Ostsee-Tipp ab Bremen: Das "süße Ländchen" begeistert mit Strand und Heide
Keine Autos, dafür Strand, Heide und ein berühmter Leuchtturm: Eine kleine Ostsee-Insel trägt einen Namen, der wie ein Versprechen klingt. Schon vom Schiff fällt der weiße Turm auf. Er ragt über die bewaldeten Hügel im Norden der Insel, während sich am Ufer kleine Häuser, Wiesen und schmale Wege abwechseln. Autos sind nicht zu sehen. Besucher erreichen Hiddensee nur über das Wasser. Die lang gestreckte Insel liegt vor der Westküste Rügens und misst knapp 17 Kilometer. An ihrer schmalsten Stelle ist sie nur etwa 250 Meter breit. Die Einheimischen nennen Hiddensee liebevoll "dat söte Länneken" – das süße Ländchen. Der Name passt zu einer Insel, die überschaubar wirkt und dennoch überraschend unterschiedliche Landschaften vereint. Das "süße Ländchen" ist autofrei Privater Autoverkehr ist auf Hiddensee grundsätzlich nicht erlaubt. Urlauber sind zu Fuß, mit dem Fahrrad oder in einer Pferdekutsche unterwegs. Dadurch fehlen breite Straßen und große Parkplätze. Zwischen den Orten Kloster, Vitte und Neuendorf führen Wege stattdessen durch Wiesen, Heideflächen und kleine Kiefernwälder. Auch Künstler und Schriftsteller zog es auf die Insel. Der Literaturnobelpreisträger Gerhart Hauptmann verbrachte viele Sommer in Kloster. Sein früheres Wohnhaus ist heute ein Museum. In Vitte erinnert die auffällig blau gestrichene "Blaue Scheune" an die Künstler, die Hiddensee im frühen 20. Jahrhundert für sich entdeckten. 102 Stufen bis zum Ostseeblick Das bekannteste Ziel liegt auf dem Dornbusch im Inselnorden. Vom Hafen in Kloster dauert der ausgeschilderte Fußweg zum Leuchtturm rund 25 Minuten. Der Anstieg durch den Wald ist stellenweise steil. Im Bademantel zurückgelassen: Susi sucht ein Zuhause Fürstliche Ferien an der Ostsee: Die "Weiße Stadt am Meer" Im Turm führen 102 Stufen zur Aussichtsplattform. Von dort reicht der Blick über Hiddensee, die Boddenlandschaft und die offene Ostsee. Bei klarer Sicht ist sogar die dänische Insel Møn zu erkennen. Der Leuchtturm ist von April bis Oktober täglich zwischen 10.30 und 16 Uhr geöffnet – allerdings nur bei trockenem Wetter, guter Sicht und höchstens Windstärke sechs. Erwachsene zahlen 3,50 Euro, Kinder bis 17 Jahren 2 Euro. Familien mit bis zu zwei Kindern zahlen 9 Euro. Strand, Heide und stille Wege Westlich der Inselorte erstreckt sich ein langer Sandstrand. Deutlich farbiger zeigt sich im Spätsommer die Dünenheide zwischen Vitte und Neuendorf. Während der Heideblüte von Juli bis September leuchten dort große Flächen violett. Ein rund zweistündiger Lehrpfad führt durch die geschützte Landschaft bis zum Weststrand. Für Bremer ist Hiddensee als Ausflug für ein verlängertes Wochenende geeignet. Die Fahrt zum Fährhafen Schaprode auf Rügen dauert rund viereinhalb Stunden. Das Auto bleibt dort auf einem der Parkplätze zurück. Anschließend bringen Fähren Besucher nach Neuendorf, Vitte oder Kloster. Mit der Bahn eignen sich Stralsund und Bergen auf Rügen für eine weitere Überfahrt nach Hiddensee.
