Herbst-Markt in der Fachwerkstadt: Ausflug ab Braunschweig | Reise-Tipp
Regionale Produkte, Handwerk und geöffnete Geschäfte laden am 20. September in die Hildesheimer Innenstadt. Doch die Stadt hat mehr zu bieten als den Herbstmarkt. Zwischen Fachwerkfassaden, Rathaus und Tempelhaus zieht am 20. September der Herbst ein. Beim "Hildesheimer Herbstvergnügen" verwandelt sich die Innenstadt in einen Bauern- und Regionalmarkt. Händler aus Hildesheim und dem Umland verkaufen Lebensmittel, Backwaren, Süßes und Dekorationen. Die Geschäfte öffnen am verkaufsoffenen Sonntag von 13 bis 18 Uhr. Der Herbstmarkt liefert den Anlass, Hildesheim nicht nur vom Autobahnschild zu kennen. Rund um die Innenstadt liegen zwei UNESCO-Welterbekirchen, ein erhaltenes Fachwerkviertel und mehrere Museen. Vieles lässt sich zu Fuß erreichen. Der Marktplatz ist dafür der beste Ausgangspunkt. Historische Fassaden sind wieder aufgebaut Dort reihen sich Knochenhauer-Amtshaus, Bäckeramtshaus, Rathaus und Tempelhaus aneinander. Besonders das Knochenhauer-Amtshaus fällt mit seinen geschnitzten und bemalten Balken auf. Allerdings ist das Ensemble nicht so alt, wie es zunächst wirkt. Bei einem Bombenangriff am 22. März 1945 wurde der Marktplatz zerstört. Die historischen Fassaden entstanden beim Wiederaufbau, der 1989 abgeschlossen wurde. Das Knochenhauer-Amtshaus wurde originalgetreu rekonstruiert. Hildesheim besitzt keine durchgehend erhaltene Altstadt wie Quedlinburg. Zwischen alten Kirchen und Fachwerkhäusern stehen Nachkriegsbauten, während der Marktplatz sein historisches Gesicht erst Jahrzehnte nach dem Krieg zurückbekam. Dafür erzählt kaum eine andere Stadt der Region so sichtbar von Zerstörung, Verlust und Rekonstruktion. Keramikrosen weisen den Weg Vom Herbstmarkt führt eine ungewöhnliche Spur weiter durch Hildesheim. In das Straßenpflaster eingelassene Keramikrosen markieren die Rosenroute. Die etwa 2,5 Kilometer lange Basisstrecke beginnt am historischen Marktplatz und verbindet die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Drei Erweiterungen verlängern den Rundgang auf gut fünf Kilometer. Eine Variante führt ins Godehardviertel, in dem noch historische Fachwerkhäuser stehen. Eine zweite Route verläuft durch die Keßlerstraße und über den begrünten Kehrwiederwall. Die dritte Tour bindet den barocken Magdalenengarten ein. Eine digitale Karte ist kostenlos erhältlich; das gedruckte Begleitheft kostet in der Tourist-Information drei Euro. Die wichtigsten Stationen liegen westlich des Marktplatzes. Mariendom und Michaeliskirche gehören seit 1985 gemeinsam zum UNESCO-Welterbe. Im Dom zählen die bronzenen Bernwardtüren, die mittelalterlichen Radleuchter und der sogenannte tausendjährige Rosenstock zu den besonderen Sehenswürdigkeiten. Der Eintritt in die Kirche ist kostenlos. St. Michaelis wirkt von außen mit ihren Mauern und Türmen beinahe wie eine Festung. Innen lohnt sich vor allem der Blick nach oben: Auf 1.300 Eichenbrettern zeigt eine bemalte Decke aus dem 13. Jahrhundert den Stammbaum Christi. Die Kirche öffnet sonntags und an Feiertagen von 12 bis 16 Uhr. Auch hier ist der Eintritt frei. Über 364 Stufen zum besten Blick Den Überblick über die Stadt liefert der Turm der St.-Andreas-Kirche. 364 Stufen führen zur Aussichtsplattform in 75 Metern Höhe. Von dort liegen der Marktplatz, die Welterbekirchen und die Dächer der Innenstadt unter den Besuchern. Der insgesamt 114,5 Meter hohe Turm gilt als höchster Kirchturm Niedersachsens. Der Aufstieg kostet für Erwachsene fünf Euro. Regulär ist er freitags bis sonntags sowie an Feiertagen und Brückentagen möglich; während der niedersächsischen Herbstferien öffnet er täglich. Die Saison 2026 endet am 1. November, der letzte Aufstieg beginnt jeweils um 16 Uhr. Einen Aufzug gibt es nicht. Am 26. September bleibt der Turm wegen der Andreasturm-Challenge für den normalen Besuch geschlossen. Mit dem Auto führt die schnellste Verbindung von Braunschweig über die A39 in Richtung Salzgitter und anschließend auf die A7. Der ADAC veranschlagt für die rund 57 Kilometer ohne größere Verzögerungen etwa 48 Minuten. Wegen des Herbstmarkts und des verkaufsoffenen Sonntags dürfte die Bahn am 20. September die bequemere Variante sein. Direkte Züge verbinden Braunschweig und Hildesheim; die schnellsten benötigen 21 Minuten. Vom Hauptbahnhof führt der Weg durch die Fußgängerzone in etwa zehn Minuten zum Marktplatz.
