Ausflug ab Leipzig: In der Hermannshöhle im Harz leben ungewöhnliche Tiere
Blasse Haut, winzige Beine: In einer Harzer Höhle leben Grottenolme. Ab Leipzig ist der unterirdische See ein Ziel für einen besonderen Tagesausflug. Ein See unter der Erde, in dem scheue Höhlentiere leben: Dafür müssen Leipziger nicht ins Ausland reisen. In der Hermannshöhle in Rübeland im Harz gibt es einen Olmensee. Mit dem Auto sind es ab Leipzig rund 145 Kilometer, die Fahrt dauert bei freier Strecke etwa anderthalb Stunden. Die Bewohner des Sees heißen Grottenolme. Sie sind etwa 25 bis 30 Zentimeter lang, haben einen langgestreckten Körper, dünne Beine und auffällige rote Kiemen. Ihre blasse Haut lässt die Tiere fast durchsichtig wirken. So ungewöhnlich ihr Aussehen ist: Die scheuen Tiere zeigen sich nicht zuverlässig. Nach Angaben des Höhlenbetreibers stehen die Chancen am frühen Morgen am besten. Wie die Grottenolme in die Hermannshöhle kamen Heimisch sind die Tiere hier nicht. Die ersten fünf Grottenolme wurden 1932 in die Hermannshöhle gebracht. Für sie legte man eigens ein Becken an. Der Olmensee ist also künstlich angelegt, auch wenn er mitten in einer natürlichen Höhle liegt. Ursprünglich stammen Grottenolme vom Balkan. Der Rundgang bietet auch dann etwas, wenn die Tiere verborgen bleiben: Die Hermannshöhle besitzt Hohlräume von bis zu 50 Metern Höhe, zahlreiche Tropfsteine und eine Kristallkammer. Entdeckt wurde sie 1866 bei Straßenbauarbeiten. Besucher erkunden sie bei einer Führung, die ungefähr 50 Minuten dauert. Regulär beginnt alle 20 Minuten ein Rundgang. Was Besucher vor dem Ausflug wissen sollten Im September und Oktober 2026 öffnet die Hermannshöhle täglich um 9.30 Uhr, die letzte Führung startet um 17 Uhr. Erwachsene zahlen 10,50 Euro, Kinder von vier bis 14 Jahren 7,50 Euro. Unter Vierjährige haben freien Eintritt. Eine Familienkarte für zwei Erwachsene und bis zu drei Kinder kostet 34 Euro und ist ausschließlich an der Kasse erhältlich. Das Ticket gilt für eine Höhle samt Führung. Unter Tage herrschen ganzjährig nur acht bis neun Grad. Eine warme Jacke und feste Schuhe gehören deshalb auch an milden Tagen ins Gepäck. Der Weg führt über viele Treppen; Rollstühle und Kinderwagen können nicht mitgenommen werden. Auch Haustiere sind nicht erlaubt. Fotografieren und Filmen ist in der Höhle untersagt. Parkplätze gibt es unter anderem an der Burgstraße 17 auf der Flussseite und am Freibad an der Blankenburger Straße. Ein Höhlenparkplatz-Ticket für drei Stunden kostet 2,50 Euro. Von den ausgewiesenen Parkflächen sind es höchstens 500 Meter zu den Höhlen. Wer mit Bahn und Bus reist, kann über Wernigerode bis zur Haltestelle "Rübeland Tropfsteinhöhlen" fahren.
