Kiel-Ausflug Maasholm: Hinter malerischem Fischerdorf wartet Überraschung
Kleine Häuser, Boote im Hafen und Wasser fast überall: Rund 67 Kilometer von Kiel entfernt liegt Maasholm an der Schlei. Wer vom Hafen noch ein Stück weiterläuft, stößt allerdings auf etwas, das hier kaum jemand erwartet. Maasholm wirkt ein wenig so, als würde das Dorf am Rand des Wassers einfach aufhören. Boote liegen dicht an dicht im Hafen, dahinter stehen kleine Häuser und reetgedeckte Gebäude. Auf der anderen Seite beginnt schon wieder die Schlei. Rund eine Autostunde von Kiel entfernt liegt der kleine Ort zwischen Schlei und Ostsee. Schon die Anreise erzählt dabei etwas über seine ungewöhnliche Geschichte: Maasholm war früher eine Insel und ist bis heute nur über einen Damm mit dem Festland verbunden. Das Dorf entstand aus einer Fischersiedlung. Nachdem die frühere Siedlung Maas immer wieder von Überflutungen betroffen war, entstand Anfang des 18. Jahrhunderts das heutige Maasholm. Seefahrt und Fischerei bestimmten über Jahrhunderte das Leben am Wasser. Ein Dorf, das sich zu Fuß entdecken lässt Besonders praktisch für einen Tagesausflug: Maasholm ist kompakt. Ein offizieller historischer Rundgang führt auf rund 850 Metern durch den Ort – vorbei am Hafen, an der Petri-Kirche, der Alten Schule und dem reetgedeckten Rathaus. Zu den auffälligsten Spuren der Vergangenheit gehören die historischen Kahnstellen direkt am Schleiufer. Einst lagen dort mehr als 140 flachgehende Schleikähne. 48 dieser alten Liegeplätze sind erhalten und stehen heute unter Denkmalschutz. Daneben hat sich der Hafen längst verändert. Zum Fischereihafen gehört heute ein großer Sportboothafen mit 450 Liegeplätzen. Segelboote und Yachten prägen deshalb inzwischen mindestens ebenso stark das Bild wie die Fischerei. Ganz verschwunden ist die alte Tradition allerdings nicht. Der NDR widmet dem Wandel des Ortes am 18. September sogar eine eigene Nordstory. Laut Sender gab es in Maasholm früher rund 30 Fischer – heute seien es noch fünf. Hinter dem Dorf wartet die nächste Überraschung Wer nach dem Ortsrundgang umdreht, verpasst einen der ungewöhnlichsten Orte Maasholms. Vom Hafen führt ein knapp drei Kilometer langer Weg am Wasser entlang zum NaturErlebnisZentrum. Alternativ beginnt am Wanderparkplatz im Ortsteil Exhöft ein rund zwei Kilometer langer Naturlehrpfad. Zwischen Ostsee und Schleimündung liegt dort heute ein weitläufiges Naturgelände mit Ausstellung, Küstenwerkstatt und Wind-Wasser-Spielplatz. Doch ursprünglich hatte der Ort einen völlig anderen Zweck: Das Naturzentrum befindet sich auf dem Gelände einer ehemaligen Raketenstellung. Mitte der 1990er-Jahre übernahm die Gemeinde das rund zehn Hektar große Areal und machte daraus einen Naturerlebnisraum. Die Ausstellungen sind von Anfang April bis Ende Oktober täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Das Außengelände kann ganzjährig besucht werden. Eintritt wird nicht verlangt, das Zentrum bittet um eine Spende. Fischbrötchen, Hafen und noch ein Abstecher ans Meer Damit eignet sich Maasholm sowohl für zwei oder drei Stunden als auch für einen längeren Tagesausflug. Wer es kurz halten möchte, verbindet historischen Rundgang und Hafen mit einer Pause am Wasser. Rund um den Hafen gibt es unter anderem Fischräucherei, Fischgeschäft, Eisdiele und Gastronomie. Für Familien lohnt sich die längere Variante über das NaturErlebnisZentrum. Zu Spaziergang und Ausstellung kommt dort ein großes Außengelände samt Spielplatz. Und selbst danach muss der Ausflug noch nicht vorbei sein. Die Ostsee liegt nur wenige Kilometer entfernt. Nach Angaben der Gemeinde sind die Strände von Maasholm aus mit dem Auto in etwa zehn Minuten erreichbar. Als Ausgangspunkt für den Ortsrundgang bietet sich der Großparkplatz am Dorfeingang an. Wer gezielt zum NaturErlebnisZentrum möchte, kann stattdessen am Wanderparkplatz in Exhöft starten und die letzten rund zwei Kilometer zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen.
