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VW-Produktionskosten: Internes Papier zeigt laut Bericht Unterschiede

Volkswagen will mit einem Sanierungsplan seine Kosten senken. Interne Zahlen zeigen nun, wie groß die Unterschiede zwischen Werken in Deutschland, Portugal und China sind. Volkswagen hat einen weitreichenden Sanierungsplan beschlossen. Rund 50.000 Stellen sollen konzernweit wegfallen, die Investitionen sollen sinken und die Modellpalette soll kleiner werden. Besonders ernst ist die Lage für vier Werke in Deutschland: Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm (Audi). Wie groß der Kostendruck an deutschen Standorten ist, zeigen nun interne Unterlagen, über die "Bild" berichtet. Darin vergleicht Volkswagen unter anderem Fabrik- und Personalkosten verschiedener Werke. Besonders deutlich fallen die Unterschiede zwischen dem Werk Emden und Produktionsstandorten in Portugal und China aus. Personalkosten unterscheiden sich deutlich Nach den Unterlagen, auf die sich "Bild" beruft, veranschlagt Volkswagen für die Fertigung in Emden Personalkosten von 74 Euro pro Arbeitsstunde. Im portugiesischen Palmela sind es demnach 37 Euro, im chinesischen Tianjin 12 Euro. Damit liegen die Fertigungspersonalkosten in Emden laut der internen Rechnung doppelt so hoch wie in Palmela. Im Vergleich mit Tianjin sind sie mehr als sechsmal so hoch. Dabei handelt es sich um Fertigungspersonalkosten und nicht um die Gehälter einzelner Beschäftigter. Unterschiede weist der interne Vergleich laut "Bild" auch bei der Arbeitszeit aus. Für Emden rechnet Volkswagen demnach mit 1.282 angebotenen Arbeitsstunden pro Jahr. In Palmela sind es 1.419 Stunden, in Tianjin 2.065 Stunden. Auch beim Krankenstand liegen die Werte auseinander. Für Emden nennt das Papier laut dem Bericht 10,5 Prozent, für Palmela 4,1 Prozent und für Tianjin 1,0 Prozent. Die Gründe dafür werden nicht genannt. In Tianjin entstehen mehr Autos pro Mitarbeiter Hinzu kommen Unterschiede bei der Produktivität. Volkswagen rechnet laut "Bild" in Emden mit 29 produzierten Autos pro Mitarbeiter. In Palmela sind es 39,9 Fahrzeuge, in Tianjin 51,3. Damit treffen höhere Personalkosten in Emden auf weniger angebotene Arbeitsstunden und eine niedrigere ausgewiesene Zahl produzierter Fahrzeuge je Mitarbeiter als an den beiden Vergleichsstandorten. Nach den von "Bild" zitierten Zahlen kostet ein Fahrzeug in Emden in der Fabrik damit 4.850 Euro. In Palmela sind es 2.385 Euro, in Tianjin 1.078 Euro. Die Fabrikkosten in Emden liegen nach dieser Rechnung damit gut doppelt so hoch wie in Portugal und etwa viereinhalbmal so hoch wie am chinesischen Vergleichsstandort. Für die vier deutschen Standorte Emden, Zwickau , Hannover und Neckarsulm setzt Volkswagen demnach Fabrikkosten von durchschnittlich rund 5.200 Euro je Fahrzeug an. In günstigeren Werken seien es rund 2.900 Euro. Die Differenz beträgt damit rund 2.300 Euro pro Fahrzeug. Hochgerechnet ergibt sich nach der internen Rechnung laut "Bild" ein Kostenvorteil von rund 1,5 Milliarden Euro im Jahr. Die Unterschiede entstehen allerdings nicht nur beim Personal. Auch für Strom muss Volkswagen in Emden laut den Unterlagen mehr kalkulieren. Dort werden 15 bis 23 Cent je Kilowattstunde angesetzt. In Palmela sind es 10 bis 16 Cent, in Tianjin 6 bis 10 Cent. "Bild" berichtet zudem von höheren Logistikkosten in Deutschland. VW will Kosten deutlich senken Neben dem geplanten Stellenabbau will VW auch weniger investieren. Für die Jahre 2027 bis 2031 sind Investitionen von 135 Milliarden Euro vorgesehen. Das sind rund 30 Milliarden Euro weniger, als für die fünf Jahre bis 2030 geplant waren. Auch die Modellpalette soll schrumpfen. Bis 2035 will Volkswagen die Zahl der Modelle halbieren und zugleich die Komplexität um 75 Prozent reduzieren , etwa durch den stärkeren Einsatz gleicher Teile. Für Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm bedeutet der beschlossene Plan noch nicht das Aus. Die IG Metall und der Konzernbetriebsrat erklärten nach der Entscheidung des Aufsichtsrats ausdrücklich: "Kein Werk wurde aufgegeben, und entgegen mehreren Medienberichten ist keine Werksschließung besiegelt." Für alle Standorte müssten nun konkrete Lösungen erarbeitet werden.