Alkohol schneller abbauen – ist das möglich?
Der Körper braucht Zeit, um mit Alkohol und dessen Abbauprodukten fertigzuwerden. Hier erfahren Sie, ob sich das Ausnüchtern beschleunigen lässt. Viel Wasser trinken ? Und starken Kaffee? Oder kalt duschen? Menschen, die nach Alkoholkonsum einen heftigen Kater haben oder vielleicht sogar arbeiten oder Auto fahren müssen, fragen sich mitunter, wie sie den Alkohol schneller wieder loswerden. Normalerweise dauert es nämlich viele Stunden, bis sich der Organismus vollständig von dem Zellgift befreit hat: Pro Stunde sinkt der Promillewert bei den meisten Menschen um etwa 0,1. Wie lange die Ausnüchterung insgesamt dauert, hängt demnach vom ursprünglichen Blutalkoholspiegel ab. Dieser lässt sich aus der konsumierten Alkoholmenge und Faktoren wie Körpergewicht und biologischem Geschlecht nur näherungsweise berechnen. Auch Trinkdauer, Magenfüllung, Erkrankungen und Medikamente können den tatsächlichen Wert beeinflussen: Die gleiche Menge Alkohol führt bei Frauen bei gleichem Körpergewicht im Durchschnitt zu höheren Blutalkoholwerten als bei Männern. Wie lässt sich Alkohol schneller abbauen? Der Promillewert lässt sich durch keine Maßnahme rascher senken. Weder Kaffee noch irgendwelche Hausmittel können den Körper dazu bringen, den Abbau des Alkohols zu beschleunigen. Das Zellgift wird zu etwa 90 bis 95 Prozent in der Leber verstoffwechselt – und diese lässt sich durch nichts dazu "anregen", schneller zu arbeiten. Betrunkene und Verkaterte können also nur eines tun, um wieder nüchtern zu werden: warten – und selbstverständlich auf weiteren Alkohol verzichten. Manche der unerwünschten Beschwerden, die während eines Rausches oder danach auftreten können, lassen sich eventuell auch mithilfe von Medikamenten lindern. Für einen Kater gibt es jedoch keine nachgewiesen wirksame Behandlung, die die Erholung beschleunigt. Bei Schmerzmitteln ist Vorsicht nötig: Ibuprofen und Acetylsalicylsäure können den Magen zusätzlich reizen, Paracetamol kann zusammen mit Alkohol die Leber schädigen. Hinzu kommt, dass nicht jedes Mittel für jede Person geeignet ist. Im Zweifel sollten Betroffene in der Apotheke oder mit einer Ärztin oder einem Arzt Rücksprache halten. So baut der Körper Alkohol ab Ein äußerst geringer Anteil des getrunkenen Alkohols wird schon im Magen abgebaut. Fast die gesamte Menge gelangt in die Blutbahn und von dort aus in die Leber. Dieses Organ spielt im Alkoholstoffwechsel die wichtigste Rolle. Die Leber wandelt Alkohol, auch Ethanol genannt, in Stoffe um, die der Körper weiterverwerten kann. Das ist ein mehrstufiger Vorgang, an dem verschiedene Enzyme (Eiweißstoffe) beteiligt sind. Zunächst sorgen diese Enzyme dafür, dass aus Ethanol Acetaldehyd entsteht. Bei diesem Stoff handelt es sich um ein stärkeres Zellgift als Ethanol. Acetaldehyd trägt zu Gewebeschäden und Entzündungsreaktionen bei. (Die schädlichen Auswirkungen von Alkohol entstehen jedoch durch mehrere Mechanismen und lassen sich nicht überwiegend auf Acetaldehyd allein zurückführen.) Weil Acetaldehyd giftig ist, baut der Körper es rasch weiter ab. Auch dabei helfen Enzyme. Sie wandeln Acetaldehyd in Acetat um. Acetat wird auch als Salz der Essigsäure bezeichnet. (Es handelt sich dabei um Essigsäure, die ein positiv geladenes Wasserstoffteilchen abgegeben hat.) Aus Acetat wird im nächsten Schritt ein Stoff namens Acetyl-CoA, den der Körper als Baustein für den Energiestoffwechsel nutzen kann. Unter anderem kann er daraus Fettsäuren herstellen. Dies kann dazu beitragen, dass sich bei übermäßigem Alkoholkonsum Fett in der Leber ansammelt. Zur alkoholbedingten Fettleber tragen allerdings mehrere Veränderungen im Stoffwechsel bei. Dazu gehört, dass die Leber mehr Fett bildet und weniger Fett abbaut und dass das Fett schlechter aus der Leber abtransportiert wird.
