Capybara Samba: Ausgebüxtes Wasserschwein seit sechs Monaten auf der Flucht
Das aus einem Zoo in England ausgebüxte Wasserschwein Samba wird schon seit sechs Monaten gesucht. Kürzlich wurde das findige Nagetier wieder gesichtet. Samba hält einen Zoo in Südengland seit sechs Monaten auf Trab: Nur einen Tag, nachdem das damals neun Monate alte Wasserschwein in den Marwell Zoo in der Nähe der Stadt Winchester umgesiedelt worden war, büxte es aus seinem temporären Gehege aus. Mit dabei war auch ihre gleichaltrige Schwester Tango. Das war am 17. März. "Wir haben Suchteams eingesetzt, darunter Spezialhundestaffeln, die ihre Fährte aufspüren, sowie Wärmebilddrohnen", zitierte der britische "Guardian" damals Laura Read, die Geschäftsführerin des Zoos. Schwester Tango konnte rasch wieder eingesammelt werden, doch Samba gelang es abzutauchen. Seitdem ist das große Nagetier im englischen Hampshire unterwegs. Dabei wurde Samba schon mehrfach gesichtet. So auch am Abend ihres Ausbruchs. Gäste in einem Pub etwa 1,5 Kilometer vom Zoo entfernt entdeckten das Tier am Straßenrand. Sofort machten sich mehrere Autos auf den Weg, ausgestattet mit Transportkisten und Netzen. Die Farmer in der Umgebung wurden informiert, damit die Suchtrupps ihre Felder betreten durften. Ohne Erfolg. Im Zoo machten Verantwortliche sich Sorgen. Die größte Gefahr für Samba: der Straßenverkehr . Natürliche Feinde gebe es in der Region nicht, dafür sei das Wasserschwein schlicht zu groß, so Laura Read. Wasserschweine sind jedoch äußerst soziale Tiere und dafür bekannt, dass sie mit anderen Artgenossen auf einem großen Haufen liegen. Fühlt sich Samba ohne ihre Schwester allein?, fragten sich die Tierpfleger. Der Marwell Zoo entschied sich, die Suche öffentlich zu machen und richtete dafür sogar eine rund um die Uhr besetzte Hotline ein. Die Experten vermuteten, dass Samba die Nähe zum Wasser suchen würde – denn Schwimmen ist ihre Stärke und Wasser ein Rückzugsort. Tatsächlich wurde das Tier am 22. März von einem Hundebesitzer dabei gefilmt, wie es sich am Ufer des Flusses Itchen sonnte und dann planschend im Wasser verschwand. Suchtrupps kämmten die Flussufer ab, es wurden Wärmebilddrohnen, Lebendfallen und sogar ein spezieller Spürhund eingesetzt. Auch die lokale Bevölkerung beteiligte sich an der Suchaktion. Neue Hoffnung bei der Suche nach Samba Zuletzt wurde Samba im August gesehen. Eine Wildtierkamera schoss ein unscharfes Bild. Der Zoo installierte daraufhin eigene Kameras und erhielt eine Woche später den eindeutigen Lebensbeweis. Ein erstes Bild: ein behaarter, rundlicher Tierhintern. Das zweite: Samba. "Zweifellos ist das unser Mädchen, wohlgenährt und gesund", sagte Read dem britischen "Guardian" Da das Tier sich offenbar in dem Gebiet wohlfühlt, ist die Hoffnung wieder gewachsen, dass es noch vor dem Winter eingefangen werden kann. Doch dann folgt die nächste Herausforderung: Es werde ein langwieriger Prozess sein, sie wieder mit ihren Artgenossen zusammenzuführen, da sie jetzt ein Wildtier sei. Die ursprünglich aus Südamerika stammenden Capybaras sind mit einer Körperlänge von bis zu anderthalb Metern und einem Gewicht bis zu 66 Kilogramm die größten Nagetiere der Welt. Sie zeichnen sich durch einen gedrungenen Körperbau, kurze Beine und teilweise mit Schwimmhäuten versehene Füße aus. Die Tiere erreichen Laufgeschwindigkeiten von etwa 35 Kilometer pro Stunde. Bei Gefahr können sie untertauchen und bis zu fünf Minuten lang die Luft anhalten – eine zusätzliche Herausforderung für die Suchenden. Die Geschichte der findigen Samba schaffte es nicht nur in die lokalen Nachrichten. Weltweit berichteten Nachrichtenportale von ihrer Flucht. Im Internet kursierten Memes mit KI-generierten Bildern, die das Tier beim Biertrinken im Pub oder Zahnarztbesuch zeigen. Capybaras, die als entspannte und extrem freundliche Tiere gelten, trenden schon länger in den sozialen Medien.
