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THG-Quote: Diesen Antrag sollten E-Auto-Fahrer bis Oktober stellen

Wer ein Elektroauto fährt, kann sich auch für das kommende Jahr eine Prämie sichern. Doch die Zeit drängt, um von der sogenannten THG-Quote zu profitieren. Mit der sogenannten THG-Quote können Besitzer eines Stromers zusätzliches Geld einnehmen. Jährlich werden die rechnerisch eingesparten Treibhausgasemissionen vermarktet und in Prämien umgewandelt. Wer die Prämie für das kommende Jahr noch kassieren möchte, sollte sich beeilen: Die Frist, um den Antrag einzureichen, endet in den meisten Fällen am 31. Oktober. Was ist die THG-Quote und warum gibt es sie? THG-Quote steht für Treibhausgasminderungsquote. Sie ist ein politisches Instrument, das Mineralölunternehmen dazu verpflichtet, den Ausstoß von Treibhausgasen, der durch ihre Kraftstoffe verursacht wird, kontinuierlich zu senken. Die Bundesregierung legt diese Quote fest, und sie steigt von Jahr zu Jahr an. Waren es 2026 noch 12 Prozent, sollen es bis 2040 bereits 65 Prozent sein. Um diese Vorgaben zu erfüllen, können die Unternehmen entweder Biokraftstoffe beimischen oder sogenannte Verschmutzungsrechte beziehungsweise Zertifikate erwerben. Diese Zertifikate entstehen dort, wo Emissionen vermieden werden – beispielsweise durch den Betrieb von Elektroautos mit vergleichsweise sauberem Strom. Erfüllt ein Mineralölunternehmen die Quote nicht, drohen Strafzahlungen. Die THG-Quote soll somit klimaschädliche Mobilität teurer und klimaschonende Fortbewegung günstiger machen, um die CO₂-Emissionen im Verkehrsbereich zu reduzieren und Deutschlands Klimaziele zu erreichen. Wer kann von der THG-Quote profitieren? Grundsätzlich sind alle im Fahrzeugschein eingetragenen Halter von rein batterieelektrischen Fahrzeugen berechtigt, die THG-Prämie zu beantragen. Dies gilt unabhängig davon, ob das Auto gekauft, geleast oder als Firmenwagen genutzt wird. Auch Halter von elektrischen Motorrädern, Rollern und bestimmten Leichtfahrzeugen können profitieren. Für E-Motorräder und E-Roller gilt, dass sie zulassungspflichtig sein müssen, eine Zulassungsbescheinigung Teil I besitzen und schneller als 45 km/h fahren können sowie eine Leistung ab 11 kW (15 PS) aufweisen. Ausgeschlossen von der Prämie sind hingegen Plug-in-Hybride, da sie auch mit fossilem Kraftstoff betankt werden können. Ebenso erhalten Besitzer von Erdgas- und Wasserstoffautos keine THG-Prämie. Wie hoch ist die THG-Prämie und wie wird sie berechnet? Die Höhe der THG-Prämie wird nicht staatlich festgelegt, sondern bildet sich frei am Markt, abhängig von Angebot und Nachfrage. Die Prämien schwanken daher. Für das Jahr 2026 sind bei guten Angeboten Prämien von über 300 Euro möglich, Spitzenwerte liegen aktuell sogar bei bis zu 425 Euro. Die Berechnungsgrundlage für die eingesparten CO₂-Emissionen basiert auf zwei Kriterien: dem durchschnittlichen Stromverbrauch eines E-Autos im Jahr (derzeit 2.000 kWh Ladestrom) und den durchschnittlichen Treibhausgasemissionen bei der Stromproduktion in Deutschland pro Jahr (für 2026 bei 119 Kilo pro Gigajoule erzeugter Energie). Wie beantrage ich die THG-Prämie? Der Antragsprozess ist für Fahrzeughalter in der Regel unkompliziert. Um am THG-Quotenhandel teilzunehmen, melden Sie sich bei einem sogenannten Abwickler an. Dies kann eine spezialisierte Plattform, ein Versicherer, ein Energieunternehmen oder ein Automobilclub sein. Als Beleg müssen Sie eine Kopie Ihres Fahrzeugscheins (Zulassungsbescheinigung Teil I) vorlegen, meist reicht ein Scan oder ein Foto des Dokuments. Zusätzlich werden persönliche Daten und die Bankverbindung benötigt. Der Abwickler prüft Ihre Angaben und reicht den Antrag gebündelt beim Umweltbundesamt (UBA) ein. Die Einreichung beim UBA ist bis zum 15. November des jeweiligen Verpflichtungsjahres möglich. Der Aufwand für Sie als Autobesitzer ist gering, da die Quotenvermittler den Rest übernehmen. Welche Auszahlungsmodelle gibt es und worauf sollte ich achten? Es gibt verschiedene Modelle für die Auszahlung der THG-Prämie, die sich in Höhe und Geschwindigkeit unterscheiden: Direkt- oder Expresspreis: Wenn Sie die Prämie umgehend erhalten möchten, wählen Sie diese Option. Die Auszahlung erfolgt meist binnen weniger Tage, allerdings fällt die THG-Prämie