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Reifenwechsel: Diese vier Werkzeuge brauchen Sie wirklich

Zweimal im Jahr steht der Reifenwechsel an. Wer ihn selbst erledigen will, braucht kein Profi-Equipment – aber die richtigen Grundwerkzeuge. Wir zeigen, worauf es bei der Auswahl ankommt. Der saisonale Reifenwechsel gehört zu den wenigen Wartungsarbeiten, die sich mit überschaubarem Aufwand in der eigenen Garage oder Einfahrt erledigen lassen. Voraussetzung ist allerdings, dass das Werkzeug stimmt – nicht nur in Sachen Funktion, sondern vor allem bei der Sicherheit. Denn wer ein Fahrzeug anhebt und Räder montiert, arbeitet mit Kräften, bei denen Nachlässigkeit schnell gefährlich wird. Die folgende Auswahl deckt alles ab, was Sie für einen sicheren und sauberen Radwechsel benötigen – vom unverzichtbaren Basiswerkzeug bis zur optionalen Komfortlösung . 1. Drehmomentschlüssel – das Herzstück des Reifenwechsels Kein Werkzeug ist beim Radwechsel wichtiger als der Drehmomentschlüssel. Er stellt sicher, dass jede Radschraube exakt mit dem vom Fahrzeughersteller vorgegebenen Anzugsmoment festgezogen wird. Zu wenig Kraft, und das Rad kann sich während der Fahrt lösen. Zu viel, und Gewinde oder Bremsscheibe nehmen Schaden. Worauf Sie achten sollten: Antrieb: 1/2 Zoll – der Standard für Radschrauben. Messbereich: 40–200 oder 40–210 Newtonmeter. Damit decken Sie praktisch alle gängigen Pkw-Vorgaben ab. Wichtig: Lagern Sie den Drehmomentschlüssel nach Gebrauch immer auf dem niedrigsten Skalenwert. Das schont die Mechanik und erhält die Messgenauigkeit. 2. Wagenheber – sicheres Anheben mit der richtigen Hubhöhe Ohne Wagenheber geht nichts: Er hebt das Fahrzeug so weit an, dass das Rad frei dreht und abgenommen werden kann. Entscheidend ist dabei nicht nur die Tragkraft, sondern vor allem die passende Hubhöhe. Worauf Sie achten sollten: Tragkraft: Für normale Pkw reichen zwei Tonnen. Bei SUV oder schwereren Fahrzeugen sollten es 2,5 bis drei Tonnen sein. Mindesthöhe: Muss unter die Bodenfreiheit Ihres Fahrzeugs passen. Bei tiefergelegten Autos bedeutet das ≤ 75–85 Millimeter, bei normalen Pkw ≤ 130–150 Millimeter. Tipp: Prüfen Sie vor dem Kauf die Bodenfreiheit Ihres Fahrzeugs – ein Wagenheber, der nicht unter das Auto passt, ist wertlos. 3. Unterstellböcke – die oft unterschätzte Lebensversicherung Unterstellböcke sind kein optionales Zubehör, sondern ein echtes Sicherheitswerkzeug. Sie fangen das Fahrzeug ab, falls der Wagenheber nachgibt, verrutscht oder langsam absinkt. Wer ohne Böcke arbeitet, geht ein unnötiges Risiko ein. Worauf Sie achten sollten: Stückzahl: Immer paarweise verwenden. Tragkraft: mindestens zwei Tonnen pro Bock, bei SUV oder schweren Limousinen eher drei Tonnen. Konstruktion: Stabile Stahlausführung mit Sicherheitsverriegelung und einem Höhenbereich, der zu Ihrem Fahrzeug passt. Besonders wichtig, wenn Sie nach dem Radwechsel noch weitere Arbeiten am Unterboden durchführen – etwa Bremsen prüfen oder Radkästen reinigen. 