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Dacia Spring: Zweite Generation kommt aus Europa – und basiert auf Twingo

Der Dacia Spring ist eines der günstigsten Elektroautos Europas, kam aber aus China. Mit der zweiten Generation ändert Dacia das Rezept grundlegend. Wer beim günstigsten E-Auto Europas, dem Dacia Spring, nach europäischer Herkunft suchte, musste bislang beim Markennamen aufhören. Gebaut wurde der kleine Stromer bei Dongfeng in China . Das ändert sich mit der zweiten Generation: Künftig läuft der Spring im slowenischen Novo Mesto vom Band, Seite an Seite mit dem Renault Twingo E-Tech. Das ist kein Zufall: Beide Modelle basieren auf derselben Elektroplattform des Konzerns. Ein chinesischer Anteil steckt dennoch in beiden, denn Renault hat den Twingo mit Unterstützung seines Entwicklungszentrums in Shanghai in ungewöhnlich kurzer Zeit auf die Räder gestellt. Von diesen verkürzten Abläufen profitiert nun auch Dacia. Dennoch ist der neue Spring kein Twingo mit anderem Logo. Mit 3,85 Metern ist er rund sechs Zentimeter länger als der Renault und 15 Zentimeter länger als sein Vorgänger. Vor allem in der Breite macht er einen deutlichen Satz: Statt 1,58 Meter misst er jetzt 1,74 Meter. Das verändert nicht nur die Proportionen, sondern schafft auch mehr Platz. Vier Erwachsene sollen weiterhin hineinpassen, der Kofferraum fasst 337 Liter. Werden die Rücksitze umgelegt, wächst das Volumen auf bis zu 1.283 Liter. Zusätzlicher Stauraum im Frunk Ein paar zusätzliche Liter versteckt Dacia dort, wo beim alten Spring zumindest serienmäßig noch kein Stauraum war: unter der Fronthaube. Der neue Frunk (eine Wortschöpfung aus den englischen Begriffen "front" und "trunk", also Kofferraum) fasst 18 Liter und ist damit sogar größer als der des neuen Audi A2 e-tron mit 13 Litern . Der eng verwandte Twingo bietet diesen zusätzlichen Stauraum nicht. Wie beim Elektro-Twingo ist der Kofferraumboden geteilt, sodass man nicht erst alles ausladen muss, um an ein Fach darunter zu gelangen. In der Mittelkonsole lassen sich Einsätze und Trennwände versetzen. Dazu kommt das aus anderen Dacia-Modellen bekannte YouClip-System, an dem sich etwa Smartphone-Halter, Taschen oder Getränkehalter befestigen lassen. Beim Bedienkonzept ähnelt der Spring dem Twingo: Die Klimaanlage bekommt weiterhin eigene Regler statt eines Menüs auf dem Touchscreen. Kleine Batterie statt großer Reichweite Technisch bleibt der Spring seiner bisherigen Rolle treu. Er soll vor allem Stadtverkehr und kurze Alltagsstrecken abdecken und schleppt wie sein Bruder Twingo deshalb weder besonders viel Leistung noch einen großen Akku mit sich herum. Der Elektromotor leistet 60 kW, also rund 80 PS, und entwickelt 175 Newtonmeter Drehmoment. Tempo 100 soll nach 12,1 Sekunden erreicht sein, bei 130 km/h ist Schluss. Die Batterie fällt mit 27,5 Kilowattstunden vergleichsweise klein aus. Dacia setzt auf Lithium-Eisenphosphat-Zellen und nennt rund 250 Kilometer Reichweite nach WLTP. Der Verbrauch soll bei 12,7 Kilowattstunden auf 100 Kilometer liegen. Das Auto bleibt mit rund 1.212 Kilogramm vergleichsweise leicht. Schnellladen gibt es nur gegen Aufpreis Beim Laden zeigt sich allerdings, wo Dacia spart. Serienmäßig nimmt der Spring Wechselstrom lediglich mit bis zu 6,6 kW auf. Wer schneller laden möchte, muss ein zusätzliches Paket bestellen – wie auch beim Twingo. Dann sind 11 kW Wechselstrom und bis zu 50 kW Gleichstrom möglich. An einer passenden AC-Säule soll der Akku in weniger als zwei Stunden von 15 auf 80 Prozent kommen. Am Schnelllader nennt Dacia für einen ähnlichen Ladehub rund 28 bis 30 Minuten. Zum Paket gehört außerdem die Möglichkeit, Strom aus der Batterie wieder nach außen abzugeben (V2L, Vehicle to Load). Damit kann der Spring etwa ein E-Bike oder andere elektrische Geräte versorgen. Unter 18.000 Euro zum Start Zum Marktstart gibt es zwei Ausstattungen. Die Basisversion Expression soll weniger als 18.000 Euro kosten. Mit an Bord sind unter anderem eine manuelle Klimaanlage, hintere Parksensoren, eine elektrische Parkbremse und das System Media Control. Dabei übernimmt das eigene Smartphone einen Teil der Infotainment-Aufgaben. Darüber rangiert der Journey für weniger als 20.000 Euro. Er bringt unter anderem einen 10,1-Zoll-Touchscreen, Navigation, drahtloses Apple Carplay und Android Auto sowie eine Rückfahrkamera mit. Damit bleibt Dacia in Deutschland vermutlich weiterhin der Preissieger bei den E-Autos: Konkurrent Leapmotor verlangt für den Kleinwagen T03 18.900 Euro. Der bisherige Spring kostete 16.900 Euro in der Basisvariante, steht aktuell aber nur noch in der Ausstattung Extreme für 19.700 Euro im Konfigurator. Der neue Spring wird gegenüber diesem ursprünglichen Einstieg also etwas teurer. Dafür ändert sich weit mehr als nur die Karosserie. Bestellbar ist er ab dem 15. September 2026. Die ersten Fahrzeuge sollen im Dezember ausgeliefert werden.