hier am geringsten aus. Garantie- oder Festpreis: Hierbei garantiert der Vermittler einen Mindestwert, der unabhängig vom tatsächlich erzielten Quotenverkauf gilt. Der Anbieter geht dabei ins Risiko, weshalb dieser Wert meist etwas über dem Direktpreis, aber unter dem potenziellen Flexpreis liegt. Best-, Max- oder Flexpreis: Diese Variante verspricht die potenziell höchste Summe, da die tatsächlich erzielte Quote abzüglich einer Provision ausgezahlt wird. Sie ist jedoch an Marktschwankungen gebunden, und die Auszahlung kann länger dauern. Die höchste angegebene Maximalsumme ist oft eher theoretisch zu erreichen. Wie finde ich einen seriösen Anbieter und welche Fallstricke gibt es? Bei der Auswahl eines Vermittlers ist Vorsicht geboten, da nicht alle Angebote gleich transparent sind. Die höchste ausgelobte Prämie ist ein wichtiger Indikator, aber nicht der einzige. Prüfen Sie die Geschäftsbedingungen (AGB): Achten Sie darauf, ob eine Auszahlungsgarantie der beworbenen Summe enthalten ist. Manche Anbieter behalten sich vor, keine Auszahlung vorzunehmen, wenn sie keinen Abnehmer finden, oder die zugesagte Prämie nachträglich zu senken. Vertragslaufzeit: Überprüfen Sie die Laufzeit des Vertrags. Manche Vereinbarungen gelten für ein Jahr, andere für zwei oder drei. Oft wird die Prämienhöhe nur für das erste Jahr garantiert. Ein Vertrag mit einjähriger Laufzeit kann sinnvoll sein, um flexibel auf Prämienänderungen reagieren zu können. Transparenz und Seriosität: Achten Sie auf gute Bewertungen auf Empfehlungsportalen. Eine transparente und aktuelle Homepage, auf der die Prämienhöhe direkt ersichtlich ist, spricht für einen seriösen Anbieter. Anbieter mit längerer Marktpräsenz strahlen oft mehr Sicherheit aus als Newcomer. Ein Blick, ob der Vermittler Mitglied beim Bundesverband THG-Quote ist, kann hilfreich sein. Die Mitglieder haben sich besonderen Qualitätsstandards verpflichtet. Die Stiftung Warentest empfiehlt, einen Anbieter mit Fixprämie zu wählen, da einige Anbieter als unfair empfundene Klauseln in ihren Verträgen verstecken. Muss ich die THG-Prämie versteuern? Für Privatpersonen ist die THG-Prämie seit 2022 steuerfrei. Anders verhält es sich bei Selbstständigen sowie für Dienstwagen und Firmenfahrzeuge: Hier gilt die THG-Prämie als steuerpflichtige Einnahme und muss nach § 22 III EStG versteuert werden. Was passiert, wenn ich mein E-Auto verkaufe oder der Leasingvertrag ausläuft? Es gibt keine minimale Haltedauer für das Beantragen der THG-Quote. Die Prämie kann jedoch nur einmal pro Kalenderjahr in Anspruch genommen werden. Wenn Sie Ihr E-Auto verkaufen oder Ihr Leasingvertrag ausläuft, sollten Sie den Antrag auf Auszahlung der THG-Prämie deutlich vor dem Halterwechsel stellen. Nur der erste Antragsteller hat Anspruch auf die THG-Quote für das jeweilige Kalenderjahr. Ein zweiter Antragsteller für dasselbe Fahrzeug geht für dieses Jahr leer aus und könnte die Prämie erst für das darauffolgende Jahr beantragen. Welche weiteren Vorteile bietet ein E-Auto neben der THG-Prämie? Neben der THG-Prämie locken weitere finanzielle Vorteile zum Umstieg auf ein E-Mobil: Kfz-Steuer: Bis maximal Ende 2035 ist für Elektroautos – je nach Datum der Erstzulassung – keine Kfz-Steuer zu entrichten, was oft mehrere Hundert Euro pro Jahr spart. Betriebskosten: Strom ist im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen in der Regel günstiger. Zudem sind die Inspektions- und Wartungskosten durch den Entfall von Betriebsstoffen und weniger beweglichen Teilen geringer. Alltagsvorteile: In einigen Städten gibt es Vorteile wie kostenloses Parken auf kommunalen Stellplätzen. Wie entwickelt sich die THG-Quote in Zukunft? Die staatliche THG-Quote wurde bis 2040 verlängert, was dauerhafte Zusatzerlöse für E-Auto-Besitzer verspricht. Die Quotenverpflichtung steigt kontinuierlich an: 2026: 12,1 Prozent; 2027: 14,6 Prozent; 2028: 17,6 Prozent; 2029: 21,1 Prozent; 2030: 25,1 Prozent; 2040: 59,0 Prozent. Diese steigende Quotenverpflichtung dürfte die Nachfrage nach THG-Zertifikaten erhöhen und somit potenziell zu steigenden Prämien führen. Auch der wachsende Anteil erneuerbarer Energien im Strommix, der aktuell über 60 Prozent beträgt, erhöht den Wert der CO₂-Reduzierung durch E-Autos und könnte die Prämien weiter positiv beeinflussen.