Teig besteht lediglich aus Mehl, Wasser und Salz. Darauf kommt die "cunza", eine Mischung aus Schmalz, Knoblauch und Rosmarin, sowie geriebener Parmigiano Reggiano. Anschließend faltet man den knusprigen Fladen und isst ihn direkt aus der Hand. Crescenta: Klassiker aus Resten Die Crescenta bolognese zeigt, wie die bäuerliche Küche vorhandene Zutaten verwertete. Ursprünglich reicherten die Menschen übrig gebliebenen Brotteig mit Schmalz und dem würzigen Endstück eines Schinkens, dem sogenannten Gambuccio, an. Heute essen die Menschen die luftige Focaccia beispielsweise mit Pancetta, Prosciutto oder Mortadella Bologna. Coppia Ferrarese: Brot in besonderer Form Aus Ferrara stammt die Coppia Ferrarese . Das Brot besteht aus zwei verbundenen Teigsträngen und erinnert an ein Kreuz oder ein X. Seine gedrehten Enden heißen Crostini und werden besonders knusprig. Die Geschichte des Brotes reicht weit zurück: Bereits im 16. Jahrhundert soll man es am Hof der Herrscherfamilie der d'Este serviert haben. Heute begleitet das Brot unter anderem die Salama da Sugo, eine weitere Spezialität aus Ferrara. Und auch die Crostini haben ihren festen Platz im Alltag: Für viele Kinder gehören die knusprigen Endstücke zu den schönsten kleinen Snacks. Tortello alla lastra: Spezialität aus einfachen Zutaten Im Apennin der Provinz Forlì-Cesena gehört der quadratische Tortello alla lastra zur traditionellen Küche. Der Teig besteht aus Weizenmehl, Wasser und etwas Kochwasser vom Kürbis. In die Füllung kommen Kürbis, Kartoffeln, Zwiebeln, Schmalz und Pecorino. Das Gericht entstand als einfaches Essen aus den verfügbaren Zutaten des Apennins. Traditionell kommt es vor allem im späten Herbst und rund um Allerheiligen auf den Tisch. Piadina: der bekannte Klassiker Die Piadina Romagnola kennen inzwischen auch viele Menschen außerhalb Italiens. In der Romagna bereiten kleine Kioske und Piadinerien den Teigfladen frisch zu. Dabei unterscheidet sich die Zubereitung je nach Gegend: Rund um Ravenna und Forlì-Cesena fällt die Piadina meist etwas dicker aus. In Rimini und der umliegenden Provinz backen die Menschen sie dünner und knuspriger. Eine klassische Füllung besteht aus Squacquerone di Romagna, Prosciutto di Parma und Rucola. Eine weitere Variante kombiniert gegrillte kleine Fische aus der Adria mit Zwiebeln und Salat. Cassone: die geschlossene Piadina Wer den Teigfladen lieber gefüllt und zusammengeklappt mag, bestellt einen Cassone oder Crescione. Die Bezeichnung unterscheidet sich je nach Gegend. Zu den beliebten Varianten gehört Rosso mit Tomate und Mozzarella. Beim Verde kommen Blattgemüse wie Mangold, Spinat oder Wildkräuter in den Teig. Anschließend backen die Anbieter den gefüllten Fladen direkt auf einer heißen Platte.
