Berlin: Bolt protestiert gegen Mindestpreise – mit 1.000 Gratis-Döner
SPD und Linke wollen Mindestpreise für Fahrdienstleister wie Uber und Bolt einführen. Dagegen wird mit einer besonderen Aktion protestiert. Mit 1.000 kostenlosen Dönern will das Fahrdienstvermittlungsunternehmen Bolt in Berlin gegen die geplanten Mindestpreise protestieren. Das teilte das Unternehmen mit. Zuvor hatten SPD und Linke im Berlin-Wahlkampf angekündigt, Mindestpreise für Fahrten von Fahrvermittlungsdienstleistern einzuführen, falls sie nach der Wahl am Sonntag in der Landesregierung vertreten sein sollten. Nach Ansicht der Parteien sollen damit faire Wettbewerbsbedingungen mit Taxibetrieben sichergestellt und Dumpingpreise vermieden werden. Seit Jahren beklagen Berliner Taxiverbände die aus ihrer Sicht unfairen Wettbewerbsbedingungen durch die niedrigen Preise. Bolt stellt sich dem entgegen und argumentiert, Mindestpreise würden nur zulasten der Fahrer und Kunden gehen. Mindestpreise gelten schon in Köln und München Dabei beruft sich das Unternehmen auf Zahlen aus Köln und München. Dort gelten bereits solche Mindestpreise. Laut Bolt hat das bislang zu einer sinkenden Nachfrage von Fahrten geführt. Dadurch würden die Fahrer weniger verdienen. In Köln soll der durchschnittliche Stundenverdienst der Fahrer durch die Mindestpreise um 42 Prozent zurückgegangen sein. Das Unternehmen setzt sich stattdessen für "gedeckelte Parkgebühren für Carsharing-Fahrzeuge, angemessene Gebühren für Mikromobilitätsangebote und einen Verzicht auf Mindestpreise für digital vermittelte Mietwagen" ein. Christoph Hahn, General Manager Bolt Deutschland, sagte: "Berlin wird jeden Tag teurer. Umso wichtiger ist es, dass die Politik nicht zusätzlich dafür sorgt, dass Menschen für dieselbe Mobilitätsleistung mehr bezahlen müssen." Am Donnerstag sollen aus Protest daher 1.000 Gratis-Döner über die Theke des Lokals "Kebap with Attitude" in der Gipsstraße in Mitte gehen.