4. Radkreuz – Hebelkraft zum Lösen und Vormontieren Das Radkreuz ist das Werkzeug, mit dem Sie die Radschrauben vor dem Anheben lösen und die neuen Räder vormontieren. Durch seine Kreuzform bietet es deutlich mehr Hebelwirkung als der bordeigene Radmutterschlüssel – das spart Kraft und schont die Gelenke. Worauf Sie achten sollten: Schlüsselweite: Prüfen Sie vor dem Kauf, welche Größe Ihre Radschrauben haben. Die gängigsten Maße sind 17, 19 und 21 Millimeter. Viele Radkreuze bieten alle drei Größen plus eine 1/2-Zoll-Aufnahme. Hinweis: Das Radkreuz dient nur zum Lösen und handfesten Anziehen. Das finale Festziehen erfolgt immer mit dem Drehmomentschlüssel – nur so stimmt das Drehmoment. 5. Optional: Akku-Schlagschrauber – Komfort für festsitzende Schrauben Wer schon einmal mit einem Radkreuz an einer festkorrodierten Schraube gekämpft hat, weiß den Akku-Schlagschrauber zu schätzen. Er löst selbst hartnäckig sitzende Radschrauben in Sekunden – und macht den Wechsel spürbar schneller und bequemer. Worauf Sie achten sollten: Antrieb: 1/2 Zoll, passend zu den gängigen Stecknüssen. Lösemoment: Mindestens 300–400 Newtonmeter, damit auch festsitzende Schrauben zuverlässig gelöst werden. Wichtig: Der Schlagschrauber ist ausschließlich zum Lösen und Vormontieren gedacht. Das finale Anziehen der Radschrauben muss immer mit dem Drehmomentschlüssel auf das korrekte Drehmoment erfolgen. Ein Schlagschrauber liefert kein kontrolliertes Anzugsmoment. Fazit Für einen sicheren Reifenwechsel in Eigenregie braucht es keine Werkstattausstattung – aber die vier Grundwerkzeuge ( Drehmomentschlüssel , Wagenheber , Unterstellböcke , Radkreuz ) sollten in keiner Garage fehlen. Zusammen liegen sie bei rund 124 Euro und halten bei guter Pflege viele Jahre. Der Akku-Schlagschrauber ist eine sinnvolle Ergänzung für alle, die den Wechsel regelmäßig selbst machen und sich den Kraftaufwand sparen möchten. Weitere nützliche Kleinigkeiten Neben dem Hauptwerkzeug gibt es ein paar günstige Helfer, die den Reifenwechsel sauberer, einfacher und professioneller machen können. Reifenkreide – Zum Markieren der Radposition (z. B. „VL" für vorne links) und der Laufrichtung vor der Demontage. So wissen Sie beim nächsten Wechsel sofort, welches Rad wohin gehört, und können die Reifen gezielt durchtauschen. Kostet nur 1–3 Euro pro Stück. Arbeitshandschuhe – Schützen die Hände vor Bremsstaub, Schmutz, scharfen Kanten und Schmierstoffen. Ideal sind robuste Mechaniker-Handschuhe mit gutem Grip, die trotzdem genug Fingerspitzengefühl für Schrauben und Ventilkappen lassen. Ein Paar gibt es ab ca. . fünf bis zehn Euro. Drahtbürste – Zum Reinigen von Gewinden und Auflageflächen. Rost und Schmutz an der Auflagefläche können dazu führen, dass sich Radschrauben lösen oder das Rad unrund sitzt. Eine einfache Handdrahtbürste kostet drei bis sechs Euro und gehört in jede Werkzeugkiste. Reifenmontagepaste – Wird dünn auf den Felgenrand aufgetragen und sorgt dafür, dass der Reifen sauber auf der Felge sitzt und die Wulst gleichmäßig in ihr Bett gleitet. Soll Beschädigungen am Reifenwulst verhindern und die Montage spürbar erleichtern – besonders bei Kompletträdern, die längere Zeit gelagert wurden. Eine Tube oder Dose reicht für viele Wechsel und kostet ca. fünf bis zehn Euro.