Umwelthilfe: 11 Dienstwagen der sächsischen Minister kassieren Rote Karte
Die Deutsche Umwelthilfe hat die Dienstwagen aller Landesregierungen geprüft. Sachsen schneidet schlecht ab – und ausgerechnet der Umweltminister fährt kein E-Auto mehr. Sachsens Landesregierung ist einer Auswertung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zufolge überwiegend mit klimaschädlichen Dienstwagen unterwegs. Im Schnitt stoßen die Fahrzeuge 169 Gramm CO₂ pro Kilometer aus – das reicht im Ländervergleich nur für Platz zehn von 16. Die Umwelthilfe bewertet jedes Jahr die Dienstfahrzeuge der Regierungsmitglieder in Bund und Ländern. Bis 93,6 Gramm CO₂ pro Kilometer erhält ein Fahrzeug eine gute Bewertung, bis 112,3 Gramm gibt es die Gelbe Karte – alles darüber bedeutet Rote Karte. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor erhalten grundsätzlich Rot, unabhängig vom errechneten Wert. Nur die Justizministerin fährt rein elektrisch Nur einer der zwölf aufgeführten sächsischen Dienstwagen fährt ausschließlich elektrisch. Das Fahrzeug von Justizministerin Constanze Geiert (CDU) wird mit einem realen CO2-Ausstoß von 59 Gramm je Kilometer bewertet – und erhält als einziges eine Grüne Karte. Fünf Politikerinnen und Politiker nutzen Diesel, sechs Plug-in-Hybride. Auf die höchsten Kohlendioxid-Werte kommen die Dienstwagen von Kultusminister Conrad Clemens, Finanzminister Christian Piwarz und Kulturministerin Barbara Klepsch (alle CDU) - mit jeweils 197 Gramm CO2 pro Kilometer. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) fährt laut der Auswertung einen Diesel-Dienstwagen mit einem Ausstoß von 167 Gramm pro Kilometer. Umweltminister stieg vom E-Auto auf Hybrid um Der Plug-in-Hybrid von Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch (CDU) kommt auf 182 Gramm und erhält ebenfalls Rot. Nach Angaben der DUH ist der Minister seit dem vergangenen Dienstwagen-Check von einem Elektroauto auf einen Plug-in-Hybrid umgestiegen. Diese Autos haben einen Benzin- oder Dieselmotor und einen Elektromotor. Die DUH vergibt bis 93,6 Gramm CO2 je Kilometer Grün, bis 112,3 Gramm Gelb und darüber Rot. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor erhalten unabhängig vom errechneten Wert eine Rote Karte. Die Zahlen sind nur bedingt mit anderen Statistiken vergleichbar. Bei Plug-in-Hybriden nimmt die DUH an, dass elf Prozent der Fahrten elektrisch und 89 Prozent mit dem Verbrennungsmotor zurückgelegt werden. Ob die sächsischen Dienstwagen tatsächlich so genutzt werden, ist offen. Bei Elektroautos berücksichtigt die DUH die Emissionen der Stromerzeugung. Standen mehrere Dienstwagen zur Verfügung, wurde das Fahrzeug mit dem höchsten CO2-Ausstoß gewertet.
